Grußadressen zum Hiroshima-Tag

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Grußworte Hiroshimatag

Roswitha Bachner
Leitende Sekretärin im ÖGB
2002
  
"Mein Gott, was haben wir getan" hatte Robert Lewis, der Kopilot jenes Flugzeuges, aus dem die erste Atombombe der Menschheitsgeschichte abgeworfen wurde, niedergeschrieben. 57 Jahre danach sterben noch immer Menschen an den Folgen dieser Bombe und unbeeindruckt davon, drohen sich immer wieder Staatschefs gegenseitig mit "der Bombe". Bei den weltpolitischen Strategen spielt sie eine zentrale Rolle. Selbst Terroristen bringen "die Bombe" immer wieder in ihr grausames Vorgehen.

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Menschen durch kriegerische Handlungen getötet werden. Die Spirale der Gewalt kommt nicht zum Stillstand. Wenn wir in wenigen Wochen den Jahrestag des "11. September" mit seinen schrecklichen Folgen begehen müssen, sollten wir nicht nur neuerlich über die Ursachen nachdenken, sondern endlich mit deren Beseitigung beginnen.

Als GewerkschafterInnen ist es unsere Aufgabe, täglich und überall auf der Welt für eine gerechte Verteilung der Güter und Einkommen einzutreten. Es kann und darf nicht sein, dass die Welt insgesamt immer reicher wird, die Armut aber stündlich steigt.

Nur ein Bruchteil der Kosten für das gigantische Waffenlager dieser Welt würde ausreichen, um die Armut wirksam zu bekämpfen. Und schon mit einem kleinen Teil jenes Geldes, das in den vergangenen Wochen an den Börsen vernichtet worden ist, könnten die Menschen bestens ausgebildet werden. Der Kampf um Gerechtigkeit, soziale Sicherheit und Frieden scheint manchmal sehr schwer zu sein, aber gerade deshalb dürfen wir keine Sekunde in unseren Bemühungen nachlassen, diese gemeinsamen Ziele mit allen uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu erreichen.

Damit nie jemand sagen kann: "Mein Gott, warum hab´t ihr nichts getan!"

(gemeinsam mit Fritz Verzetnitsch, ÖGB-Präsident)|2002-08-04 01:44:17.928692+02 746|2002|Grußworte Hiroshimatag||Fritz |Verzetnitsch|ÖGB-Präsident|||"Mein Gott, was haben wir getan" hatte Robert Lewis, der Kopilot jenes Flugzeuges, aus dem die erste Atombombe der Menschheitsgeschichte abgeworfen wurde, niedergeschrieben. 57 Jahre danach sterben noch immer Menschen an den Folgen dieser Bombe und unbeeindruckt davon, drohen sich immer wieder Staatschefs gegenseitig mit "der Bombe". Bei den weltpolitischen Strategen spielt sie eine zentrale Rolle. Selbst Terroristen bringen "die Bombe" immer wieder in ihr grausames Vorgehen.

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Menschen durch kriegerische Handlungen getötet werden. Die Spirale der Gewalt kommt nicht zum Stillstand. Wenn wir in wenigen Wochen den Jahrestag des "11. September" mit seinen schrecklichen Folgen begehen müssen, sollten wir nicht nur neuerlich über die Ursachen nachdenken, sondern endlich mit deren Beseitigung beginnen.

Als GewerkschafterInnen ist es unsere Aufgabe, täglich und überall auf der Welt für eine gerechte Verteilung der Güter und Einkommen einzutreten. Es kann und darf nicht sein, dass die Welt insgesamt immer reicher wird, die Armut aber stündlich steigt.

Nur ein Bruchteil der Kosten für das gigantische Waffenlager dieser Welt würde ausreichen, um die Armut wirksam zu bekämpfen. Und schon mit einem kleinen Teil jenes Geldes, das in den vergangenen Wochen an den Börsen vernichtet worden ist, könnten die Menschen bestens ausgebildet werden. Der Kampf um Gerechtigkeit, soziale Sicherheit und Frieden scheint manchmal sehr schwer zu sein, aber gerade deshalb dürfen wir keine Sekunde in unseren Bemühungen nachlassen, diese gemeinsamen Ziele mit allen uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu erreichen.

Damit nie jemand sagen kann: "Mein Gott, warum hab´t ihr nichts getan!"

(Gemeinsam mit Roswitha Bachner, Leitende Sekretärin im ÖGB)|2002-08-04 01:44:45.963908+02 769|2002|Women in Black||Paula |Abrams - Hourani |Frauen in Schwarz|||Die Menschheit steht am Anfang des 21.Jahrhunderts und es scheint, dass wir - so unvorstellbar es ist - aus der entsetzlichen Katastrophe von Hiroshima und Nagasaki nichts gelernt haben. Die Gefahr eines nuklearen Krieges ist jetzt so möglich wie noch nie.

Großmächte bedrohen einander mit der möglichen Verwendung von Atombomben. An der Entwicklung von neuen “kleineren” Atomwaffen wird gearbeitet. Es existieren sogenannte "deep penetration"-Bomben, die durch Schichten festen Materials tief eindringen können. Aber auch bei unterirdischen Explosionen kann Radioaktivität freigesetzt werden. "Saubere" Waffen gibt es nicht!

Der Gedanke ist schrecklich, dass in der heutigen Zeit die Gefahr der Verwendung nuklearer Waffen so bedrohlich ist. In diesem Fall wäre die Zahl der Opfer weit größer und unvoraussehbarer als vor 57 Jahren.

Die Women in Black-Bewegung (Frauen in Schwarz) setzt sich für Dialog ein. Obwohl jede Gruppe in jeder Stadt selbständig ist, gibt es ein gemeinsames Motto - für Gerechtigkeit und gegen Krieg und Militarismus.

Obwohl wir in einer Zeit leben, wo wir ständig mit Aggressionen und Gewalt konfrontiert werden, müssen wir gerade deswegen intensiver als je für den Frieden, für Gerechtigkeit und gegen Krieg und Militarismus arbeiten und agieren, auf jede nur mögliche Art und Weise!
|2002-08-04 22:41:46.437823+02 772|2002|Grußbotschaft Hiroshima-Tag ||Dr. Josef |Cap|Die Sozialdemokratische Parlamentsfraktion, Klub der sozialdemokratischen Abgeordneten zum Nationalrat, Bundesrat und Europäischen Parlament|||Vor 57 Jahren starben mehr als 300.000 Menschen durch den Abwurf zweier Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki. Das scheint lange her zu sein, doch die ungeheure Dimension der Vernichtung durch Atomwaffen, die Hölle auf Erden, darf nicht vergessen werden. Vor allem dann nicht, wenn “die Welt” wieder in “die Guten” und “die Bösen” eingeteilt wird, abstrakte und gleichzeitig sehr konkrete Feindbilder konstruiert werden, mächtige Raketenabwehrprogramme statt nuklearer Abrüstung proklamiert werden. Der Kampf für eine atomwaffenfreie Welt scheint in Anbetracht dieser gegenwärtigen weltpolitischen Entwicklungen ein unendlich mühevoller Weg zu sein. Nichtsdestoweniger ist es wichtiger denn je, ihn konsequent zu gehen.

Ich bin der Meinung, dass nicht nur die militärische “Nutzung” der Atomkraft für alle Zeiten als eines der traurigsten Kapitel der Menschheit in den Geschichtsbüchern vermerkt bleiben sollte, sondern auch deren angeblich “friedlicher” Zweig, die Gewinnung von Energie. Hier ist uns Tschernobyl mahnendes Symbol einer letzten Endes unkontrollierbaren Technologie, die weder aus wirtschaftlichen und schon gar nicht aus ökologischen Gründen “vertretbar” ist. Und dennoch ist der Widerstand der “Vertreter” der Atomkraft, der Atomlobby, gegen unsere Forderung nach einem atomkraftfreien Europa groß. Doch ich bin sicher: wir werden den längeren Atem haben.
|2002-08-04 22:45:47.806581+02 751|2002|Gegenspieler zum Vergessen und zum Verdrängen|Gedanken in Erinnerung an die ersten Atombombenabwürfe auf Menschen|Mag. Paul |Weiland|Superintendent, St. Pölten |||Manche meinen, dass die Geschichte, die eigene und die Weltgeschichte, die Menschen nichts lehrt. Aber das Besinnen auf Geschehenes kann zumindest aufmerksam machen, Problemanzeige sein, wach rütteln. Darum ist es wichtig, das Erinnern, um einen Gegenspieler zum Vergessen und zum Verdrängen zu haben.

Das Gedenken an die Atombombenabwürfe am 6. und 9. August 1945 in Hiroshima und Nagasaki muss deshalb mehr sein als ein Gedächtnis an die Opfer, so sehr es das natürlich auch ist. Es muss der Aufstand gegen einen weiteren Einsatz dieser lebensvernichtenden Waffe sein, der Aufschrei gegen jede auch nur gedachte Anwendung gegen Menschen zur Durchsetzung von Interessen oder Ideologien.

Die Erinnerung an die hunderttausenden Toten und an den Folgen Leidenden dieser ersten Atombombenabwürfe auf Menschen ist für mich mein Gewissen, in meinem Bereich alles zu unternehmen, um diese mörderische Möglichkeit zu ächten. Und je mehr Menschen das tun und hineingehen in diese Bewegung für das Leben, desto weniger wird es Mächtigen möglich sein, Atombomben als realpolitische Konfliktlösung in der Hinterhand zu haben.

Wahr ist, dass weder Vernunft noch Menschlichkeit vorausgesetzt werden können als bestimmende Maßstäbe für die Gestaltung des Lebens. Wahr ist aber auch, dass Liebe und Verständnis die Welt und die Menschen stärker und nachhaltiger beeinflusst haben als jede Macht und Gewalt.

Darum ist sie nicht vergeblich, die Allianz aller Menschen guten Willens als eine Bewegung gegen das Lebensvernichtende. Darum ist es nicht vergeblich, das Erinnern an die Szenen des Versagens, christlich gesprochen an die Szenen der Sünde, damit es in Zukunft anders werden kann. Darum ist sie nicht vergeblich, die Hoffnung auf eine gerechtere und friedlichere Welt, in der tatsächlich Schwerter zu Pflugscharen werden können und Atombomben zu Blumenschalen.
|2002-08-04 01:50:17.375268+02 770|2002|Gegen Militärbündnisse, für den Frieden||Cornelia |Berger|Stv. Landesvorsitzende der Sozialistischen Jugend Wien|||57 Jahre ist nun der furchtbare atomare Erstschlag der USA gegen Japan her, und noch immer ist kein ernstzunehmendes Zeichen der Abrüstung in Sicht. Die USA forschen nach kleineren, „individuell-besser einsetzbareren Atomwaffen, der Kashmir-Konflikt zwischen Pakistan und Indien bringen einen atomaren Krieg wieder näher, und die „Schurkenstaaten“-Propaganda der USA dient lediglich der vorzeitigen Rechtfertigung weiterer zukünftiger zerstörerischer Kriege.

Die Rüstungsindustrien in ihrer Profitgier forcieren Konflikte, wo keine sind und zwingen Staaten zur Aufrüstung, die nicht bedroht sind.

Neue Kriegsbündnisse werden mitten in Europa gegründet und es kommt zu einer neuerlichen Welle der Aufrüstung auf Druck der GASP.

Auch Österreich bildet hier keine Ausnahme. Wir stehen kurz vor der größten Anschaffung von Kriegsmaterial seit Bestehen der Republik. In einer Zeit, in der Österreich weder bedroht, noch in der Nähe von Krisenzentren ist, werden Abfangjäger gekauft, um einem, von der GASP vorgeschriebenen Kontingent von Kriegsmaterial zu genügen.

Daher ist es unsere Aufgabe gegen neue Kriegsbündnisse und für die Auflösung der Alten zu stehen, für die Zerschlagung der Macht der Monopole der Rüstungsindustrien und für eine globale Abrüstung zu kämpfen.
|2002-08-04 22:42:47.958749+02 996|2002|Grußbotschaft||Dr. Walter |Sauer|Internationales Referat des ÖGB|||Die Katastrophe von Hiroshima und Nagasaki ist nach wie vor von furchtbarer Aktualität. Die derzeit einzige Supermacht bereitet eine Änderung ihrer Militärdoktrin vor, durch die (atomare) Erstschläge legitimiert und dadurch fühlbarer gemacht werden sollen. Das Beispiel macht natürlich Schule: Zunehmend werden Atomwaffen und ihr Ersteinsatz auch in anderen Regionen als strategisches Drohmittel verwendet - etwa im aktuellen Konflikt zwischen Indien und Pakistan.

Die österreichische Gewerkschaftsbewegung ist daher stärker denn je aufgerufen, für Frieden und Abrüstung weltweit einzutreten. Konkret heißt das: Zur Abschaffung aller Atomwaffen gibt es keine vernünftige Alternative. Ein atomwaffenfreies Europa stellt einen wichtigen Zwischenschritt zu diesem Ziel dar. Um dieses zu erreichen, könnte eine Republik Österreich, deren Neutralität gelebt wird und nicht nur auf dem Papier steht, einen wichtigen Beitrag leisten!

|2002-08-12 18:26:52.396905+02 783|2002|Grußbotschaft||Nikolaus |Kunrath|Vorstandsmitgleid Interkulturelles Zentrum, Friedensreferent des Grünen Klubs im Parlament |||Liebe FriedensfreundInnen!

Es tut mir leid, heuer bin ich am "Hiroshimatag" nicht in Wien und ich möchte euch mit dieser
Grußbotschaft ein paar Gedanken weitergeben.

Hiroshima war vor 57 Jahren eines der schrecklichsten Ereignisse von Menschen geschaffener Gewalt - das noch dazu wenige Tage später in Nagasaki trotz dem Erkennen der Zerstörungswucht wiederholt wurde!

Die aktuelle Bedrohung der Welt durch die beiden Atomwaffenstaaten Pakistan und Indien, die ernsthaften Überlegungen der USA, im Afghanistankrieg "begrenzt" Atomwaffen einzusetzen, immer wieder entsetzen uns die Nachrichten und wir müssen feststellen, all zu rasch gehen wir wieder zur Tagesordnung über und sagen: "eh weit weg!"

Nur wenn wir gemeinsam weiterhin unsere Anstrengungen unternehmen, gegen diese Form des Vergessen und Verdrängens zu arbeiten können, wir hoffen zumindest, diese Form von Gewalt nie mehr zu erleben.

Mit meinen besten Wünschen an alle TeilnehmerInnen
Nikolaus Kunrath
|2002-08-04 23:03:59.615368+02 785|2002|Grußbotschaft||Prim. Dra. Elisabeth |Pittermann-Höcker|Stadträtin, Wien |||Der 6. August und der 9. August sind mit dem Abwurf der Atombomben über Hiroshima und Nagasaki zu unauslöschlichen Gedenktagen geworden. Allein die Tatsache, dass in Bruchteilen von Sekunden das Leben hunderttausender Menschen ausgelöscht wurde, dass eine ebenso große Menge in den darauffolgenden Monaten an den Verbrennungen und Strahlenschäden starb und noch immer Menschen an Spätfolgen sterben, lässt einen die Unvorstellbarkeit dieser atomaren Apokalypse erahnen. Das Bild eingebrannter Schatten als einzige Überreste von dem, was einmal war, visualisiert diese Unvorstellbarkeit auf grauenhafte Weise.

Die nukleare Bedrohung empfinde ich nicht als Krieg oder Kampf mehr, sondern als schreckliche Möglichkeit eines ”Ausrottens durch Technik”, wie Karl Jaspers diese Zäsur der Kriegsführung bezeichnete.

Für uns kann es nur eine Konsequenz ergeben: Waffen können nicht Krieg verhindern, nur Verhandlungen, wirtschaftliche Zusammenarbeit und Solidarität können der Gewalt und dem Krieg Einhalt gebieten. Für eine atomwaffenfreie Welt zu kämpfen, muss uns wichtig sein!

|2002-08-04 23:06:33.912831+02 1006|2002|nie wieder krieg!||Stefanie |Vasold|Sozialistische Jugend |||nie wieder krieg!
stoppen wir den aktuellen kriegswahn der usa!
|2002-08-12 18:55:07.026098+02 753|2002|Grußbotschaft||Renate |Welsh-Rabady||||Es vergeht kaum ein Tag, an dem man die Zeitung aufmachen kann, ohne eine neue Nachricht zu finden, die wieder einmal ins Bewusstsein hämmert, wie dünn die Eisschicht ist, auf der wir uns bewegen. Zuletzt war es die Nachricht über die Behälter mit hochradioaktivem Kobalt 60, die in China beinahe im Recyclingofen gelandet wären. Sicher, es war eine Verkettung unglücklicher Umstände und Zufälle, die fast zu einer Strahlenverseuchung wie nach der Explosion einer Atombombe geführt hat. Aber eben diese Verkettungen kann niemand ausschließen.

Wenn man dem Leiden der Menschen in Hiroshima und Nagasaki im Nachhinein irgendeinen Sinn geben will, so kann es doch nur der sein, uns wachsam gemacht zu haben. Wachsam nicht nur gegenüber gefährlich strahlendem Material, das in Bleibehältern aufbewahrt werden kann, sondern auch gegenüber den Zeitbomben, die in Ideologien ticken.

|2002-08-04 01:52:43.442735+02 754|2002|Grußbotschaft||Claudia von |Werlhof||||Der Nihilismus der sogenannten "Mächtigen" und ihre Politik der Inkaufnahme einer atomaren Annihilation der Welt finden ihre Grenzen an:

- ihrer Geistesschwäche
- ihrer Unglaubwürdigkeit
- ihrer Illegitimität
- ihrer Feigheit
- ihrer Dummheit
- ihrer Verlogenheit
- ihrer Absurdität
- ihrer absoluten Lächerlichkeit und:
- dem klaren, nicht zu beseitigenden Bewusstsein der Menschen in der ganzen Welt über genau dies!

|2002-08-04 01:54:15.413967+02 755|2002|Grußbotschaft||Rudolf |Widmar|Fraktionsvorsitzender der FSG in der Gewerkschaft KMSfB|||Der 2. Weltkrieg war, wie wir wissen, auch ein Wirtschaftskrieg. In Zeiten eines Radikalkapitalismus, in der nur rücksichtsloses Abzocken zählt, Pensionskassen und Kleinanleger auf der Strecke bleiben, ist um den Weltfrieden zu fürchten. Aus der Not heraus radikalisieren sich immer mehr Menschen, dadurch auch mehr Parteien und Regierungen, auf dem gesamten Erdball.

Verdienst durch Arbeit und Investition von Kapital, der sich im Rahmen hält, ist nicht Unanständiges.

Lassen wir allen Menschen genug, um in Würde und Sicherheit zu leben, dann haben wir einen großen Schritt in Richtung Weltfrieden getan. Hiroshima und Nagasaki müssen auch für den verbohrtesten Menschen Warnung genug sein.
|2002-08-04 01:56:03.513017+02 756|2002|Grußbotschaft||Pfarrer Dr. Walter |Wimmer|Pfarrer von Linz-St. Konrad|||Sehr geehrte Damen und Herren!

Es ist für mich eine Frage des menschlichen Lebens und Überlebens, dass wir alles daran setzen, dass unsere Welt endgültig von Atomwaffen befreit wird, denn dieses Damoklesschwert über unseren Häuptern und Völkern ängstigt und lähmt jegliches 'menschliches' Leben. Will ein denkender Mensch (und Politiker) das?!

Zurecht heißt es im Gebet der Vereinten Nationen: 'Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen' - Sind nicht auch die atomwaffenproduzierenden und - hütenden Länder Mitglieder der Vereinten Nationen?!

|2002-08-04 01:57:57.358293+02 757|2002|Botschaft zur Hiroshima-Veranstaltung am 6. August 2002||Franz |Winter|Leiter des Kath. Bildungswerks Pfarre St. Johann Nepomuk, Wien|||Angesichts der Drohung der USA und anderer Großmächte in ihren Konflikten Atomwaffen einzusetzen, muss wieder einmal an die furchtbare Wirkung der vergleichsweise “kleinen” Atombomben von Hiroshima und Nagasaki erinnert und die Abschaffung und Vernichtung aller Atomwaffen gefordert werden.

Es muss darüber hinaus allen Menschen – nicht nur den Politikern – ein Anliegen sein, Konflikte weltweit nicht mit Waffengewalt, sondern durch geduldige und beharrliche Verhandlungen zu lösen.

Christen haben hier den besonderen Auftrag, für den Frieden nicht nur zu beten, sondern sich aktiv für Frieden und Gewaltfreiheit einzusetzen – vor allem durch das eigene Beispiel.

|2002-08-04 02:00:24.952236+02 1013|1999|Der Krieg im Inneren gebiert den Krieg nach außen||Peter Ulrich |Lehner|Redakteur der mitbestimmung zeitschrift für demokratisierung der arbeitswelt |||Der Krieg ist kein Naturereignis, er wird von Menschen gemacht. Menschen schießen auf Menschen, und wenige Menschen haben etwas davon, daß viele andere Menschen auf viele andere Menschen schießen. Das ist die gesellschaftliche Grundlage des Krieges.

Damit das nicht so offenkundig wird, muß der Krieg durch Propaganda (heute heißt das Informationspolitik und wird durch Mediensprecher PR-mäßig betrieben) so dargestellt werden, daß er als einzig mögliche Maßnahme, als unausweichlich und in diesem Sinn als naturnotwendig erscheint.

Daher ist das erste Opfer des Krieges immer die Wahrheit. Es gibt überall nur Vertei-digungsministerien und Verteidigungsbündnisse – und trotzdem kommt es stets zu Angriffskriegen. Der Ausbruch des Ersten sowie des Zweiten Weltkriegs zeigt, daß es jenen gesellschaftlichen Kräften, die am Krieg interessiert waren, gelang, die Lage ihres Landes nach innen jeweils so darzustellen, als ob es das angegriffene wäre. So konnte in der jeweils eigenen Bevölkerung eine scheinpatriotische Stimmung angeheizt werden, aus der heraus große Teile sehr leicht zum Taumel in die Kriegsbegeisterung zu manipulieren waren. Auch die Informationspolitik vor und während des jüngsten Balkankriegs war so, auf beiden Seiten!

Menschen, die diese Mechanismen aufzeigten und vor den Kriegstreibern warnten, blieben auf der Strecke. Bertha Suttners Appelle verhallten ungehört, Jean Jaurès Ermordung war der Auftakt zum Ersten Weltkrieg, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht mußten nach dem Völkergemetzel ihr Leben lassen. Kriegsdienstverweigerer und Deserteure beider Weltkriege wurden und werden totgeschwiegen, soferne sie wegen ihrer Weigerung zum Mitmachen nicht schon vorher erschossen oder wie Franz Jägerstätter gehenkt wurden. Diese wenigen Namen seien stellvertretend für die vielen anderen genannt, die unbekannt oder überhört und übersehen ihr Menschentum bewahrten.

Der Erste und der Zweite Weltkrieg waren Versuche von zu spät gekommenen Großmächten, die Aufteilung der Welt mit Waffengewalt zu korrigieren. Sie wollten mit den gleichen Methoden wie die etablierten imperialistischen Mächte und zu deren Lasten "Lebensräume", Rohstoffquellen und politische Einflußsphären erobern. Sie scheiterten beide Male.

Doch daß es überhaupt zu diesen Weltkriegen kommen konnte, hing mit den wirtschaftlichen Interessen von Bergwerksbesitzern, Industriebaronen, Fabrikanten, Börsenspekulanten und Bankiers, kurz: Kapitaleigentümern, auf beiden Seiten der Schützengräben zusammen. Deren Interessen bestimmten die Grundzüge der Politik. Es ging um die Vergrößerung ihrer Gewinne.

Diese wirklichen Beweggründe wurden freilich hinter nationalistischen, patriotischen und anderen ideologischen Schleiern verborgen, mit denen die, die im Krieg nichts zu verlieren hatten als ihr Leben, innerlich auf die erforderliche Kriegsbegeisterung zugerichtet und zur weiteren Mitwirkung an ihrer eigenen Benachteiligung veranlaßt werden konnten.

Wo Kapitaleigentümer noch nicht gelernt hatten, ihre Interessen auch unter parlamentarisch-demokratischen Bedingungen durchzusetzen, mußten sie vorher die parlamentarische Demokratie beseitigen lassen. Wo sie die Bevölkerungen nicht manipulieren konnten, mußten sie sie gewaltsam um ihre politischen Rechte bringen. Der verkehrte Zusammenhang zwischen Demokratie und Krieg könnte nicht besser offenkundig werden.

Das gilt auch für die Kriege nach dem Zweiten Weltkrieg, und es gilt vor allem für die Kriege, die sich seit dem Einsturz sogenannter kommunistischer Regime ereignet haben. Von diesen Regimen waren nationalistische Strömungen nur unterdrückt, nicht aber ihre Ursachen beseitigt worden. Wo sie an der Macht geblieben waren, gleichgültig ob unter neuen politischen Vorzeichen, wie in Kroatien, oder unter der alten Bezeichnung, wie in Serbien, setzten sie voll auf die nationalistische Karte.

Der europäische Konservativismus hatte sich nach dem Einsturz der Ostblockregimes dort der verschiedenen Nationalismen bedient, um eine ihm genehme Kontinentalordnung wiederzuerrichten. Diese war schon zu Beginn dieses Jahrhunderts Ausgangslage zweier Ballkankriege und eines verheerenden Weltkriegs, dem einundzwanzig Jahre später ein zweiter folgte. Seither fanden in Europa, mit dem Zerfall des früheren Jugoslawiens, schon wieder vier Balkankriege statt, von Kriegen in den anderen Weltregionen abgesehen.

Aufgrund der wirtschaftlichen Schwäche der Staaten am Balkan hätten schon wenige Prozent der Kriegskosten genügt, um als Investition in diese Volkswirtschaften eine Vervielfachungswirkung zu erzielen und ein Lebensniveau entstehen zu lassen, in dem Verzweiflung und Flucht in Nationalismus und Irrationalismus keinen Nährboden finden.

Nach dem Zusammenbruch des sogenannten Kommunismus drang das Kapital in dessen früheres Herrschaftsgebiet mit Pyramidenspielen ein und gaukelte den gutgläubigen Bevölkerungen grandiose Reichtumsmöglichkeiten vor. Voraussetzung war, daß es immer noch Ahnungslosere gab, auf deren Kosten man sich bereichern konnte. Da bald die demographischen Grenzen erreicht waren, mußten nun mit brutaleren Raubrittermethoden Voraussetzungen fürs weitere Verdienen geschaffen werden.

Kam das Schicksal der Kosovo-Albaner/innen den am Krieg Interessierten nicht sehr gelegen? Die Aktien der Rüstungsunternehmen stiegen, veraltetes Kriegsgerät konnte durch Erprobung an "menschlichem Material" situationsangemessen entsorgt, neues Kriegsmaterial erprobt werden, und die Zerstörungen begründeten einen Wiederaufbaubedarf, bei dem anlagesuchende Investoren durch Kreditzinsen nun ein weiteres Mal an der Katastrophe verdienen werden können.

Der Neoliberalismus tritt als großspuriges Freiheitsversprechen für alle auf, ist aber in Wirklichkeit nur ein religiöser Fundamentalismus für die Freiheit von Kapitaleigentümern. Mit der Forderung "Mehr privat – weniger Staat" betreiben seine politischen Handlanger (darunter auch solche aus der Arbeiter/innenbewegung, die einmal die bedeutendste Kriegsgegnerin war) geschickt eine Zurückdrängung des Einflusses der demokratisch legitimierten Öffentlichkeit auf die Wirtschaft. Öffentliche Sparbudgets laufen auf eine Kriegserklärung an sozial Schwächere hinaus, die als sogenannte Sozialschmarotzer bekämpft werden.

Der Neoliberalismus bedeutet eine Zerstörung der Lebensgrundlagen der Menschheit. Der Verwertungszwang, der dem von ihm hofierten Kapital innewohnt, geistert als falsch verstandener shareholder value durch die Hirne und vernebelt die Sicht auf Offenkundiges: Überbordender Reichtum türmt sich in immer weniger Händen auf, läßt Spannungen zwischen den Geschlechtern und Generationen entstehen, während Armut, Hunger und Tod weltweit zunehmen und soziale Bedrohungen nationalistische, rassistische sowie fundamentalistische Engstirnigkeiten hervorrufen. Mit deren Hilfe können Kriege leichter vom Zaun gebrochen werden. Sie sind die Folge des Krieges im Inneren der Gesellschaft.

Die Atombombe, die zum ersten Mal am 6. August 1945 über Hiroshima abgeworfen wurde, hatte die gesamte menschliche und außermenschliche Natur nachhaltig verletzt. Die ungezählten Toten, die Überlebenden, die heute noch an Strahlenschäden leiden, die verstrahlte Erde ließen die materiellen Schäden verblassen. Die Atombombe galt bis in die siebziger Jahre hinein als die schrecklichste aller Waffen.

Dann wurde die Neutronenbombe erfunden. Sie vernichtet im Feindesland nurmehr die Menschen, läßt aber die außermenschliche Natur unbeschädigt. Egon Bahr nannte sie eine "Perversion des Denkens". Doch die Neutronenbombe ist keine Perversion des Denkens, sondern die zu Ende gedachte Perversion, durch die der Krieg auf seinen Begriff gebracht wurde: eine verselbständigte Maschinerie, geboren aus dem Drang von bevorrechteten Minderheiten, ihren Sachbesitz zu mehren und dabei auch über Leichen zu gehen.

Wenn wir den Frieden wollen, dürfen wir den Krieg nicht nur moralisch verdammen, wir müssen auch dessen gesellschaftlichen Ursachen aufzeigen, benennen und beheben.

Wir müssen für eine Welt eintreten, in der es kein Oben und Unten gibt, in der die Güter so verteilt werden, daß niemand Mangel leidet, in der Vollbeschäftigung nicht bloß eine Folge des Wiederaufbaus nach vorangegangenen Zerstörungen durch Kriege ist.

Wir müssen eine Welt erstreben, in der alle Menschen Erfülllung finden, indem sie durch ihre schöpferische, selbstzuorganisierende Arbeit gemeinschaftlich in eine lustvolle Auseinandersetzung mit ihrer Natur treten, sodaß niemand Verlangen danach verspürt, sich über andere erheben zu wollen, um durch deren Unterdrückung sein eigenes Selbstwertgefühl in betrügerischer Weise zu stabilisieren.


Wien, am 6. August 1999
|2002-08-13 17:02:02.025036+02 760|2002|Globalisierung sozialer Gerechtigkeit||Mag. Herbert |Tumpel|Präsident der Bundesarbeitskammer |||Das Gedenken der Opfer der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki ist auch heute noch von mahnender Aktualität. Die spektakulären Abrüstungsschritte seit dem Ende des Kalten Krieges dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir immer noch weit von einer atomwaffenfreien Welt entfernt sind. Die atomare Bedrohung bleibt aktuell, in bestimmen Weltregionen hat sie sogar zugenommen. Es muss daher weiterhin das wichtigste Ziel internationaler Sicherheitspolitik darin bestehen, das nukleare Abrüstungspotential weltweit vollständig abzurüsten und dieses Instrument der Vernichtung für alle Zeit zu ächten.

Die notwendige Globalisierung der Abrüstung muss aber einhergehen mit einer – wie ich es nenne – ”Globalisierung sozialer Gerechtigkeit”. Wenn es uns nicht gelingt, die wachsende Kluft zwischen den armen und reichen Ländern zu verringern, werden wir weiterhin mit der Gefahr kriegerischer Konflikte konfrontiert sein. Das ist für mich auch eine der Lehren des 11. September. Wir müssen den Globalisierungsprozess in eine andere Richtung lenken: Nicht Profitmaximierung darf das Leitprinzip sein, sondern soziale Gerechtigkeit. Das erfordert eine Reform der Weltwirtschaft, die auch den Entwicklungsländern mehr Chancen zur wirtschaftlichen Entwicklung eröffnet. Und es erfordert Reformen innerhalb der Staaten mit dem Ziel einer gerechteren Verteilung des Wohlstands.

In diesem Sinne grüße ich die Organisatorinnen und Organisatoren sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer der heutigen Hiroshima-Veranstaltung und danke Ihnen für Ihr Engagement.
|2002-08-04 02:07:19.193699+02 761|2002|Grußbotschaft zur Hiroshima-Gedenkveranstaltung am 6. August 2002||Hubert |Wipplinger|AK-Präsident (Oberösterreich)|||Verehrte Anwesende!

Mit Ihrer Teilnahme an dieser Gedenkveranstaltung beweisen Sie, dass die Forderung nach einer atomwaffenfreien Welt kein leeres Schlagwort, sondern ein ernstes Anliegen vieler Menschen in unserem Lande ist.

Denn eines muss uns allen klar sein: Mit dem Fall des Eisernen Vorhanges, den Ende des Warschauer Paktes ist die nukleare Gefahr nicht geringer geworden. Im Gegenteil, aus dem sogenannten Gleichgewicht des Schreckens ist ein völlig unkontrollierbares Ungleichgewicht geworden.

Allein die USA sind jederzeit in der Lage, auf einen Knopfdruck des Präsidenten 2300 Atomsprengköpfe in Bewegung zu setzen - das entspricht der Zerstörungskraft von 44.000 Hiroshima-Bomben. Die US-Strategie hält fest an dem Ersteinsatz von Atomwaffen und bereitet einer neuen Waffengeneration den Weg, u. a. den sogenannten Mini-Nukes. Sie erklärt ferner die Absicht, Atomwaffen nunmehr gegen nicht nuklear bewaffnete Länder einzusetzen.

Auch der 11. September 2001 hat die Welt nicht sicherer gemacht. Der sogenannte Kampf der USA gegen den Terrorismus schließt laut Pentagon den Einsatz von Atomwaffen explizit ein. Wir sind einem atomaren Kriegsszenario näher, als noch vor wenigen Jahren.

Ebenfalls Tausende Nuklearsprengkörper lagern noch in den Bunkern der Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion und der Kreis der sogenannten "klassischen Atomwaffenländer" hat sich um Dritte-Welt-Staaten mit zum Teil sehr unberechenbaren Regimes erweitert. Ich erwähne nur die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Indien und Pakistan. Beides atomar bewaffnete Länder. Die atomare Bedrohung in dieser Region ist akut wie nie.

Es bleibt die Aufgabe die Atomwaffen zu bannen, bevor sie erneut Mensch, Natur und Entwicklung zerstören können. Schon 1966 verkündete der Internationale Gerichtshof die generelle Illegalität der Atomwaffen. Die Aufklärung und das Handeln eines jeden Einzelnen, von Initiativen und Organisationen sind notwendig. Auch die Politik muss sich der Verantwortung stellen!

Darum ist es wichtig, dass es in aller Welt Menschen gibt, die immer wieder vor den schrecklichen Folgen mahnen, die aus der nuklearen Rüstung entstehen können. Wir alle können nur dann in Sicherheit leben, wenn ein weltweites Atomwaffenverbot verhängt und auch durchgesetzt wird.

Ich danke Ihnen für Ihren Einsatz für dieses große Ziel.
|2002-08-04 02:08:40.516427+02 762|2002|Grußbotschaft||Dr. Peter |Wittmann|Abgeordneter zum Nationalrat (SPÖ)|||Sehr geehrte Freundinnen und Freunde!

Die Menschheit muss Acht geben in Bezug auf ihre Fähigkeiten und das Machbare, nicht auf die schiefe Bahn zu kommen. Günther Anders nannte diese schiefe Bahn das prometheische Gefälle. Wir laufen Gefahr, dass das, was wir erzeugen und schöpfen, unsere eigenen humanen Fähigkeiten übersteigt. Die Atomwaffen haben uns dieses Gefälle all zu bitter vor Augen geführt. Viele Staatsmänner glauben, atomare Waffen verleihen ihnen Macht. Das mag schon sein, nur ist es eine geborgte Macht, die den vermeintlichen Herren – den Menschen – zum Sklaven macht: ohnmächtig, willenlos und unfrei. Die Folgen dieser geborgten Macht überwältigen und entmachten uns allein schon deswegen, weil wir sie nie und nimmer verantworten können.

Zeichen von wahrer Macht und Freiheit jedoch sind die Fähigkeiten ”Nein sagen” sowie Selbst- und Mitverantwortung übernehmen zu können. Daher lasst uns frei und mächtig sein: Lasst uns Verantwortung übernehmen und ”Nein sagen”!
|2002-08-04 02:10:01.195845+02 763|2002|Grußbotschaft||Pfarrer Hans |Wührer|Pfarre Reichenau|||Es ist zugleich Wahnsinn und ein Kapital-Verbrechen gegen die Menschlichkeit,
- in einer unentschuldbaren Vergeudung von Ressourcen (die zum Hungerstillen so nötig wären)
- Massenvernichtungswaffen zu horten, teilweise zu verschrotten, aber wieder neue zu entwickeln und damit Menschen, ja die Menschheit zu bedrohen und den zerbrechlichen Frieden zu gefährden
- in einer Zeit, wo (weithin) der Feind nicht mehr existiert, gegen den das ursprünglich inszeniert wurde.

Meine Überzeugung: wir müssen heute alles tun, um uns zu schützen vor unseren "Beschützern"!

Als Bürger und als Christ schließe ich mich anlässlich des Hiroshima-Gedenktages der Forderung an:
"Ächtung und Abschaffung der Atomwaffen samt dem Verbot, neue herzustellen!”
|2002-08-04 02:11:34.827928+02 771|2002|Grußbotschaft||Otmar |Brix|Bezirksvorsteher, Wien-Simmering|||Wer einmal die Gelegenheit hatte, Hiroshima zu besuchen und sich für ein paar Minuten Gedanken darüber machte, welche Schrecken er in kürzester Zeit gesehen hat und ihm dabei bewusst wird, wie furchtbar lang dieser gnadenlose Mord an Mensch und Umwelt war, der kann heute nicht verstehen, dass es Menschen gibt, die noch immer mit dem Gedanken spielen, diese furchtbare Waffe, wobei Waffen, egal welcher Art, fürchterlich und unheilvoll sind, einzusetzen.

Hiroshima und Nagasaki wären Grund genug, für immer und ewig - "nie mehr" - atomare Waffen zu gebrauchen.

|2002-08-04 22:43:51.317158+02 784|2002|Grußbotschaft||Fredy |Mayer|Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes|||Das Rote Kreuz war von Beginn an eine Geburt des Krieges. Ohne die grausame und unmenschliche Gewalt der Schlacht von Solferino, an der auch die österreichische K&K Monarchie ursächlich beteiligt war, wäre das Rote Kreuz nicht entstanden - als weltumspannende Organisation zum Schutz des Lebens und der Würde der Opfer von Krieg und kriegerischer Gewalt. Der Schutz der Menschen beginnt bereits in der Verhütung von Konflikten. In der Verhandlung zwischen Kombattanten, im Bann bestimmter Waffen, wie zum Beispiel Anti-Personen-Minen und Laser-Blend-Waffen. Waffen, die unterschiedslos töten, egal ob Wildtier, Nutztier, Soldat oder spielendes Kind.

Ob der Mensch jemals dazu in der Lage sein wird, alle Konflikte am grünen Tisch zu lösen, wissen wir nicht. Daher ist es unser Anliegen, die kriegerischen Konflikte nach Regeln ablaufen zu lassen. Einfache Regeln, die den Nicht-Kombattanten – den Verletzten, den Frauen und Kindern, den Kriegsgefangenen und Schiffbrüchigen, also all jenen, die an den Kämpfen nicht, oder nicht mehr teilnehmen - Schutz bieten.

Rotkreuz-Delegierte zählten zu den ersten Helfern, die der Bevölkerung von Hiroshima und Nagasaki nach den Bombenabwürfen zu Hilfe eilten. Drei Jahre später hat das Rote Kreuz die Staaten aufgefordert, ”gemeinsam alles zu unternehmen, um den Einsatz der Atomenergie zum Zweck der Kriegführung” zu unterbinden. Aber mehr als fünfzig Jahre später spielen Atomwaffen in zahlreichen Militärstrategien eine wieder wichtigere Rolle. Hier wird man, so wie bei den Anti-Personen Minen die Civil-Society benötigen, die in allen Ländern die kriegerische Nutzung der Atomenergie – und sei es nur zur Abschreckung – langfristig verhindert.

|2002-08-04 23:05:04.255825+02 916|2002|Grußbotschaft||Maga. Renate |Brauner|amtsführende Stadträtin, Wien|||57 Jahre ist es her, dass die Welt einen der schrecklichsten Tage in ihrer Geschichte erleben musste. Denn exakt am 6. August 1945 wurden Atombomben auf die Städte Hiroshima und Nagasaki abgeworfen - einer Tat, der wir auch heute noch - mehr als ein halbes Jahrhundert später - mit Entsetzen gedenken.
Dass wir dieses Entsetzen bis heute in uns allen fühlen, zeigt die Tatsache, dass Sie sich heute hier versammelt haben, um eine deutliche Botschaft in die ganze Welt zu entsenden: Wir in Wien und Österreich sind solidarisch mit der Friedensbewegung und für uns alle muss es unser größtes Ziel und unser größter Auftrag sein, die richtige Lehre aus den tragischen Ereignissen des Jahres 1945 zu ziehen: Nämlich alles in unserer Macht stehende zu tun, um sicherzustellen, dass ein Atombombenabwurf wie vor 57 Jahren in Hiroshima und Nagasaki nie mehr passieren wird.

Das Gedenken an Hiroshima muss deshalb für uns auch weiterhin trauriger Auslöser sein, weiter an der weltumfassenden zivilen Gesellschaft zu arbeiten. Eine gerechte Welt, an der wir alle tagtäglich arbeiten, ist frei von Atomwaffen und frei von Gewalt. Denn egal in welchem Bereich - Gewalt kann und darf nie die Lösung sein, denn Gewalt erzeugt neue Gewalt.

Diese Botschaft global zu denken und lokal zu starten, wird unser Tun auch in den nächsten Wochen und Jahren prägen. Also in kurzen Worten: "Nein zum atomaren Wettrüsten", "Nein zu Atomversuchen" und "Nein zu Gewalt".

Gerade die Friedensbewegung mit ihrer unersetzlichen Arbeit auf nationaler und internationaler Ebene ist für diese Ziele unendlich wichtig. Das große Engagement, die Beharrlichkeit und die Hartnäckigkeit, mit der die Friedensbewegung eine atomwaffenfreie Welt anstrebt, sollte für uns alle beispielgebend sein.

Verfolgen wir auch in Zukunft unser gemeinsames Ziel, eine atomwaffenfreie Welt zu schaffen. Denn bestehende Konflikte kann man auf Dauer nur mit friedlichen Mitteln lösen. Auch wir PolitikerInnen haben hier die gesellschaftliche Verantwortung, mit gutem Beispiel und die entsprechenden Taten zu setzen. Aus all diesen Gründen dürfen wir folgenden Grundsatz weder heute noch an irgendeinem anderen Tag jemals vergessen: Nie wieder Krieg!

|2002-08-06 09:31:44.346213+02 786|2002|Grußbotschaft||Lothar |Pöll|Superintendent der Evangelisch-methodistischen Kirche in Österreich |||Gerne komme ich Ihrem Wunsch nach, eine Grußbotschaft zum Hiroshima-Gedenktag an Sie zu senden und damit das gemeinsame Anliegen einer Welt ohne Atomwaffen und ohne Krieg zu unterstützen:

Am 6. August 1945 wurde mit dem Abwurf der ersten Atombombe über Hiroshima das Gesicht dieser Erde verändert. Die Auslöschung von 140.000 Menschen in Hiroshima und 70.000 in Nagasaki bedeutet einen Quantensprung in der Kriegstechnologie. Die Toten und die Überlebenden klagen an! Da lässt sich nichts erklären oder rechtfertigen. Der deutsche Atomphysiker Carl Friedrich von Weizsäcker war sich bewusst: "Wenn Atombomben hergestellt sind, wird es jemanden geben, der sie einsetzt." Es ist wichtig, dass in unser aller Bewusstsein die Erinnerung an den 6. August wachgehalten wird. So einen Schreckenstag darf es nicht wieder geben. Atomwaffen müssen in aller Welt geächtet werden. Die Evangelisch-methodistische Kirche setzt sich deshalb für die rasche atomare Abrüstung ein. Es müssen Strategien entwickelt werden, um vermehrt auf friedlichem Weg Konflikte zwischen Staaten zu lösen. Die Gefahr, dass konventionelle Kriege sehr leicht zu atomaren werden können, ist nicht zu unterschätzen.

Ich wünsche der Wiener Friedensbewegung und der Hiroshima-Gruppe Wien in ihrem Bemühen, die Erinnerung wach zu halten, Gottes Segen. In Ihrem Anliegen für eine Welt ohne Atomwaffen und in ihrem Einsatz für den Frieden haben Sie meine vollste Unterstützung.

Für Ihre Veranstaltung wünsche ich Ihnen ein gutes Gelingen.

|2002-08-04 23:07:25.05227+02 788|2002|Meine Friedensbotschaft ||Sonja |Ramskogler|Abgeordnete zum Wiener Landtag (SPÖ)|||Meine Friedensbotschaft lautet:

Menschen dieser Erde sind ursprünglich gleich!

Aber von Anfang an werden wir in ein wirtschaftliches, legislatives, gesellschaftliches, politisches und nicht zuletzt familiäres Korsett geboren. Diese Umstände tragen zu unserer Entwicklung in breitem Ausmaß bei. Persönlichkeiten werden geformt und formen sich in einer Welt, die ständig in Bewegung ist. Zur Zeit gibt es Generationen, die noch keinen Krieg unmittelbar erlebt haben, und andere, die ständig in Kriegszustand leben sowie unter der Bedrohung.

Die Konfliktzustände sind vergleichbar, der eine Mensch hat mehr, der andere weniger, und die Schere zwischen Arm und Reich wird ständig breiter, sodass wenige Reiche und viele Arme übrigbleiben und somit der Konflikt ein vorhersehbarer ist. Menschen, die sich das Leid nicht mehr gefallen lassen, die diese Ungerechtigkeiten nicht mehr hinnehmen wollen, eine Gesellschaft, die nur noch den Tod als Mittel des Aufschreies wählen gegen diese soziale Ungerechtigkeit, keine Streitmacht kann dem etwas entgegenhalten, nur mit Vernichtung und Tod, doch das wird auch in Zukunft keine Lösung sein. Ein ständiges Neubeginnen, nach einer absoluten Vernichtung kann keine Konfliktlösung darstellen, denn der Konflikt wird dadurch nicht gelöst, sondern nur "unter den Teppich" gekehrt.

Die Lösung der Konflikte steht an, zum Ursprünglichen zurückzufinden, und die Rahmenbedingungen so zu konstruieren, das wirtschaftlich, legislativ, gesellschaftlich, politisch und familiär der Mensch gleich dem Menschen ist. Gleiche Chancen für alle Menschen!


|2002-08-04 23:09:23.554387+02 789|2002|Grußbotschaft||Matthias |Reichl|Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit, Bad Ischl|||Gandhis politisches Erbe in Indien hält seit kurzem ein Atomwaffentechniker als Präsident im Griff, gemeinsam mit dem Hindu-Nationalisten Vajpayee. Der Waffenstillstand mit Pakistan erinnert mehr an das Gleichgewicht des Schreckens, in dessen Schatten regionale Kriege und eine beiderseitige Aufrüstung wuchern, die tagtäglich - direkt und indirekt - töten.

Während in Indien ein Atomtechnokrat zu seiner "Karriere" steht, setzen in ähnlichen politischen Positionen Lobbyisten der militärischen und zivilen Atomtechnologie - und mit ihnen neoliberale Globalisierer - ihre Ziele mit wachsendem Erfolg durch. Beim Ausbau ihres weltumspannenden "Sicherheits"-Apparates leisten zurzeit die geschürten Ängste vor potentiellen terroristischen Anschlägen mit "schmutzigen" Minibomben gute Dienste. Unterstützt von diensteifrigen Medien, aber auch von Gesetzgebern (nicht nur in den USA!), die auch gewaltfreie Proteste zumindest in die Nähe des Terrorismus rücken und damit eine politische Atomspaltung versuchen. Mit ihrem omnipotenten Auftreten probieren sie, Kritiker mundtot zu machen.

Der Hiroshima-Gedenktag ist einer von vielen, die uns Gelegenheit geben, unseren gewaltfreien Protest öffentlichkeitswirksam zu machen.
|2002-08-04 23:10:29.954506+02 790|2002|Grußbotschaft||Univ.-Prof. Dr. Martin |Salzer||||Liebe Freundinnen und Freunde!

Als alter Arzt und Mitglied der IPPNW der ersten Stunde verfolge ich das Problem der Atomwaffen seit Jahrzehnten. Wie Ihr vielleicht nicht wisst, haben wir Ärzte gegen einen nuklearen Krieg - das ist die Übersetzung von IPPNW - Anfang der 80er Jahre den Friedensnobelpreis erhalten. Als ein ungefähr 30.000ster Teil eines Nobelpreisträgers möchte ich Euch heute folgendes sagen:

Der Ost-West-Konflikt ist seit über 10 Jahren zu Ende und mit ihm die Gefahr des atomaren Overkills. Die Abrüstungsbereitschaft der großen Atommächte ist neu bestätigt worden. Das sind die guten Meldungen, wenn die fünf Atommächte die Abrüstung auch durchführen.

Aber die große Gefahr heute und in Zukunft kommt von autoritär geführten, sogenannten armen Ländern. In Nordkorea, im Irak, in Pakistan, Indien und anderen werden immense Ressourcen in die Atombombenerzeugung investiert, während ein Großteil der Bevölkerung unter der Armutsgrenze dahin vegetiert. Die Menschen in diesen Staaten brauchen Unterstützung in der Landwirtschaft, in der Gesundheitsvorsorge und in der Bildung. Sie brauchen keinen sogenannten Schutz durch Atombomben.

Zeigen wir den Menschen dieser Länder unsere Solidarität und bitten wir die Regierungen, die Atomforschung einzufrieren.

Freundschaft!
|2002-08-04 23:11:11.21244+02 792|2002|Grußbotschaft||DI Rudolf |Schicker|Amtsführender Stadtrat für Stadtentwicklung & Verkehr|||Die entsetzlichen Ereignisse von Hiroshima und Nagasaki sollten eine Mahnung gegen Krieg und den Einsatz von Atomwaffen sein. Leider gibt es weltweit aber nach wie vor zahlreiche Krisengebiete, in denen Terror und militärische Auseinandersetzungen – aus ethnischen, religiösen, wirtschaftlichen Gründen – auf der Tagesordnung stehen und unsägliches Leid verursachen. Auch die Gefahr atomarer Auseinandersetzungen ist trotz Abrüstung und Ende des Kalten Krieges keineswegs gebannt, sondern – wie der Kaschmir-Konflikt zeigt - nach wie vor virulent.

Albert Einstein hat einmal gesagt “Das Denken der Zukunft muss Kriege unmöglich machen." – Leider ist dieser Wunsch bis heute unerfüllt geblieben, nichts desto weniger müssen wir daher – auf lokaler und internationaler Ebene - mit all unseren Kräften für Frieden und eine gewaltfreie Gesellschaft arbeiten.

Gedenken wir der Opfer der ersten Atomwaffeneinsätze und nehmen wir auch den heurigen Gedenktag als Anlass, uns immer wieder die Sinnlosigkeit von Kriegen vor Augen zu führen.
|2002-08-04 23:13:40.038141+02 793|2002|Grußbotschaft||Peter |Schmidt|freier Journalist und Friedensaktivist|||Angriff auf den Irak schon im Oktober... US-Strategen planen Luftlandeoperation direkt auf Bagdad.. Vizeverteidigungsminister Wolfowitz 'erkauft' sich die Zustimmung der Türkei, indem er dem Land - wem eigentlich, dem Volk, den Militärs, der Rüstunmgslobby??? - Milliardenschulden für US-Waffenlieferungen erlässt, mit Zuckerbrot und Peitsche agiert die US-Kriegsdiplomatie auch in arabischen Ländern:

Ähnlich hatten die USA vor 12 Jahren in den Wandelgängen des UN-Hauptquartiers in New York Diplomaten der Dritt-Welt-Länder unter Druck gesetzt, mit Einstellung der Wirtschaftshilfe gedroht, mit Stundung der Kredite und als der Jemen trotzdem gegen die Bombardierung des Irak stimmte, ging gleich nach der Abstimmung der US-Vertreter auf ihn zu - so zu sehen damals im deutschen Fernsehen - mit folgenden Worten: 'Das war die teuerste Nein-Stimme ihres Lebens' ... Drei Tage später wurden dem Jemen alle Hilfsgelder gesperrt ...

Heute erleben wir Ähnliches - wir müssen gegen eine solche Politik der Gewalt aufstehen und wir müssen dagegen aufstehen, dass man uns in den meisten Medien Krieg und Gewalt als etwas ganz Normales, ja Notwendiges, ja Selbstverständliches, ja 'Humanitäres' einzureden versucht.


|2002-08-04 23:14:21.884639+02 794|2002|Wir wollen Ihre Kriege nicht||Ernst |Schriefl|Liedermacher, Wissenschaftler, Aktivist|||Angesichts der kriegerischen Auseinandersetzungen, der Tendenzen zur Aufrüstung und Militarisierung, die seit dem 11. September 2001 eine bequeme und gebetsmühlenartig vorgetragene Legitimation im Kampf gegen den Terror gefunden haben, ist die mahnende Erinnerung an Hiroshima und Nagasaki heute aktueller denn je. Erfreulich in Zeiten der Antiterror-Einöde sind Anzeichen der verstärkten Vernetzung der globalisierungskritischen Bewegung und der Friedensbewegung. So steht in der aktuellen Erklärung von ATTAC Deutschland die Forderung nach einem Ende der neuen Kriegsvorbereitungen und Kriege bereits an erster Stelle noch vor der Tobin-Steuer. Maria Mies, emeritierte Soziologieprofessorin und Aktivistin, kommt in ihrem im Internet veröffentlichten Artikel "Das globale Freihandelssystem als neokoloniales Kriegssystem" zum Schluss: "Krieg ist gut für die (kapitalistische) Wirtschaft. Wer diesen Krieg nicht will, muss gegen die neoliberale, konzerngesteuerte Globalisierung sein.

In diesem Sinne: Wir wollen Ihre Kriege und Ihre Kriegsgeräte nicht,
Mister Bush, Mister Blair, Mister Schröder, Mister Putin, Mister Schüssel!

|2002-08-04 23:15:26.876633+02 985|2002|K R I E G ||Angelika|Kaufmann||||K R I E G

K wie Knechtschaft
R wie Rassismus
I wie Intoleranz
E wie Elend
G wie Grausamkeit
|2002-08-10 12:46:09.273609+02 997|2002|Mail aus Xingu||Erwin |Kräutler|Bischof vom Xingu, Brasilien|||Liebe Freundinnnen und Freunde.

Aufgrund meiner vielfältigen Verpflichtungen und Reisen, hatte ich leider diesmal keine Zeit, für euch eine besondere Botschaft zu schreiben.

Ich möchte euch dennoch versichern, wie sehr ich eure Initiative schätze, die imstande ist, das Gewissen der Welt immer wieder neu aufzurütteln.

In herzlicher Verbundenheit,
Erwin Kräutler, Bischof vom Xingu, Brasilien
|2002-08-12 18:32:45.039413+02 921|2002|Denn der Menschheit drohen Kriege...|Stellungnahme der Friedenswerkstatt Linz zum Hiroshima-Gedenktag||Friedenswerkstatt Linz||||Anfang der 90er Jahre wurde von den Eliten der Großmächte weltweite Abrüstung und die Verschrottung der Atomwaffen versprochen. Am Anfang dieses Jahrhunderts ist von diesen Versprechungen wenig übrig geblieben. Seit der zweiten Hälfte der 90er Jahre ist die weltweite Rüstungsproduktion um 7 Prozent gestiegen. Das US-amerikanische Rüstungsbudget erreichte wieder jene Höhen wie zu Zeiten der "Kalten Krieges", das Pentagon entwickelt Pläne für den Einsatz von taktischen Atomwaffen gegen sog. "Schurkenstaaten". Mit dem Aufbau eines Raketenschutzschirms soll der Atomkrieg führbar werden. In der EU hat sich rund um EADS eine gewaltige Kriegswaffenmaschinerie in Gang gesetzt, die in den nächsten Jahren eine neuen Generation von stategischen und taktischen Atomraketen produziert. Die Zentralisierung der Militärpolitik, der Griff nach der "europäischen Atombombe" und die Kriegsfähigmachung der EU nach dem Vorbild der USA steht ganz oben auf der EU-Agenda. Ein paar Autostunden von Linz entfernt, im bairischen Garching, ist im vergangenen Jahr der Forschungsreaktor FRM II mit waffenfähigem Uran in Betrieb gegangen. Damit könnte Deutschland innerhalb kürzester Zeit in die Atomwaffenproduktion einsteigen. Zum 57. Gedenktag der Atombombenabwürfe
von Hiroshima und Nagasaki gilt es sich daher wieder mehr denn je an Bertolt Brecht zu erinnern, der bereits Anfang der 50er Jahre warnte: "Denn der Menschheit drohen Kriege, gegen welche die vergangenen wie armselige Versuche sind, und sie werden kommen ohne jeden Zweifel, wenn denen, die sie in aller Öffentlichkeit vorbereiten, nicht die Hände zerschlagen werden."

|2002-08-06 09:38:11.578134+02 995|2002|Die Lehre von Hiroshima und Nagasaki: alle Atomwaffen abschaffen|Rede bei der Gedenkfeier am 9. August 2002 vor der Friedenspagode in Wien|Kazuo|Soda|Hibakusha (Überlebender des Atombombenabwurfes auf Nagasaki)|||Dear Friends,

Guten Abend!

Last summer I was unable to attend the memorial service because of a peace event I had to participate in Germany.

This is Nagasaki Day. I can still picture to myself Nagasaki turned into a hell full of charred bodies, many people crying for help with their bodies burned all over and some who evaporated instantly into the air at the moment of the explosion with their only shadows left on the wall. As for myself, I was at home, 2.5 km away from the epicenter, staying away from an arms factory, only 900 m away from the epicenter where most of the students of those days were pressed to work instead of learning at school.

Luckily I was saved from instant death though I was naturally exposed to A-bomb radiation. If I had been outdoors, heat ray would have burnt me all over to death. My cousin outside only 10 meters away from my house got burned all over and died in agony with his ears infested with maggots. Many of the people within 2 km away from the epicenter died a miserable death with their bodies inflamed or charred. Those who had a narrow escape from death suffered from loss of hair and diarrhea for some time and some of them met their deaths with many purple spots shown all over.

As for myself, I have survived the hell though I have suffered from such physical disorders as cancer and neurosis. I have to emphasize that A-bomb survivors are easy to have even a mental breakdown besides physical problems. I was oblighed to spend about three month in the hospital because of neurosis arising from a fear of sufering from radation sickness.

Five years ago I had an operation for cancer. To have lived up to now may be a proof of success in ist surgery though I am still troubled with some aftereffects caused by the operation. Now something wrong with my body has become an evidence of my existence since I have no choice but t live together with it.

A few months ago I was informed my childhood friend death. He and I attended the same primary school and the same high school and suffered that calamity by A-bombing onf Aug. 9th. Two-thirds of my fellow students were killed 57 years ago without being given the opportunity to know of the wrong tracks (Tennoism and Militarism) they had been forced to follow at school during the war, and the rest have survived the austerities of the post-war period though many of them have been suffering from various illnesses thought to be caused by A-bomb radiation.

Frankly speaking, directly after the end of fhe war, even in the face of the city of Nagasaki completely ruined by the A-bombing., I used to be a millitarist boy still sticking to determination to be a serviceman. It took some time for us youngmen of those day to grow out of the wrong value system. We had have been thoroughly educated in a world isolated from democracy, that is unter the Emperor system as absolute authority. It was when I reached the age of twenties that I had my eyes opened to a sence of value we should think much of as human beings.

Every time I hear of Hibakusha’s death. I am worried that next may be my turn and that there is little time left for us Hibakusha to act as living witnesses to the ravages of nuclear war. Now the number of survivors has decreased to 290.000. The average age of us survivors is 71. Those occupied in testyfying to criminality of the use of nuclear weapons are getting fewer and fewer. Even though crawling on hands and knees, we are determined to do what we should do as Hibakusa.

The 2002 World Conference against A and H Bombs has been taking place in Hiroshima and Nagasaki. Among the foreign representatives are two pariticipants in the Conference from Austria. They are Mrs. Sonja Jamkojian-Huber and Mrs. Gabriela Kaszay. They are sure to come back to Vienna with valuable pieces of information about our world-wide movement for a nuclear-free world.

Since the terrorist attacks in the U.S. the retaliatory strike against Afghanistan and the serious situation in the Middle East, the start of the 21st century have been contrary to our earnest wishes for peace. There are several important problems for us to cope with. One of them is Bush’s remarks which betray the unequivocal undertaking of the U.S. and other governments to completely eliminate nuclear weapons in a certain period of time at the 2000 NPT Review Conference. The current world nuclear situation again calls for more powerful upsurge of peace movement.

Let’s strengthen our solidarity to struggle against inhumanity and violance with firm confidence that all human beings are originally and basically pacifists and optimists.

In front of Peace Pagoda, pleace allow me to finish my offering a prayer for world peace:

Lead us from death to life, from falsehood to truth,
Lead us from despair to hope, from fear to trust,
Lead us from hate to love, from war to peace.
Let peace fill our heart, our world, our universe.

Thank you for your kindness.

Übersetzung:

Liebe Freundinnen und Freunde,

guten Abend.

Letzten Sommer war es mir nicht möglich, der Gedenkzeremonie in Wien beizuwohnen, da ich an einer Friedensveranstaltung in Deutschland teilnehmen.

Heute ist Nagasaki Tag. Ich kann mich noch gut erinnern, als Nagasaki sich in eine Hölle voller toten Leichen und schreiender Personen verwandelte. Im Moment der Explosion verdampften sogar einige Personen und nur ihre Schatten blieben auf der Mauer zurück. Zu dem Zeitpunkt waren alle Studenten zwangsverpflichtet in einer Waffenfabrik, nur 900 m vom Explosionszentrum entfernt, zu arbeiten, statt in der Schule anwesend zu sein.

Glücklicherweise habe ich diesen Tag daheim ca. 2,5 km vom Explosionszentrum entfernt verbracht und wurde so vom sofortigen Tod gerettet. Im Haus wurde ich von der Hitzestrahlung geschützt, die mich sonst am ganzen Körper zu Tode verbrannt hätte. Selbstverständlich konnte ich der radioaktiven Strahlung nicht entkommen. Mein Cousin, der draußen 10 m von meinem Haus entfernt war, wurde am ganzen Körper verbrannt und erlitt einen qualvollen Tod. Viele Leute, die in einem Entfernungsradius von 2 km von Explosionszentrum waren, starben einen schrecklichen Tod. Die, die die knapp dem Tod entronnen waren, litten an Haarausfall oder Durchfall. Manche Opfer starben nach kurzer Zeit. Ihre Körper waren mit violetten Flecken übersät.

Ich selbst habe knapp überlebt, trotz meiner späteren Krankheiten, Krebs und Neurosen. Ich muss noch einmal betonen, dass es bei den Überlebenden der Atombombe sehr oft zu Nervenzusammenbrüchen sowie anderen physischen Krankheiten gekommen ist. Ich selbst musste drei Monate im Krankenhaus verbringen, da ich Angst vor den Nachwirkungen der Strahlung hatte.

Vor fünf Jahren musste ich eine Operation über mich ergehen lassen, da ich an Krebs erkrankt war. Dass ich bis jetzt überlebt habe, liegt wahrscheinlich an meiner vergangenen erfolgreichen Operation. Trotzdem leide ich noch immer an Nachwirkungen, mit denen ich mich abfinden muss. Vor ein paar Monaten wurde ich über den Tod eines Freundes aus meiner Kindheit informiert. Wir besuchten die selbe Schule und litten unter den Auswirkungen der Atombombe am 9. August. Zwei Drittel meiner Mitstudenten starben vor 57 Jahren , ohne eine Chance zu bekommen, die falschen Ideologien (Richtungen) wie Tennoismus und Militarismus, die sie befolgt hatte, zu durchschauen. Der Rest überlebte die Nachwirkungen der Nachkriegszeit, auch wenn sie weiterhin an Krankheiten infolge der Strahlung litten.

Nach dem Krieg war die Stadt Nagasaki eine einzige Ruine. Ich war früher ein Mann des Militärs mit dem festen Entschluß zu dienen. Es dauerte einige Zeit für uns junge Leute damals, dem falschen Wertsystem zu entwachsen. Wir wurden in einer Monarchie mit totaler Autorität ausgebildet und wurden stets von einer Demokratie ferngehalten. Ich war zwanzig, als ich mich den eigentlichen menschlichen Werten öffnete.

Jedes Mal, wenn ich vom Tode von Hibakushas (Überlebender der Atombombenabwürfe) höre, befürchte ich, dass meine Zeit gekommen ist. Uns Hibakusha bleibt nur wenig Zeit, um als Zeitzeugen den Verwüstungen des Atomkrieges entgegenzuwirken. Die Zahl der Überlebenden hat sich auf 290.000 verringert, das Durchschnittsalter der Überlebenden ist 71, die Zahl, derer die Zeuginnen und Zeugen der kriminellen Anwendung der Atombomben geworden sind, werden geringer und geringer. Ich fühlte mich verpflichtet alles Mögliche als Hibakusha für den Frieden zu tun.

Die Weltkonferenz gegen Atombomben 2002 findet in Hiroshima und Nagasaki. Unter den VertreterInnen aus den verschiedenen Ländern kommen zwei Teilnehmerinnen aus Österreich. Das sind Frau Sonja Jamkoijan-Huber und Frau Gabriela Kaszay. Ich bin sicher, dass sie uns einige wertvolle Informationen über die weltweite Anti-Atom-Bewegung mitzuteilen haben.

Seit den letzten Anschlägen in den USA und den Krieg gegen Afghanistan sowie der ernsten Lage im Nahen Osten scheint es, als wäre der Beginn des 21. Jahrhundert gegenteilig zu unseren tiefgehenden Wünschen für den Frieden. Es gibt einige wichtige Anliegen und Probleme, die wir behandeln müssen. Einige davon sind die nicht eingehaltenen Zusagen Bushs über die vollkommene Zerstörung der Nuklearwaffen innerhalb einer fesfgelegten Zeit bei der NPT Überprüfungskonferenz im Jahre 2000. Die gegenwärtige, nukleare Weltsituation benötigt ein stärkeres Handeln der Friedensbewegung.

Stärken wir unsere Solidarität, um gegen Unmenschlichkeit und Gewalt mit Selbstvertrauen anzukämpfen. Wir wissen, dass alle Menschen im Grunde Pazifistinnen und Pazifisten sowie Optiministinnen und Optimisten sind.

Erlauben Sie mir jetzt vor der Friedenspagode ein Gebet für den Weltfrieden anzubringen:

Leite vom Tod zum Leben, von Unwahrheit zu Wahrheit.
Leite uns von Verzweiflung zu Hoffnung, von Angst zu Vertrauen.
Leite uns von Haß zu Liebe, von Krieg zu Frieden.
Laßt Frieden unser Herz erfüllen, unsere Welt, unser Universum.

Dankeschön!

ZUR PERSON:

KAZUO SODA

Er zählt zu den 460 000 Menschen, die noch heute an den Folgen der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki leiden.

Geboren wird Kazuo Soda am 24. November 1930 in Nagasaki. 10-jährig zieht man ihn, im dritten Schuljahr an einer staatlichen Mittelschule, zum Arbeitsdienst in einen Rüstungsbetrieb ein. Er erlebt den atomaren Angriff auf seine Heimatstadt am 9. August 1945 im elterlichen Haus, 2,5 km vom Explosionszentrum der Bombe entfernt. Im Dezember 1945 stirbt der ältere Bruder an den Folgen, die Eltern fünf Jahre später. Er wird Lehrer in einer öffentlichen Oberschule, seine Lehrtätigkeit, die er 38 Jahre ausübte, wird begleitet von dem unermüdlichen Wirken wider das Vergessen.

Kazuo Soda ist ein Einzelkämpfer für die Ächtung von Atomwaffen, er ist aber auch ein Vertreter der HIBAKUSHA-Bewegung kraft seines persönlichen Engagements. Diese Bewegung ist ein Zusammenschluss der überlebenden Strahlenopfer. Eine Bewegung der Ausgegrenzten und Geächteten. Die HIBAKUSHA haben nicht nur unmittelbar die Schrecken des atomaren Infernos erlebt und erlitten, sondern auch die nachfolgende Ausgrenzung aus dem gesellschaftlichen Leben. Gerade aus ihren psychischen und physischen Verletzungen haben einzelne Überlebende wie Kazuo die Kraft für ihr Friedensengagement bezogen. Sie ließen sich durch die Gleichgültigkeit und Ignoranz ihrer sozialen Umwelt nicht beirren. Für ihre Friedensarbeit erfahren die HIBAKUSHA keinerlei Unterstützung von staatlicher Seite, ihre Friedens-Pilgerreisen finanzieren sie aus eigenen Mitteln.

HIBAKUSHA heißt "Die Bombardierten". Dieser Begriff meint inzwischen nicht mehr nur die Opfer, sondern wird auch als Bezeichnung für die Anti-Atomwaffen-Bewegung genutzt. Ihr Symbol ist ein Kranich.

Kazuo und seine Mitstreiter haben nie einseitig die USA für den atomaren Massenmord von Hiroshima und Nagasaki alleine verantwortlich gemacht, sondern auch den japanischen Imperialismus an den Pranger gestellt. Auch wird immer wieder eindringlich geschildert, was der koreanischen Bevölkerung von japanischer Seite angetan wurde. Zu den Atombombenopfern zählen auch zahlreiche koreanische Zwangsarbeiter.

Kazuo Soda ist aktives Mitglied der weltweiten Friedensbewegung geworden.

Sein Wissen, seine Gefühle und seine Erfahrungen haben ihn vor zehn Jahren dazu bewogen, den Dienst als Lehrer zu quittieren, um auch über Japans Grenzen hinaus die Menschen auf die tödliche Gefahr von Nuklearmaterialien, insbesondere von Atomwaffen aufmerksam zu machen und durch seine Friedensreisen dem Vergessen und der Verdrängung entgegen zu wirken.

Ein zentrales Anliegen des Zeitzeugen Kazuo ist es, möglichst viele Menschen dazu zu bewegen, den Appell von Hiroshima und Nagasaki für die Ächtung und Abschaffung aller Atomwaffen zu unterzeichnen.

1991 kommt er zum ersten Mal nach Deutschland, er trifft in Köln auf der Domplatte Walter Herrmann bei der Gestaltung seines umstrittenen Kunstwerks.

Die Begeisterung für die Botschaften des Friedens auf den liebevoll inszenierten Karten an der Kölner Klagemauer lässt ihn auch bei seiner Rückkehr nicht los. Seinen Entschluss auch hier eine Klagemauer zu errichten, setzt er im Juni 1992 auf der Friedensversammlung in Fukuoka, seiner jetzigen Heimatstadt, nördlich von Nagasaki, in die Tat um.

Er war schon mehrmals beim Hiroshima-Gedenken der Wiener Friedensbewegung auf dem Stephansplatz zu Gast. Unterbrochen nur in den Jahren 1996 und 1997, als er sich einer schweren Krebsoperation unterziehen musste, an deren Folgen er noch heute leidet.

Ein zentrales Anliegen des Zeitzeugen Kazuo Soda ist es, möglichst viele Menschen dazu zu bewegen, den Appell von Hiroshima und Nagasaki für die Ächtung und Abschaffung aller Atomwaffen zu unterzeichnen.

Er sucht bei seinen Reisen durch viele Länder weltweit den Kontakt zu den Menschen, insbesondere zu den Jugendlichen, deren Wahrnehmung für die Gefahr er schärfen will. Er besucht Schulen, Universitäten und Friedensgruppen und spricht auch über seinen persönlichen Leidensweg. Inzwischen wurden nur aus der Stadt Köln über 200 000 Unterschriften nach Japan gesandt. Diese Unterschriften werden weiter geleitet an die Präsidenten der Länder, die immer noch, schon wieder oder gerade erst die Menschen mit Atomversuchen in Angst und Schrecken versetzen.

Noch immer peinigen Kazuo die schrecklichen Erinnerungen an den 9. August 1945, an dem seine damalige Heimatstadt Nagasaki von einem Feuerball überrollt und verstrahlt wurde.

Die Wunde seiner Seele blutet noch.
|2002-08-12 02:15:56.580086+02 797|2002|Aufrüstung im 4. Weltkrieg ||Walther |Schütz||||In Anlehnung an Subcommandante Marcos möchte ich die Phase der BEWAFFNETEN Auseinandersetzungen zwischen Arm und Reich, zwischen den "Guten" und den "Bösen", als 4. Weltkrieg bezeichnen. Nach den ersten beiden Weltkriegen gab es ja den 3. mit ebenfalls Millionen von Toten und Verkrüppelten: Es waren die heißen "kleinen" Kriege meist in der 3. Welt. Charakterisiert waren sie dadurch, dass sie fast nie Stellvertreterkriege waren, aber doch von der Blockkonfrontation massiv überschattet und ihren Ausgängen oft entscheidend bestimmt wurden.

Nun haben wir eine eigentlich neue Situation seit 1989:

Auf Armut, Entwicklungsfragen, ... glaubt man nicht mehr Rücksicht nehmen zu müssen. Dies in einer Situation, in der ungeheure Mengen an angehäuftem Kapital nach profitträchtiger Veranlagung suchen. Entsprechend werden im Namen der Kapitalverwertung alle Schranken, die den alten Kapitalismus zumindest bei uns etwas zähmten, niedergerissen. Und selbst wenn der Wachstumswahn den eigenen Ast, auf dem man sitzt, absägt - Nachhaltigkeit und andere Schlüsselbegriffe, wie sie etwa im Zusammenhang mit der Konferenz von Rio an Bedeutung erlangten, haben nur mehr die Bedeutung, Nachhaltigkeit beim Profit zu garantieren. Erst unter dieser alles entscheidenden Einschränkung werden Menschen und die Natur, die zu Ressourcen degradiert wurden, NACHHALTIG verwertet.

Nicht, dass all dies nicht schon immer im Kapitalismus eingeschrieben gewesen wäre. Aber es gab daneben seit 1917 einen Konkurrenten, ein anderes System. Auch wenn dies nicht wirklich eine humane Alternative war, so vermittelte seine bloße Existenz jedoch unablässig die Botschaft: EINE ANDERE WELT IST MÖGLICH. Und das hatte auf den real existierenden Kapitalismus eine sehr domestizierende Wirkung - eine Wirkung, die absurderweise ja der Entfaltung des Kapitalismus durchaus nicht abträglich war.

Nun ist diese Schranke weg - und die Barbarei blüht auf - bis hinein in die Wohlstandsinseln dieser Welt.
Doch dieses "Ende der Geschichte", wie es Herr Fukujama Anfang der 90er Jahre ausrief, ist ein sehr kurzfristiges. Überall ruft der Wahnsinn Widerspruch hervor - sei es, dass humanistische Alternativen gesucht werden, oder sei es, dass auf den Fundamentalismus des Marktes mit ebenso dumpfen Fundamentalismen der ethnischen oder religiösen Art reagiert wird. Und das sind die Punkte, wo die strukturelle Gewalt in offene umschlägt, wo die sogenannte Globalisierung mehr und nicht weniger Staat braucht, einen Staat in seiner ursprünglichsten aller Funktionen, als Gewaltinstrument zur Aufrechterhaltung der Zustände. Und auf seine Art haben die vielen Herren und wenigen Herrinnen dieser Welt schon recht, wenn sie nach präziseren Massenvernichtungswaffen suchen - die werden sie wohl brauchen.

Ich schließe anlässlich des Gedenktages mit der einfachen und doch so komplizierten Tatsache: EINE ANDERE WELT IST MÖGLICH, eine Welt, in der nicht das Kapitalverhältnis als gesellschaftliches Verhältnis alles deformiert. Und um diese ANDERE Welt müssen wir ringen - mit den Herren (und Herrinnen) dieser Welt, und auch mit uns selbst, denn keiner von uns ist ohne extreme Deformationen, hervorgerufen durch ein System der Waren und Bedürfnisse, durch das Haben im Sinne von Erich Fromm. Nicht mehr und nicht weniger steckt hinter der Atomwaffengefahr.
|2002-08-04 23:16:55.076839+02 800|2002|Grußbotschaft für den 6. August||Sabine |Vogler|Menschenrechtsaktivistin|||Bei Kriegen gibt es
letztlich nur Verliererinnen und Verlierer.

Kriege sind
Vernichtung, Zerstörung, unsägliches Leid
und stets unzählige, für immer vertane Chancen.



|2002-08-04 23:19:59.342303+02 802|2002|Grußbotschaft der Österreichischen Jungarbeiterbewegung (ÖJAB)|für die Hiroshima-Gedenkveranstaltung am 6. August 2002 in Wien|Dr. Peter |Zehndorfer|Ehrenpräsident der Österreichischen Jungarbeiterbewegung|||Sehr geehrte Damen und Herren!

Heute gedenken wir des furchtbaren Massakers mit 300.000 Toten, das der Atombombenabwurf auf Hiroshima 1945 angerichtet hat und müssen gleichzeitig fürchten, dass es – etwa in Kaschmir – zu einem neuen Atomkrieg kommt.

Krieg beginnt im Kleinen: im Zusammenleben der Menschen, im eigenen Haus und in der Art, wie wir alltäglich miteinander umgehen. Frieden beginnt mit Friedenserziehung und Bildung für junge Menschen.

Die Österreichische Jungarbeiterbewegung (ÖJAB) verbindet seit ihrer Gründung im Jahr 1946 Menschen aus unterschiedlichen Bereichen und mit unterschiedlichen Ansichten, denn wir sind eine parteipolitisch und konfessionell unabhängige Jugendorganisation.

In unseren insgesamt 22 Studentenheimen und Jugendwohnheimen möchten wir jungen Menschen in familiärer Atmosphäre vermitteln, was es im alltäglichen Zusammenleben heißt, Rücksicht aufeinander zu nehmen und füreinander da zu sein. Mit zahlreichen gemeinsamen Jugendaktivitäten fördern wir das Interesse an gesellschaftlichen Themen und das interkulturelle Lernen bei jungen Menschen. Beispielsweise fährt unsere Jugendgruppe im August nach Italien zu einer europäischen EFYSO-Jugendkonferenz mit 150 Jugendlichen aus 15 verschiedenen Ländern. Kurz zuvor besucht uns eine Gruppe japanischer Jugendlicher.

Diese interkulturelle Jugendarbeit erscheint uns sehr wichtig, denn: Friede beginnt mit dem Kennenlernen des Anderen - und damit, Respekt und Toleranz zu zeigen!

Die Vereinigung europäischer Länder in der Europäische Union hat für die Jungarbeiterbewegung als internationales Friedensprojekt große Bedeutung und wird von ihr unterstützt. Ein ebenso wichtiges Anliegen ist es uns, mit Projekten der Entwicklungszusammenarbeit Bildung für junge Menschen in benachteiligten Ländern zu ermöglichen und international jener Armut zu begegnen, die so oft der Keim für Gewalt und Krieg ist.

Wir wünschen der Gedenkveranstaltung am 6. August 2002 ein gutes Gelingen und danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr herzlich.

|2002-08-04 23:22:27.254381+02 803|2002|Grußbotschaft Hiroshima-Tag 2002||Dr. Helmut |Zilk||||Seit mehr als 50 Jahren erinnern wir uns an den Schrecken des ersten Abwurfes der Atombombe. Viel Schmerz und Leid dieser Zeit haben wir Gottseidank überwunden – das Vergessen ist eine wahrhaft göttliche Gnade. Es ist aber kein Zufall, dass Hiroshima unauslöschlich in unserem Gedächtnis bleibt und wohl auch noch künftige Generationen mit jenem Schrecken erfüllen wird, den dieses Ereignis des systematischen Massenmordes an wehrlosen Zivilisten – vergleichbar nur noch mit dem Holocaust – hervorgerufen hat.

Aktueller denn je ist das Erinnern in diesem Jahr, in dem landauf, landab mit dem Gedanken von Kriegen offen spekuliert wird und in dem uns Völker, trotz Unterernährung und Not vorführen, wie man mit internationaler Unterstützung schamlos Atommacht wird.

Deshalb muss unser Gedenken an die Opfer nicht nur Mahnung sein, sondern Aufruf zur leidenschaftlichen Selbstwehr gegen hemmungslose Politiker und gegen die Verhetzung der Völker
|2002-08-04 23:23:44.117497+02 805|2002|HIROSHIMA-GEDENKTAG||Richard |Schadauer|Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie ACUS|||Seit es aufs Neue politisch Verantwortliche in der US-Administration gibt, die einen militärischen Einsatz mit atomaren Waffen für denkbar halten, sind Gedenktage wie diese für die Zukunft der Menschheit wichtiger denn je!

Noch heute leiden tausende von Menschen an den Folgen des Atombombenabwurfes auf Hiroshima und Nagasaki. Aber wir dürfen nicht nur der Opfern gedenken, sondern wir müssen auch aktiv gegen diese Verbrecher gegen die Menschlichkeit ankämpfen. Wir müssen sie an den Pranger stellen, wir müssen sie bei ihrem Namen nennen!

Lasst uns zusammenstehen und NEIN sagen zu all denen die ihre militärischen Muskeln zeigen wollen. Lasst uns gemeinsam das Krebsgeschwür der Kriegstreiber bekämpfen.

|2002-08-04 23:29:30.784632+02 806|2002|Grußbotschaft||Lakis |Jordanopoulos|ORF-Moderator, Künstler|||Was sind "einsetzbare Atomwaffen"? Für mich kommt jede Antwort auf eine solche Frage, die den Einsatz von Atomwaffen - in welcher Form auch immer - vorstellbar macht, einer Verharmlosung der wirklichen Gefahr, die von solchen Waffen ausgeht, gleich. Spätestens nach dem Abwurf von Atombomben über Hiroshima und Nagasaki wurde es zur Gewissheit: Menschliche Intelligenz und Verstand können für die Erhaltung des Menschen auf dem Planenten eingesetzt werden oder gegen sie.

Doch: Eine "Natur" wird es immer auf der Erde geben - ob mit uns oder ohne uns. Die Frage ist, ob wir mit eigenen Händen jenes "Gleichgewicht", welches uns überhaupt möglich macht, in eine Richtung verschieben wollen, wo Menschen und ihnen ähnliche Lebewesen nicht mehr existieren können. Daran sollten auch jene denken, die nicht - so wie ich - jede Form der bewaffneten Aggression ablehnen. Denn auch für solche Menschen gäbe es nach einer atomaren Auseinandersetzung - falls sie überleben - nur noch Schmerz und Leid bis an ihr Lebensende zu "gewinnen".

|2002-08-05 01:34:42.404663+02 807|2002|Die Botschaft von Hiroshima und Nagasaki ist leider noch immer aktuell!||LAbg. Karin |Kadenbach|Geschäftsführerin der SPÖ NÖ|||Liebe Aktivistinnen und Aktivisten!

Heute gedenken wir der Opfer von Hiroshima und Nagasaki, gleichzeitig gedenken wir aber auch allen Opfern von Krieg und Vertreibung, die es seit damals gegeben hat.

So furchtbar der Einsatz von Atomwaffen auch war, dürfen wir die Opfer der konventionellen Waffen nicht vergessen. Es besteht die Gefahr, dass wir abstumpfen, dass uns die täglichen Meldungen in den Medien über die Opferzahlen der jeweils letzten 24 Stunden kalt lassen. Noch immer wurde nicht begriffen, dass bewaffnete Auseinandersetzungen keine Probleme lösen, sondern nur neue schaffen. Noch immer wurde nicht begriffen, dass jeder Euro, der in neue Waffen investiert wird, ein verlorener Euro ist. Soziale und wirtschaftliche Benachteiligung, Fremdenhass und Nationalismus lassen sich eben nicht mit Waffen beseitigen, sondern nur mit sozialer und wirtschaftlicher Gerechtigkeit und mit den Einhalten der Menschenrechte.

Auch bei uns in Österreich werden Ambulanz- und Studiengebühren eingehoben, werden Unfallrentner besteuert, aber Kampfjets um Millionen Euros angeschafft.

Dieser Gedenktag soll uns wieder aufrütteln und neu motivieren gegen die Gewalt in all ihren Ausformungen aufzutreten. Von den Massenvernichtungswaffen bis zu den Pistolen in den Haushalten – Waffen sind unnötig und bringen nur Unheil – dies ist die Botschaft des heutigen Tages.


|2002-08-05 01:35:52.097464+02 808|2002|Grußbotschaft||Günther |Kaltenbacher|Bundesrat (SPÖ)|||gerade die entwicklung der beiden atommächte pakistan und indien zeigen uns, wie rasch, gott sei dank, derzeit nur mit worten, wie mit diesem potential an vernichtungswaffen umgegangen wird. die forderung nach abbau sämtlicher atomwaffen muss zentrales anliegen aller sein.

ich wünsche der veranstaltung alles gute, aber vor allem unterstütze ich jegliche forderung einer atomfreien welt.

|2002-08-05 01:36:56.755669+02 810|2002|Grußbotschaft zum Hiroshima-Tag 2002||Wolfgang |Katzian|Bundesgeschäftsführer der GPA|||Am 6. August jährt sich zum 57. Mal der Tag, an dem eine Atombombe über der japanischen Stadt Hiroshima gezündet wurde. Am 9. August folgte ein zweiter Abwurf über Nagasaki. 150.000 sofortige Todesopfer und mehr als 250.000, die an den Spätfolgen der radioaktiven Verseuchung ein Leben lang zu leiden hatten, so meint man, wären Mahnung genug, die Verwirklichung einer atomwaffenfreien Welt zu einer der obersten Priorität politischen Handelns zu machen.

Und trotzdem: 57 Jahre nach Hiroschima ist die atomare Bedrohung keinesfalls gebannt. Der Einsatz atomarer Gewaltmittel ist weiter ein aktuelles Szenario. So drohen etwa Indien und Pakistan im aktuellen Kashmir-Konflikt unverhohlen mit dem Einsatz ihrer atomaren Waffenarsenale. Auch in anderen Teilen der Welt wird auf gefährliche Weise mit der politischen Karte der atomaren Abschreckung gespielt. Und auch dort, wo heute von Abrüstung die Rede ist, ist keinesfalls die Eliminierung atomarer Potentiale das Ziel.

Zwar wurde im kürzlich paktierten Vertrag von Moskau eine interkontinentale Reduktion atomarer Sprengköpfe zwischen Russland und den USA eingeleitet, zugleich jedoch eine gefährliche Senkung der Einsatzschwelle der verbleibenden Atomwaffen lanciert. ”Abrüstung light” kann jedoch aus friedenspolitischen Gesichtspunkten nicht als Fortschritt gesehen werden.

Gerade in einer Zeit, in der die globalen Konfliktpotentiale vielfältiger und die atomaren Bedrohungsszenarien undurchsichtiger werden, ja in der offen von der Gefahr terroristischer Einsätze sogenannter ”schmutziger atomarer Waffen” gesprochen wird, muss deutlich ausgesprochen werden: Aus friedenspolitischer Sicht gibt es überhaupt keine ”sauberen atomaren Waffen”. Unser Ziel muss auch 57 Jahre nach Hiroschima heißen: Hiroshima und Nagasaki mahnen daran, mit Nachdruck jeglicher Form atomarer Bedrohung politisch zu begegnen.

Unser friedenspolitisches Verständnis geht vielmehr von einem umfassenden Sicherheitsbegriff aus. Frieden und Sicherheit können danach nur auf Grundlage stabiler sozialer Verhältnisse ihre dauerhafte Grundlage finden. In einem gerechten sozialen Ausgleich als unverzichtbares Fundament für politische Stabilität und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung sehen wir dafür ebenso eine unverzichtbare Voraussetzung, wie in weltweiter Abrüstung und nichtmilitärischer Beilegung von Konflikten.

Die österreichische Gewerkschaftsbewegung, und mit ihr die GPA an vorderster Stelle, hat sich in diesem Sinn immer dafür eingesetzt, dass Atomwaffen abgeschafft werden müssen. Nach wie vor sagen wir: Solange atomare Waffenpotentiale weiter bestehen, wird mit deren Einsatz kalkuliert. Frieden kann jedoch auf Basis von Atomwaffen nicht gedeihen!

|2002-08-05 01:38:23.047603+02 812|2002|Grußbotschaft||Ali |Kohlbacher|Initiative für eine sozialistische Politik der SPÖ |||Liebe FriedensfreundInnen!

Sind die Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, die Toten, die strahlengeschädigten Überlebenden und Nachgeborenen vergessen? Auch das Ende des "Kalten Krieges" hat der Menschheit nicht den ersehnten Frieden gebracht und den Rüstungswahn gestoppt. Im Gegenteil! In vielen Teilen der Welt herrscht die Gewalt, werden Kriege geführt und neue geplant, werden milliardenteure neue Waffensysteme entwickelt und die Atomwaffenarsenale nicht vernichtet, sondern durch neue Atomwaffen ersetzt.

Die Terroranschläge gegen das World Trade Center und das Pentagon am 11. September 2001 scheinen jede Gewaltanwendung, jeden Krieg, jede teure Nachrüstung und weitgehende Einschränkungen demokratischer Grundrechte zu rechtfertigen. Der von den USA entfesselte Krieg gegen den Terrorismus, gegen die "Achse des Bösen" und die Kriegsdrohungen gegen die von Präsident Bush definierten "Schurkenstaaten" stellen eine ungeheure Gefahr für die Menschheit dar. Der Krieg gegen den Terrorismus dient auch anderen Mächten, wie die Kriege im Nahen Osten, im Kaukasus und in Kaschmir zeigen, als Rechtfertigung.

Statt sich um friedliche Konfliktlösungen ernsthaft zu bemühen und Lösungen an den Wurzeln der Konflikte zu suchen, wird nationalistische Kriegshetze betrieben, wird für einen Krieg der Kulturen getrommelt und lassen die Exponenten des globalisierten Kapitalismus die Waffen sprechen.

Grund zur Resignation? Keinesfalls! Immer mehr Menschen erkennen, dass die neoliberale Globalisierung die drängenden Probleme der Menschheit nicht lösen kann, seine Heilversprechungen sich als trügerisch erweisen, ja, dass der globale Kapitalismus die Kluft zwischen arm und reich rasant vertieft, soziale Spannungen eskaliert und den machthungrigen Eliten ihre kriegerischen Ambitionen ermöglicht.

Immer mehr Menschen leisten Widerstand, demonstrieren für soziale Gerechtigkeit, für die umfassenden Menschenrechte und Solidarität, gegen Rüstungswahn und Krieg. Wir unterstützen die Hiroshima-Gedenkveranstaltung und grüßen alle FriedensfreundInnen in solidarischer Verbundenheit.
|2002-08-05 01:40:02.7895+02 813|2002|Grußbotschaft zum Hiroshima-Tag 2002||LAbg. Harry |Kopietz|Wiener SPÖ-Landesparteisekretär |||Kein Gewaltakt und kein Krieg konnte jemals ein Problem lösen. Kein Gewaltakt und kein Krieg wird jemals ein Problem lösen.

Für die SPÖ Wien handelt es sich um eine Selbstverständlichkeit, jegliche Form von Gewalt abzulehnen, gegen jegliche Art der Repression aufzutreten und sich vehement für ein friedliches Miteinander aller Menschen einzusetzen. Konflikte können nicht durch Kriege gelöst werden. Schon gar nicht mit atomaren Waffen.

Leider gehört die atomare Bedrohung keineswegs der Vergangenheit an. Gerade in den letzten Monaten wird uns immer wieder die Gefahr, die nukleare Energie in sich birgt, veranschaulicht. Eine Bedrohung, aus welcher letztlich niemand einen Nutzen ziehen kann.

Die SPÖ Wien wird sich weiterhin intensivst darum bemühen, dass gegensätzliche Interessen politisch und gewaltfrei gelöst werden, dass aufeinander zugegangen wird und Kompromisse geschlossen werden. Die SPÖ Wien verurteilt jegliche Art der Gewaltanwendung und fordert eine atomwaffenfreie Welt, in der sich keiner für ein ”um die Wette Aufrüsten”, sondern jeder für ein ”um die Wette Abrüsten” einsetzt.

Das Gedenken an die Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki bleibt von unverändert großer Bedeutung und muss eine Mahnung für die Zukunft bleiben: Weg mit allen Atomwaffen, keine Militarisierung des Weltraumes, keine Militärblöcke, Frieden durch Abrüstung, soziale Gerechtigkeit, internationale Kooperation und Solidarität. Nie wieder Krieg!
|2002-08-05 01:40:56.289569+02 814|2002|Friedensbereitschaft||Dipl. Ing. Isabella |Kossina|Stadträtin für Umwelt|||Friedensbereitschaft

Wenn die Friedensliebe
der einen
mit voller Wucht
auf die Friedensliebe
der anderen stößt
gibt es Krieg.

Erich Fried (1921 – 1988), österreichischer Lyriker

Schon Erich Frieds Worte zeigen, dass die uneingeschränkte Sichtweise von positiven Dingen Gefahren birgt. Auch gutgemeinte Bemühungen der einzelnen Staaten können zur fatalen Eskalation führen.

|2002-08-05 01:41:46.098015+02 818|2002|Grußbotschaft||Erzbischof Univ.Hon.Prof. Dr. Mesrob K. |Krikorian|Patriarchal Delegat der Armenisch Apostolischen Kirche für Mitteleuropa und Schweden|||Sehr geehrte Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung zum Hiroshima-Tag!
Sehr geehrte Damen und Herren!

Anlässlich des Hiroshima-Tages darf ich sie alle herzlichst begrüßen und Ihnen für Ihr Engagement und Ihre Bemühungen für den Frieden auf der ganzen Welt danken.

Mehr als 50 Jahre sind seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges vergangen, aber es erschreckt und ängstigt uns noch immer, wenn wir den Namen Hiroshima oder Nagasaki hören oder aussprechen.

Im Jahre 1945 war ich 13 Jahre alt und lebte in Aleppo/Syrien; ich kann mich noch gut erinnern, wie die Menschen damals von vernichtenden und schrecklichen Bomben gesprochen haben. Die verhängnisvollen Folgen und Nachwirkungen der Hiroshima-Katastrophe hat die Welt gesehen und erlebt, trotzdem aber haben die Staaten und Regierungen noch immer keine Vereinbarung für eine atomwaffenfreie Welt eindeutig und endgültig unterschrieben. Indien und Pakistan spielen mit dem Feuer und drohen einander mit Atombomben. Die Vereinigten Staaten von Amerika drohen dem Irak mit vernichtenden Schlägen, weil sie den Verdacht haben, dass dieses Land darnach strebt, Atombomben zu produzieren, sie selbst aber entwickeln neue, sogenannte “einsetzbare” Atomwaffen. Uns bleibt dann die Aufgabe, an die Vernunft der führenden Kräfte der Länder und Nationen zu appellieren, sich für die Abschaffung der Atomwaffen aller Art zu einigen und gemeinsam einen Vertrag zu unterzeichnen, keine atomare Rüstung jeder Art mehr herzustellen.

Ich bin der Meinung, dass es unmoralisch ist, einerseits Menschenrechte und Menschenwürde zu verteidigen, und andererseits hochentwickelte Atomwaffen zu erzeugen, um damit die Möglichkeit zu haben, Millionen Menschen zu vernichten, sowie Land und Natur zu verseuchen und zu verderben.

Nicht nur die Menschen, sondern auch die Natur ist eine Schöpfung Gottes und wir alle sind vor Gott verantwortlich, seine Schöpfung als Ganzes zu bewahren. Auch die Erde, Bäume, Tiere aller Art und das Wasser haben ihre “Rechte” zu überleben. Diese Rechte müssen von den Menschen respektiert werden. Das Konzept von Frieden und Gerechtigkeit schließt auch die Bewahrung der Schöpfung ein. Die Natur ist das Fundament des Lebens der Menschen und Tiere und daher bedeutet die Zerstörung der Natur die Vernichtung des Lebens überhaupt.

In unserer neuen Welt, in der die Medien so hoch entwickelt sind und die Globalisierung von Tag zu Tag fortschreitet, bilden alle Völker und Nationen der fünf Kontinente eine Gemeinschaft, eine Familie. Die Säuberung oder Vernichtung eines ganzen Volkes oder Landes bedeutet die Ausrottung eines Mitgliedes der großen Familie, der Weltgemeinschaft. Das Gebot Gottes “du sollst nicht töten” gilt heutzutage mehr als je, und das Morden durch Atombomben ist die schrecklichste Art.

Alle Völker und Nationen verschiedener Religionen sind verpflichtet, durch Dialog und Verhandlung den Frieden und die Gerechtigkeit auf der ganzen Welt zu sichern. Unterdrückung, ethnische Säuberung, Erniedrigung anderer Völker, kriegerische Auseinandersetzungen sind gegen den Willen Gottes und gegen das Wohl und Gedeihen der Gemeinschaft der Menschen. Es ist daher gottgefällig und schätzenswert, sich für eine Welt ohne Atomwaffen und ohne Krieg zu engagieren und für die Stiftung des Friedens und der Gerechtigkeit zu arbeiten.

Den Mitgliedern der Wiener Friedensbewegung und der Hiroshima-Gruppe Wien, sowie den Organisatorinnen und Organisatoren der Veranstaltung zum Hiroshima-Tag wünsche ich viel Kraft, Erfolg und Gottes Segen und verbleibe in herzlicher Verbundenheit

Ihr Erzbischof Dr. Mesrob K. Krikorian
|2002-08-05 01:44:55.181194+02 820|2002|Hiroshima-Botschaft||Erwin |Lanc|Bundesminister a.D., Präsident des Internationalen Instituts für den Frieden|||Liebe Friedensfreunde und Friedensfreundinnen,

seit meiner Hiroshima-Botschaft vom 2.8.2001 hat die Welt offenbar nichts gelernt.

Die USA arbeiten munter an ihrem nationalen Raketenabwehrsystem weiter. Das Militärbudget wird laufend aufgestockt. Präsident Bush hat die vorjährige Ankündigung wahrgemacht. Der ABM-Vertrag wurde aufgekündigt. Die USA wollen generell und auf dem Atomsektor politisch freie Hand. Keine Bindung an Verträge und internationale rechtswirksame Vereinbarungen. Russland wurde mit Beiträgen zur Verschrottung eines Teiles seines aberwitzigen Atomwaffenarsenals und der Zusage, dass auch die USA ihr Atomarsenal reduzieren wird, ruhiggestellt. Die Tatsache, dass damit weniger Atomwaffen einsatzfähig sind, soll nicht gering geschätzt werden. Gleichzeitig kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch immer eine Atomwaffenkapazität für die Mehrfachvernichtung der Menschheit besteht.

Kurzfristig gefährlicher ist jedoch die Entscheidung der USA, Atomwaffen in sogenannten konventionellen Kriegen einsetzen zu wollen. Das ist eine Revitalisierung der Gefechtsfeldatomwaffen aus den Zeiten des Kalten Krieges. Das Argument, es halte sich niemand mehr an das Verbot der Weiterverbreitung von Atomwaffen, daher wird man doch auf diese Unart und Weise antworten dürfen, richtet sich wohl von selbst.

Schließlich drohen die Auseinandersetzungen um Kashmir eine Konfrontation zweier asiatischer Atomwaffenbesitzer – Indien und Pakistan – nach sich zu ziehen.

Bei dieser Sachlage kann es nur eine Forderung aller Nichtatommächte in den Vereinten Nationen geben:

Verschrottung der Atomwaffen unter Kontrolle derer, die keine besitzen.
Sanktionen gegen jene, die sich diesem Regime nicht unterwerfen, durch die UNO.

Derzeit sicher nicht durchsetzbar. Als politischer Langzeitprozess unabdingbar.
|2002-08-05 01:46:47.45911+02 821|2002|Meine Botschaft zum Tag des Gedenkens||Maga. Christine |Lapp |Abgeordnete zum Nationalrat (SPÖ)|||Die unermüdliche Erinnerung an schreckliche Ereignisse in der Weltgeschichte ist wichtig. Kraft und Zuversicht müssen all jene begleiten, die für FRIEDEN eintreten.

Danke für eure Bemühungen, diese Ereignisse als Mahnmal ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu richten.


|2002-08-05 01:51:45.296573+02 822|2002|Völkerrecht und Atomwaffen||Dr. Franz |Leidenmühler|Institut für Europarecht, Johannes Kepler Universität Linz |||Eine Reihe von völkerrechtlichen Verträgen verbietet explizit, und noch mehr Völkerrechtsnormen implizit aufgrund ihrer verheerenden Folgen für Menschheit und Umwelt den Einsatz von Atomwaffen. Und auch der Internationale Gerichtshof in Den Haag ist 1996 in einem Gutachten zu diesem Ergebnis gekommen, wenngleich er - leider - eine Hintertür für den Fall offengelassen hat, dass die Existenz eines Staates auf dem Spiel steht. Es liegt nunmehr an den Atommächten, daraus Konsequenzen zu ziehen und ihr Nukleararsenal, dessen Einsatz in der Regel gegen zahllose Normen der Völkerrechtsordnung verstoßen wird - abzurüsten, um sich nicht dem Vorwurf der Vorbereitungshandlung zu einem Völkerrechtsverstoß aussetzen zu müssen.

|2002-08-05 01:53:21.422336+02 823|2002|Was verbindet Marzabotto und Hiroshima?|Die Städtepartnerschaft!|Peter |Lhotzky||||Jener kleine italienische Marktflecken, nahe Bologna, wurde von den Nazifaschisten in den Tagen vom 29. September bis zum 5. Oktober 1944 ausgelöscht. Der SS-Sturmbannführer Walter Reder zeichnete dafür verantwortlich. Allein am 29. September 1944 wurden vom 14 Monate altem Walter Cardi bis zur 69 jährigen Elena Tonnelli 69 Menschen von den SS-Schergen hingemordet. Die Namen aller Ermordeten sind namentlich in der Gedenkstätte in Marzabotto - mit Alter - angeführt. Und das unterscheidet Marzabotto von Hiroshima, denn jene mehr als 200.000 sind nicht namentlich erfasst. Und gerade deshalb haben die beiden Kommunen diese Städtepartnerschaft begründet, um daran zu erinnern und zu mahnen.

Nie wieder Krieg! Denn Krieg ist immer ein Verbrechen!
|2002-08-05 01:54:17.216964+02 824|2002|Gegen ein atomares Wettrüsten!||GR Martina |LUDWIG |Frauensekretärin der Wiener SPÖ-Frauen, Stellvertretende Landesparteisekretärin|||Der 57. ”Hiroshimatag” bietet ein Mal mehr Gelegenheit, mich bei der Wiener Friedensbewegung sowie allen Organisationen, die sich dafür einsetzen, dass unfassbare Taten wie der Abwurf der Atombomben in Hiroshima und Nagasaki nicht aus dem Bewusstsein der Menschen verschwindet zu bedanken. Gerade das Wachhalten solch’ unvorstellbarer Gräueltaten lässt mich hoffen, dass die Menschheit behutsamer mit der Erde und den Lebewesen auf diesem Planet umgehen.
Ein wichtiger Beitrag, um die Friedensbotschaft in den Köpfen der Menschen lebendig zu halten und Hoffnung zu geben, ist die Lehre von Hiroshima und Nagasaki, die nach wie vor aktuell ist: keine Atomwaffen, keine Militärblöcke, Frieden durch Abrüstung, soziale Gerechtigkeit und internationale Solidarität, gegen ein atomares Wettrüsten - nie wieder Krieg!

Nicht nur die rund 200.000 Opfer der zwei Atombomben geben ein blutiges Zeugnis darüber ab, welch’ verheerenden Folgen blinde Wut, Hass und Intoleranz haben können; auch die Abertausenden Menschen, die mit der atomaren Angst leben, sind späte Opfer einer widerlichen Kriegsmaschinerie. Um uns endlich aus den Fesseln des Erinnerns zu befreien, bedarf es einer globalen Abrüstung, denn nur so können wir sicher sein, dass nicht auch über unseren Köpfen in Europa ein heller Pilz unendliches Leid über Generationen von Menschen bringt!

|2002-08-05 01:55:25.573752+02 827|2002|DIE VERGESSENE GEFAHR!||Mag. Johann |Maier |Abg. z. Nationalrat (SPÖ) |||Die atomare Bedrohung war jahrzehntelang das Bedrohungsbild für unsere Welt. Nach Beendigung des Ost-West-Konfliktes verschwindet die Angst vor der enormen Bedrohung durch Atomwaffen jedoch immer mehr aus den Köpfen der Menschen.

Zusätzlich wird weiterhin die nukleare Abschreckung als eine der wichtigsten “friedenssichernden” Optionen verkauft. Daneben wird (insbes. in den USA) allerdings heftig an der Entwicklung neuer Kernwaffen mit geringerer Sprengkraft gearbeitet. Diese “Atombomben light” sollen sich selbstverständlich nur gegen sog. “Schurkenstaaten” richten.

Der Hiroshima-Tag ist wichtig, um einerseits an eine der dunkelsten Stunden der Menschheit zu erinnern und andererseits ein Ziel für die Zukunft vorzugeben: EINE ATOMWAFFENFREIE WELT!
|2002-08-05 01:58:06.783957+02 828|2002|Der Jahrestag von Hiroshima ist Mahnung und Auftrag zugleich.||Andrea |Mautz|Bundesvorsitzende der Österreichischen HochschülerInnenschaft|||Der Jahrestag von Hiroshima ist in zweifacher Hinsicht Mahnung und Auftrag zugleich.

Die Bombardierung Hiroshimas durch die schrecklichste Waffe, die die Menschheit je kannte, beendete den Zweiten Weltkrieg und besiegte damit die bis dato verbrecherischten Regime der Menschheit.

Gleichzeitig ist die Vernichtung Hiroshimas und seiner Bevölkerung durch die erste eingesetzte Atombombe der Kulminationspunkt menschlichen Vernichtungsstrebens.

Somit ist dieser Gedenktag, Warnung und Auftrag, dass beides nicht mehr geschehe.

|2002-08-05 01:59:11.362243+02 829|2002|Grußwort zur Hiroshima-Veranstaltung am 6. August 2002:||Bischofsvikar Josef |Mayr|Rektor der Caritas Linz|||Ich grüße alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Hiroshima-Veranstaltung und danke Euch für Euer Engagement für eine Welt ohne Atomwaffen und ohne Krieg.

Neben dem begrüßenswerten Abbau von Atomwaffen entstehen wieder neue Varianten atomaren Wettrüstens. Auch die bloße Drohung mit der Möglichkeit des Einsatzes von Atomwaffen ist ein Spiel mit dem Feuer, das die ganze Welt in Brand stecken kann.

Der Weg zum echten Frieden führt nur über Modelle gewaltfreier Konfliktlösungen. Diese müssen wir aber auf allen Ebenen - im kleinen wie im großen - erst lernen und einüben.|2002-08-05 02:00:34.860573+02 831|2002|Grußbotschaft||Willi |Mernyi|Leiter des Referats für Kampagnen im ÖGB|||Der Österreichische Gewerkschaftsbund war und ist immer der Auffassung, dass Frieden und Sicherheit durch Abrüstung und nichtmilitärische Beilegung von Konflikten weltweit wichtige Voraussetzungen für die Entfaltung der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Rechte der ArbeitnehmerInnen darstellen.

Der ÖGB vertritt die Meinung, dass solche Konflikte weder durch die Vorenthaltung legitimer individueller oder kollektiver Grundrechte - so des Rechts auf nationale Selbstbestimmung - noch durch bewaffneten Separatismus noch durch die Schaffung internationaler Protektorate unter NATO-Militärschutz dauerhaft gelöst werden können. Mit Blick auf Tendenzen eines "neuen Interventionismus", vor allem gegen Länder der Dritten Welt, weist der ÖGB darauf hin, dass die Grundsätze des Völkerrechts und der UN-Charta sowie einseitige Beschlüsse von Großmächten oder von Militärbündnissen außer Kraft gesetzt werden können.

Der ÖGB begrüßt in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Vermittlungstätigkeit der Vereinten Nationen sowie des UN-Generalsekretärs in Krisenzonen der Weltpolitik. Die OSZE muss zu einer echten gesamteuropäischen Konfliktverhütungseinrichtung ausgebaut werden und kann den Grundstein eines funktionierenden gesamteuropäischen Sicherheitssystems bilden. Verstärkt müssen ferner Aktivitäten zur Schaffung eines atomwaffenfreien Europas - vom Atlantik bis zum Ural - unternommen werden. Der ÖGB fordert vom neutralen Österreich einen aktiveren Beitrag zur Konfliktvermittlung auf internationaler Ebene.

Es darf nicht so sein, dass selbsternannte Weltpolizisten von gerechten Kriegen und Schurkenstaaten sprechen. Oder wie es schon Sigmund Graf in den 60iger Jahren formuliert hat: "Die Friedensliebe fängt damit an, dass man aufhört, von gerechten Kriegen zu sprechen."

Liebe Freunde und Freundinnen, ich wünsche euch für eure Veranstaltung und für euer Gedenken am Hiroshima-Tag alles Gute!|2002-08-05 02:02:16.451695+02 832|2002|Grußbotschaft||Karl |Merkatz||||Dieser Planet ist die irdische Heimat des Menschen.
Wenn wir sie verlassen, nennen wir es sterben.
Solange wir hier leben, sollten wir Menschen uns lieben.

Wir sollten lernen, uns nicht zu vernichten und nicht den Menschen glauben, welche sagen: sie werden uns vor den Menschen schützen.

Wir wollen uns lieben.

|2002-08-05 02:03:18.200241+02 834|2002|Grußbotschaft||Pfr. Mag. Michael |Meyer |Umweltbeauftragter der evangelischen Diözese A.B. Wien|||
Sehr geehrte Damen und Herren im Friedensbüro Wien!

Als beauftragter Pfarrer für Umweltfragen in der evangelischen Diözese A.B. Wien sehe ich Ihre Arbeit als einen wichtigen Beitrag für eine deutliche und unmissverständliche Warnung vor der Entwicklung und dem Einsatz von Atomwaffen.

In Ehrfurcht vor den Opfern und Hinterbliebenen der Hiroschima- und Nagasaki-Katastrophe, sowie in dem Wissen, dass es keinen Weg daran vorbei gibt, dass die Atombombe abgeschafft gehört, möchte ich mit meiner Botschaft ihren Aufruf für das Jahr 2002 hiermit unterstützen.

Das prophetische "Schwerter zu Pflugscharen!" (Jesaja) ist eine bis heute unerfüllte, und daher immer noch aufrüttelnde Aufforderung an alle Menschen jüdisch-christlichen Glaubens, sich für eine Abschaffung der Atomwaffe einzusetzen. Diese Erde ist Teil eines unendlichen Kosmos, von dem wir glauben, dass er sich nicht dem Zufall verdankt. Vielmehr wird in dem allem Leben innewohnenden Prozess von Entfaltung und Erhaltung die Hand des Lebendigen sichtbar - Glaubende sprechen darum an dieser Stelle von der Schöpfung Gottes.

Mit der Atomwaffe, insbesondere mit der Situation im heutigen Konflikt zwischen Indien und Pakistan um die Grenzregion Kaschmir, wird die unglaubliche Möglichkeit denkbar, dass dieser Welt ein unwiederbringlicher Schaden zugefügt wird. Dies zu verhindern ist Auftrag und Ziel glaubwürdig gelebten Glaubens in der Nachfolge von Jesus von Nazareth: "Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen." (Mat. 5).

Möge Ihnen bewusst sein, dass Ihre Arbeit für den Frieden letztlich nicht übersehen wird. Sie hat ihren Sinn in der Hoffnung auf eine friedliche Welt, in der Menschen sich als Schwestern und Brüder und als Mitgeschöpfe der vielen Lebewesen auf dieser Erde erleben können. Ohne Ihren Einsatz wären wir von dieser Hoffnung noch weiter entfernt, als wir es heute sind. Und gebe Gott, dass Ihr Einsatz dazu beitragen kann, Atomwaffen wirklich und endgültig von dieser Erde zu verbannen!|2002-08-05 02:04:43.271557+02 835|2002|Grußbotschaft||Mag. Hermann |Miklas|Superintendent der Diözese Steiermark der Evangelischen Kirche in Österreich|||Es ist noch gar nicht so lange her, da haben viele von uns gehofft, dass eine Welt ohne Krieg tatsächlich möglich wäre. Die Welt ist mittlerweile noch komplexer geworden als sie es bisher schon war - und die Hoffnung auf weltweiten Frieden ist in unendlich weite Ferne gerückt. So wie es derzeit aussieht, ist sogar zu befürchten, dass die Zahl der großen und kleinen Konflikte unter der Menschheit noch weiter anwachsen wird.

Umso wichtiger ist es, dass wir intensiv an einer globalen Konfliktkultur arbeiten!
Atomwaffen sind ein absolut untaugliches Mittel zur Lösung von Konflikten und gehören weltweit geächtet.

Mir ist schmerzlich bewusst, dass - leider - auch die Dimension des Religiösen ein nicht unerhebliches Konfliktpotential in sich trägt. Darum gilt mein Appell nicht nur den ”Anderen”, sondern in besonderer Weise auch uns selbst, den Vertreterinnen und Vertretern von Kirchen und Religionsgemeinschaften: Treten wir der unseligen Vorstellung, dass die physische Vernichtung des Gegners Probleme lösen würde, mit aller Entschiedenheit entgegen.
Und helfen wir zu verhindern, dass politische oder weltanschauliche Differenzen auf dem Rücken unschuldiger Menschen ausgetragen werden.


|2002-08-05 02:05:38.095822+02 837|2002|Hiroshima Tag 2002||Evelyn |Martin |Vorsitzende der Synode der Evangelischen Kirche HB in Österreich|||”Frieden braucht Bewegung” heißt eine eben erschienene Dokumentation der Österreichischen Friedensbewegung.

Bewegung ist auch das einzige, was die Lähmung lösen kann, die Krieg erzeugt, Krieg in seinen vielen Facetten.

Wer war nicht zunächst wie gelähmt, als er die Bilder am 11.September 01 über die Bildschirme laufen sah?

Aber nicht nur an diesem Tag. Sind wir nicht ständig in Gefahr, dieser Lähmung anheim zu fallen, wenn uns Kriegsbilder erreichen: aus Palästina, Afghanistan, oder sonst irgendwo in der Welt erreichen?
Frieden braucht Bewegung.

Aber nicht nur die Bilder aus den Kriegsregionen lähmen. Es sind auch Worte, die lähmen: Aussagen von Politikern und Politikerinnen, die mit einer Selbstverständlichkeit für die Fortsetzung und Erweiterung der Rüstungsmaschinerie reden und dann noch versuchen mit populistischen Argumenten wie Arbeitsplatzsicherung und Wirtschaftsaufschwung zu argumentieren. Es ist auch die Argumentationslinie, die in der österreichischen Öffentlichkeit den Ankauf von Abfangjägern als unumgängliches Faktum darstellt, die lähmt.
Frieden braucht Bewegung.

Es lähmt auch die Verweigerung, sich mit der Geschichte unseres Landes so zu beschäftigen, dass das im Mittelpunkt steht, was unsere Mütter und Väter nach 1945 über alle Weltanschauungen und Parteien hinweg bekenntnishaft vereinte, das NIEMALS WIEDER!
Wie gelähmt war ich persönlich, als ich selbst erst kürzlich die Gedenkstätte in Rechnitz im Burgenland kennen gelernt habe, an der in den letzten Tagen des 2. Weltkriegs an die 200 ungarisch–jüdische Zwangsarbeiter ermordet wurden, deren Gräber bis zum heutigen Tag nicht gefunden, von Wissenden verschwiegen wurden.
Frieden braucht Bewegung.

Wie gelähmt sehe ich Berichte über die Entwicklung von Giftgaswaffen vor dem 1. Weltkrieg. Damals beschloss man Konventionen, die den Einsatz dieser schrecklichen Waffen verhinderten. Dafür ging es mit anderen Mitteln weiter. Jetzt höre ich, über unterschiedlichste Länder, die ihre Kernwaffenlager weiter auszubauen, allen voran die USA. Gleichzeitig mit der Aufrüstung und Aufwertung der NATO werden Aktivitäten und Einsätze der UNO zurückgedrängt, UNO-Organisationen finanziell geschmälert und machtlos gemacht.
Frieden braucht Bewegung.

Es gibt aber auch Widerstand: Bewegungen, die dagegen deutlich ihre Stimme erheben, international und solidarisch gegen diese Missstände auftreten, wie z.B. die Gruppe ”ATTAC”. Sie werden kriminalisiert, engagierte Leute werden als ”Linksradikale” abgestempelt. Klare Analysen über Wirtschafts- und Einflussmechanismen kommen kaum an die Öffentlichkeit. Massenmedien stellen sich in den Dienst populistischer Meinungsmacher und verzichten auf solche Analysen. Dagegen finden diffamierende Ausdrücke und Verallgemeinerungen wie z.B. der Ausdruck ”Schurkenstaaten” immer mehr Verbreitung. Die einfache Interpretation, die Schwarz-Weiß- und Gut-Böse-Malerei ist nach wie vor populär.
Frieden braucht Bewegung.

Wie groß muss die Lähmung noch sein, die uns löst aus dem Erstarren, die uns aktiv macht, uns einzumischen, die uns aufstehen lässt um zu sagen: Wir sind hier als Vertreter und Vertreterinnen von Kirchen und Initiativen, die den Frieden wollen, für uns, für unsere Kinder, für die ganze bewohnte Erde.
Frieden braucht Bewegung.
|2002-08-05 02:07:32.25338+02 838|2002|Grußbotschaft ||Fritz |Neugebauer |Vorsitzender der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst|||Die Zeit heilt alle Wunden, heißt es in Anlehnung an die Bekenntnisse des Heiligen Augustinus. New York kehrt nach dem 11. September langsam zurück zur Normalität, die Bannkraft des Schreckens wird von Tag zu Tag schwächer. Und doch hat der Terror der Welt eine Wunde zugefügt, die auch die Zeit nicht heilen kann: das Wissen um die eigene Verletzlichkeit.

Mindestens drei Millionen Menschen würden im Fall eines Atomkrieges zwischen Indien und Pakistan sofort getötet, mit globalen Folgen in der Größenordnung von Tschernobyl ist zu rechnen. Die falsche Waffe in falschen Händen ist heute in der Lage, der Welt Wunden zuzufügen, die niemals heilen.

Sie, meine Damen und Herren, haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Bewusstsein um die verheerenden Folgen eines Atomschlags wach zu halten, das Andenken an die Opfer von Hiroshima und Nagasaki zu bewahren als Mahnmal für künftige Generationen. Dafür gebührt Ihnen mein Dank und jede erdenkliche Unterstützung. Denn es gibt Wunden, die nie verheilen dürfen.

|2002-08-05 02:08:30.711414+02 840|2002|Grußbotschaft ||Hans |Niessl |Landeshauptmann, Burgenland|||Noch immer sind Teile unserer Welt Schauplatz zahlreicher Krisenherde und kriegerischer Auseinandersetzungen. Eine Welt ohne Krieg ist noch immer Vision, die es zu verwirklichen gilt. Und dieses große Ziel, der dauerhafte Frieden, kann nur erreicht werden, wenn es gemeinsame Anstrengungen gibt, wenn Toleranz und Menschlichkeit, Verständnis für das Andere gefördert und gelebt werden.

Von diesen Prinzipien muss auch die Integration in Europa getragen sein. In der Diskussion um diesen historischen Schritt gilt es immer wieder darauf hinzuweisen, dass die Europäische Union in erster Linie ein Friedensprojekt ist – ein Projekt, das Garant für das friedliche Zusammenleben der Menschen dieses Kontinents sein soll.

Darüber hinaus sind globale Antworten gefordert, funktionierende Mechanismen, die über das verbale Bekenntnis zu einer Welt ohne Krieg hinausgehen. Kant hat Frieden als ”eine Meisterleistung der Vernunft” beschrieben. In diesem Sinne haben sich die Wiener Friedensbewegung sowie die Hiroshima-Gruppe Wien besondere Verdienste erworben – dieses Engagement für den Frieden, für eine Welt ohne Atomwaffen verdient größten Respekt, Dank und Anerkennung.
|2002-08-05 02:09:41.387416+02 842|2002|Das Recht aller Menschen auf Leben ist das grundlegendste aller universellen Menschenrechte.|Grußbotschaft Hiroshima-Tag 2002|Univ. Prof. Dr. Manfred |Nowak|Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für Menschenrechte in Wien und Richter an der Menschenrechtskammer für Bosnien und Herzegowina in Sarajevo |||Das Recht aller Menschen auf Leben ist das grundlegendste aller universellen Menschenrechte, zu dessen aktivem Schutz die Staaten völkerrechtlich verpflichtet sind. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass dieses Menschenrecht im Fall eines Krieges nicht mehr gelten würde. Im Gegenteil, die ausdrückliche Befugnis der Staaten, im Fall eines Kriegs oder öffentlichen Notstands Menschenrechte durch Ausnahmeregelungen außer Kraft zu setzen, gilt nicht für das Recht auf Leben, da dieses wie das Folter- oder Sklavereiverbot als sogenanntes ”notstandsfestes Recht” garantiert ist. Ausnahmen vom Recht auf Leben sind folglich nur im Rahmen ”rechtmäßiger Kriegshandlungen” zulässig. Diese sind im Völkerrecht, das seit der Schaffung der Vereinten Nationen auf dem Grundsatz eines allgemeinen Gewaltverbots beruht, sehr beschränkt. Kriege dürfen nur zur Selbstverteidigung oder nach ausdrücklicher Ermächtigung durch den Sicherheitsrat aufgrund einer Resolution im Rahmen des Kapitels VII der UNO-Satzung geführt werden. Aber auch im Rahmen einer völkerrechtlich erlaubten Anwendung militärischer Gewalt sind die Regeln des humanitären Völkerrechts einzuhalten, und zwar insbesondere der Schutz der Zivilbevölkerung und das Verbot von Waffen, die unnötiges Leiden von Menschen und/oder schwere und langfristige Umweltschäden verursachen. In dem am 1. Juli 2002 in Kraft getretenen Statut des neu geschaffenen Internationalen Strafgerichtshofs, gegen den die USA derzeit mit allen Mitteln Sturm laufen, wird die vorsätzliche Tötung von Menschen ”im Rahmen eines ausgedehnten oder systematischen Angriffs gegen die Zivilbevölkerung” ausdrücklich als Verbrechen gegen die Menschlichkeit definiert, das der Zuständigkeit dieses Gerichtshofs in Den Haag unterliegt.

Der Einsatz von Atomwaffen, der zum Beispiel im Kashmir-Konflikt in den Bereich des Möglichen gerückt wird und auch in den verschiedenen Strategien der USA als ”Weltpolizist” nicht ausgeschlossen wird, richtet sich nicht gegen Kombattanten, sondern stellt einen ausgedehnten Angriff auf die Zivilbevölkerung dar, der, wie die Erfahrung mit den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki eindringlich belegen, mehr als nur ”unnötiges Leiden” von Menschen und die schwersten der derzeit möglichen langfristigen Umweltschäden verursacht. Es kann daher kein Zweifel daran bestehen, dass der Einsatz von Atomwaffen durch Staaten, und zwar unabhängig davon, ob sie Vertragsparteien des Vertrags zur Nicht-Verbreitung von Atomwaffen sind oder nicht, eine der schwersten Verletzungen des humanitären Völkerrechts und des Menschenrechts auf Leben darstellt. Jede Person, die an einem Einsatz von Atomwaffen beteiligt ist (von jenem Soldaten, der die Bombe abwirft bis zu dem Präsidenten eines Staates, der den Einsatz von Atomwaffen anordnet), macht sich eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit schuldig und soll daher in Zukunft an den Internationalen Strafgerichtshof ausgeliefert werden.

Wenn der Einsatz von Atomwaffen ausnahmslos, also auch im Fall eines an sich völkerrechtlich zulässigen Krieges, eine Verletzung des Menschenrechts auf Leben und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellt, so besteht keinerlei Rechtfertigung für die Entwicklung und Herstellung solcher Waffen. Der UNO-Ausschuss für Menschenrechte, das höchste Organ der Vereinten Nationen zur Überwachung der Einhaltung des Internationalen Pakts über Bürgerliche und Politische Rechte, hat folgerichtig schon im Jahr 1984 in einer damals aufsehenerregenden Entscheidung festgestellt, dass nicht nur der Einsatz, sondern auch die Planung, Erprobung, Herstellung sowie der Besitz und die Aufstellung von Atomwaffen zu den größten Bedrohungen des Rechts auf Leben zählt, mit denen die Menschheit heute konfrontiert ist. Daher sollte die Produktion, Erprobung, der Besitz, die Aufstellung und der Einsatz von Atomwaffen explizit verboten und als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anerkannt werden. Letzteres ist durch das Statut des Internationalen Strafgerichtshofs zwar nicht explizit, wohl aber implizit geschehen. Was bleibt, ist die Forderung an alle Regierungen der Welt, nicht nur das moralische Gebot einer atomwaffenfreien Welt umzusetzen, sondern auch ihre völkerrechtliche Verpflichtung zu erfüllen, die Menschheit von der mit der bloßen Existenz von Atomwaffen verbundenen Gefahr für das Menschenrecht auf Leben zu befreien. Nur eine vollständige Vernichtung aller Atomwaffen kann der kollektiven Verantwortung der Staaten zum aktiven Schutz des Rechts auf Leben gerecht werden.

|2002-08-05 02:11:41.96836+02 843|2002|Grußbotschaft zum Hiroshima-Gedenktag||Rudolf |Nürnberger|Abgeordneter zum Nationalrat (SPÖ), Vorsitzender der Gewerkschaft Metall – Textil, Vizepräsident des ÖGB|||Hiroshima und Nagasaki – diese zwei Städte sind weit weg von uns Österreicherinnen und Österreichern. Sie sollten uns aber trotzdem immer im Gedächtnis bleiben. Und sie sollten uns immer daran erinnern, dass wir alles dazu tun müssen, um in einer friedlichen Welt leben zu können. Gerade in den letzten Monaten hat sich gezeigt, wie wichtig das ist: der Konflikt im Nahen Osten, der Konflikt zwischen den ”Atommächten” Indien und Pakistan und der Terrorismus auf der ganzen Welt. Hiroshima und Nagasaki dürfen sich niemals wiederholen. Eine Reduzierung von Atomwaffen, wie das Russland und die USA vereinbart haben, reicht dafür nicht – der einzige Weg dazu ist eine atomwaffenfreie Welt.


|2002-08-05 02:13:03.985226+02 845|2002|DIE BOMBE||Karl|Öllinger|Abgeordneter zum Nationalrat (Grüne)|||Als mein Kollege Alexander Van der Bellen Ihnen letztes Jahr eine Grußadresse zukommen ließ, erschreckte ihn die Ankündigung der US-Regierung, internationale Abkommen der Rüstungskontrolle und -reduktion ignorieren bzw. aufkündigen zu wollen. Damit war die Angst verbunden, dass ein zu Beginn der Neunziger Jahre, wenn schon nicht überwundenes, so doch deutlich abgeschwächtes System der Massenvernichtung, das wir fast schon verniedlichend "DIE BOMBE" nennen, wieder auferstehen könnte.

Ein Jahr später bleibt es mir zu resümieren: Sie ist wieder da, DIE BOMBE. Im letzten Jahr rückte dieser Planet so nah an den Einsatz atomarer Waffen heran wie seit mehr als vierzig Jahren nicht mehr. Es ist DIE BOMBE in den Händen nationalistischer und chauvinistischer PolitikerInnen ein Symbol nationaler Identität, ja geradezu zum Sinnbild der Existenz eines im regionalen Konflikt mit dem Nachbarland handlungsfähigen Staates geworden. Es ist - auch wenn die politisch Verantwortlichen beider Staaten auf internationalen Druck hin inzwischen versichern, DIE BOMBE nicht einzusetzen - in der nationalistischen und teilweise auch religiös überlagerten Verehrung DER BOMBE eine fast schon logische Konsequenz, sich nicht mehr allein mit dem Symbol von Handlungsfähigkeit zu begnügen, sondern diese Handlungsfähigkeit auch im wahrsten Sinne des Wortes zur Ehre der Nation oder der jeweiligen Interpretation von Religion aufblitzen zu lassen. Die vor fünfzehn, zwanzig Jahren unter MilitärstrategInnen diskutierte und von uns - den KriegsgegnerInnen, den GegnerInnen atomarer Massenvernichtung - kritisierten Vorstellung eines territorial begrenzten Atomkriegs ist realistisch, praktisch durchführbar geworden.

Das letzte Jahr hat aber nicht allein mit dem Konflikt zwischen Indien und Pakistan und der Dimension eines regionalen Konflikts mit nuklearem Waffenpotential, sondern auch mit den Terrorangriffen von 11. September, mit dem Krieg in Afghanistan, mit der von beiden Konfliktseiten betriebene Eskalation der Gewalt in Israel und den inzwischen wieder besetzten Gebieten und nicht zuletzt auch mit einer Groteske um einen vier Fußballfelder großen Steinhaufen neue Dimensionen des Konflikts, des Krieges, der Gewalt von der Ebene des Denkbaren auf die Ebene des Realistischen geholt.

Machen wir uns nichts vor: Seit Jahrzehnten machen wir Jahr für Jahr am Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Nagasaki und an dieser Stelle auf die von DER BOMBE ausgehenden Gefahr für die Menschheit aufmerksam. Wir machen das heuer wieder, und wir werden es nächstes Jahr wieder machen. Kundgebungen wie diese hier gibt es in vielen, sehr vielen Städten dieser Welt. Kaum einer der ProtagonistInnen der Gewalt wird es registrieren und schon gar nicht ernst nehmen.

Aber gerade im letzten Jahr sind viele Phantasien der Gewalt und des Terrors Realität geworden, die zuvor für undenkbar gehalten wurden. Es wird auch unsere Phantasie der Abrüstung, der Konfliktprävention und des friedlichen Miteinanders von Menschen, unabhängig ihrer Religion, ihrer Hautfarbe, ihres Geschlechts, ihrer sozialen oder geographischen Herkunft, ihrer sexuellen Orientierung, unabhängig jeder noch so ausgefeilten Konstruktion der Trennung in Untergruppen, Realität werden; irgendwann. Weil es dieses irgendwann gibt, nein: damit es dieses irgendwann gibt; und damit es dieses irgendwann möglichst bald gibt, deshalb stehen Sie heute hier; und deswegen schreibe ich diese Grußbotschaft.
|2002-08-05 02:15:16.956666+02 846|2002|Für eine atomwaffen- und atomkraftfreie Erde|Grußbotschaft zum Hiroshima-Tag|Heidemaria |Onodi|Landeshauptmannstellvertreterin, Niederösterreich|||Die bisher beiden einzigen Atombombenabwürfe im Rahmen eines Krieges haben der Menschheit hoffentlich eines gezeigt: Atomwaffen sind nicht Waffen gegen einen “Kriegsgegner”, sondern sie richten sich in ihrer Zerstörungskraft, in ihren Auswirkungen und Spätfolgen gegen die gesamte Menschheit, ja gegen die menschliche Zivilisation selbst. Ein Atomkrieg ist nicht zu gewinnen. Es gibt nur Verlierer! Verlierer sind alle - Menschen, Tiere, Pflanzen, Umwelt - die Welt, wie wir sie heute kennen, wie wir sie schätzen gelernt haben. Auch bei der Atomkraft wird noch immer mit einer Technologie gearbeitet, die nicht vollständig beherrschbar ist und dies wohl auch für die nächsten Jahrzehnte bleiben wird.

Mein Appell gilt den Politikern der Nationen, den Menschen und all jenen, die es in der Hand haben, eine Wende in der Atomtechnologie - in der friedlichen Nutzung, wie auch in der Waffentechnologie - einzuleiten. Nehmen wir die Verantwortung für unsere Kinder und für künftige Generationen ernst. Maßen wir uns nicht Kräfte an, die wir nicht beherrschen und wohl auch niemals ganz beherrschen werden. Maßen wir uns nicht an, ein Vernichtungspotential auf dieser Erde anzusammeln, welches die göttliche Schöpfung und die Schönheit ihrer Schaffenskraft binnen Sekunden zerstören könnte. Die Menschheit hat es im Dritten Jahrtausend in der Hand, dem Jahrtausend der Kriege ein Jahrtausend des Friedens folgen zu lassen. Dafür gilt es zu arbeiten - für eine atomwaffen- und atomkraftfreie Welt.


|2002-08-05 02:16:23.673894+02 850|2002|Grußbotschaft||Univ.-Prof. Dr. Anton |Pelinka||||Die politischen Entwicklungen - vor allem die in Kaschmir - zeigen die Bedrohung des Weltfriedens und der Welt durch Atomwaffen. Eine systematische Reduktion des atomaren Potentials und die Verhinderung der weiteren Verbreitung von Atomwaffen liegen im Interesse aller. Hiroshima und Nagasaki haben erleben müssen, was die Zerstörungsgewalt dieser Waffen bewirkt. Daraus müssen wir die richtigen Lehren ziehen.

|2002-08-05 02:20:50.025651+02 851|2002|Grußbotschaft||Mag. Walter|Posch|Abgeordneter zum Nationalrat (SPÖ)|||ich danke euch herzlich für eure initiative, die ich für sehr wichtig halte, weil es nicht nur darum geht, der toten der furchtbaren atomaren schläge auf hiroshima und nagasaki zu gedenken, sondern zu zeigen, dass es auch menschen gibt, die sich jener wahnwitzigen logik widersetzen, die glauben macht, dass mit militärischer atomarer gewalt irgendwelche konflikte zu lösen sind. mögen es immer mehr menschen sein, die mit demokratischen mitteln die kriegshetzer jeglicher staatlicher zugehörigkeit in ihre schranken weisen.

ich wünsche eurer initiative viel erfolg!
walter posch

|2002-08-05 02:23:12.054259+02 848|2002|Grußbotschaft des Wiener SPÖ-Gemeinderatsklubs zum Hiroshima-Gedenktag 2002||Christian |Oxonitsch|Klubvorsitzender, Wiener SPÖ-Gemeinderatsklub|||An die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der traditionellen Veranstaltung der Friedensbewegung zum Gedenken an die Opfer der Atombombenabwürfe richtet der Klubvorsitzende Christian Oxonitsch im Namen des Wiener SPÖ-Gemeinderatsklubs folgende Grußbotschaft:

Die kontrollierte Abrüstung von atomaren Massenvernichtungswaffen bleibt eine der wichtigsten Aufgaben globaler Friedenssicherung: Eine Erkenntnis, die auf eines der furchtbarsten Ereignisse des vorigen Jahrhunderts zurückgeht: Den Abwurf der Atombomben über Hiroshima und Nagasaki vor über 50 Jahren. Kaum ein Ereignis hat die Öffentlichkeit so erschüttert, Wissenschaft und Politik so geprägt. Eines ist dabei unmissverständlich klar geworden: Eine Welt, die auf Nuklearwaffen setzt, ist eine Welt, die dem Untergang geweiht ist.

Umso trauriger, dass auch über 50 Jahre später die Botschaft von Hiroshima und Nagasaki neue Aktualität gewonnen hat: Die von den USA forcierte Entwicklung neuer Atomwaffen oder auch der Konflikt zwischen den „Atomwaffenstaaten“ Indien und Pakistan zeigt, dass wir den Begriff „Atomkrieg“ wohl noch einige Zeit in unserem Wortschatz werden behalten müssen. Das vor allem aber deshalb, um unermüdlich auf die fatale Wirkung von Atomwaffen hinzuweisen: Die Bilder von Hiroshima und Nagasaki dürfen nicht in Vergessenheit geraten, müssen als erschütterndes Beispiel menschlicher Anmaßung über die Welt auch an die kommenden Generationen weiter gegeben werden. Auch deshalb ist dieser wiederkehrende Gedenktag an die Opfer dieser Katastrophe von so großer Bedeutung.

Zur Abschaffung von Atomwaffen gibt es keine vernünftige Alternative: Die Mitglieder des Wiener SPÖ-Gemeinderatsklubs treten für eine Welt ohne Kriege und ohne neuen atomaren Rüstungswettlauf ein. Nur die Investition in Mittel der zivilen Konfliktvermeidung, nur eine enge zwischenstaatliche Zusammenarbeit, aber auch die Investition in soziale Gerechtigkeit und Solidarität kann die nächsten Kriege verhindern.

Wir wollen eine Welt ohne Rassismus, Ausgrenzung und Gewalt. Jede internationale Bemühung um eine Ächtung und Vernichtung aller Atomwaffen ist bedingungslos zu unterstützen. Die restlose Abschaffung aller Nuklearwaffen ist die friedenspolitische Herausforderung der Gegenwart.

Nie wieder Krieg!
|2002-08-05 02:18:48.795446+02 849|2002|Grußbotschaft||Dr. Herbert |Peherstorfer |Vorsitzender des österr. Zweiges des Internationalen Versöhnungsbundes|||57 Jahre sind vergangen seit diesem Wahnsinns"experiment", das die Grenzenlosigkeit menschenverachtender Tötungs- und Zerstörungswut vor Augen führte. Die Zeitzeugen werden weniger. Deshalb ist es umso wichtiger das Gedenken an diesen Schiffbruch der Menschlichkeit wach zu halten, als mahnendes Sinnbild für die bis heute andauernde Vorstellung, mit Gewalt Frieden schaffen zu können.

Würden die Mittel, die sinnloserweise für Waffen und Armeen verschwendet werden, für eine gerechtere Verteilung der Güter dieser Erde eingesetzt, ein riesiges Aggressionspotential würde verschwinden. Neue Abfangjäger wären noch sinnloser, eine starke Grenzüberwachung durch überforderte Rekruten erst recht entbehrlich.

Hingegen treibt die Vorbildwirkung der traditionellen Atommächte immer mehr Staaten zu Prestigeprojekten hinsichtlich Atomrüstung, die leicht zu atomar ausgetragenen Konflikten führen können. Es ist daher unabdingbar, Vereinbarungen über - insbesondere atomare - Rüstungsbegrenzungen einzufordern, abzuschließen und deren Einhaltung zu überwachen, wollen wir nicht in eine Bunkermentalität verfallen, die für niemanden mehr ein menschenwürdiges Leben zulässt.

|2002-08-05 02:19:58.97932+02 918|2002|Peace Declaration|August 6, 2002||City of Hiroshima||||Another hot, agonizing summer has arrived for our hibakusha who, fifty-seven years ago, experienced "the end of the world," and, consequently, have worked tirelessly to bring peace to this world because "we cannot allow anyone else to go through that experience."

One reason for their agony, of course, is the annual reliving of that terrible tragedy.

In some ways more painful is the fact that their experience appears to be fading from the collective memory of humankind. Having never experienced an atomic bombing, the vast majority around the world can only vaguely imagine such horror, and these days, John Hersey’s Hiroshima and Jonathan Schell’s The Fate of the Earth are all but forgotten. As predicted by the saying, "Those who cannot remember the past are condemned to repeat it," the probability that nuclear weapons will be used and the danger of nuclear war are increasing.

Since the terrorist attack against the American people on September 11 last year, the danger has become more striking. The path of reconciliation--severing chains of hatred, violence and retaliation--so long advocated by the survivors has been abandoned. Today, the prevailing philosophy seems to be "I’ll show you" and "I’m stronger than you are." In Afghanistan and the Middle East, in India and Pakistan, and wherever violent conflict erupts, the victims of this philosophy are overwhelmingly women, children, the elderly, and those least able to defend themselves.

President Kennedy said, "World peace…does not require that each man love his neighbor--it requires only that they live together with mutual tolerance…." Within this framework of tolerance, we must all begin cooperating in any small way possible to build a common, brighter future for the human family. This is the meaning of reconciliation.

The spirit of reconciliation is not concerned with judging the past. Rather, it open-mindedly accepts human error and works toward preventing such errors in the future. To that end, conscientious exploration and understanding of the past is vital, which is precisely why we are working to establish the Hiroshima-Nagasaki Peace Study Course in colleges and universities around the world.

In the "spiritual home for all people" that Hiroshima is building grows an abundant Forest of Memory, and the River of Reconciliation and Humanity flowing from that forest is plied by Reason, Conscience and Compassion, ships that ultimately sail to the Sea of Hope and the Future.

I strongly urge President Bush to visit Hiroshima and Nagasaki to walk through that forest and ride that river. I beg him to encounter this human legacy and confirm with his own eyes what nuclear weapons hold in store for us all.

The United States government has no right to force Pax Americana on the rest of us, or to unilaterally determine the fate of the world. On the contrary, we, the people of the world, have the right to demand "no annihilation without representation."

Article 99 of the Japanese Constitution stipulates that "The Emperor or the Regent as well as Ministers of State, members of the Diet, judges, and all other public officials have the obligation to respect and uphold this Constitution." The proper role of the Japanese government, under this provision, is to avoid making Japan a "normal country" capable of making war "like all the other nations." The government is bound to reject nuclear weapons absolutely and to renounce war. Furthermore, the national government has a responsibility to convey the memories, voices, and prayers of Hiroshima and Nagasaki throughout the world, especially to the United States, and, for the sake of tomorrow’s children, to prevent war.

The first step is to listen humbly to the hibakusha of the world. Assistance to all hibakusha, in particular to those dwelling overseas, must be enhanced to allow them to continue, in full security, to communicate their message of peace.

Today, in recalling the events of 57 years ago, we, the people of Hiroshima, honor this collective human memory, vow to do our utmost to create a "century of peace and humanity," and offer our sincere prayers for the peaceful repose of all the atomic bomb victims.

Tadatoshi Akiba
Mayor
The City of Hiroshima

|2002-08-06 09:34:09.555105+02 922|2002|Friedenspolitik ist heute wichtiger denn je!||Rudolf |Fußi|Bundesvorsitzender der Demokraten, Initiator des Volksbegehrens gegen Abfangjäger|||Liebe Freundinnen und Freunde!

Ich danke Ihnen, die Sie immer wieder Zeichen für eine aktive Friedenspolitik setzen. Die Waffen- und Kriegslobby macht Milliardengewinne und scheint für uns alle ein unbesiegbarer Gegner zu sein. Wie mein Volksbegehren aber bewiesen hat, ist Friedenspolitik heute wichtiger denn je.

Tausende Waffengeilisten ergötzen sich bei Flugshows oder lassen sich per CNN den Krieg ins Wohnzimmer kommen. Töten per Mausklick. Mega-In und Megageil so ein Kriegsspiel, oder? NEIN! Es liegt an uns allein, diesen Kräften entgegenzuwirken. Es muss unser kurzfristiges Ziel sein , die geplante Flugshow in Zeltweg im Sommer 2003 zu verhindern. Brauchen wir erst bei uns Tote, bis man einsieht, dass diese mit Steuergeldern geförderten Werbeveranstaltungen etwas bringen?

Setzen wir mit unserem Kampf in Österreich ein Zeichen. Lasst uns das erste Land in Europa sein, dass NEIN zur Aufrüstung in Europa sagt. Ich baue auf Sie. Vielen Dank für all Ihre Mühen, sie werden sich bezahlt machen!

Liebe Grüße!
Ihr Rudolf Fußi,
Bundesvorsitzender der Demokraten und Initiator des Volksbegehrens gegen Abfangjäger"
|2002-08-06 09:40:03.012564+02 853|2002|Grußbotschaft||MMaga. Dra. Madeleine |Petrovic|Abgeordnete zum Nationalrat (Grüne)|||Ich möchte Ihnen aus Anlass des heurigen Hiroshima-Tages viel Erfolg wünschen und aus einem mir wichtig erscheinenden Aufruf der "Aktionsgemeinschaft gegen die Atomkriegsgefahr" zitieren:

"Mit Entsetzen haben wir erfahren, dass die USA laut offiziell bestätigten Berichten an der Entwicklung einer neuen Generation von Atomwaffen arbeiten, die "unter bestimmten Umständen" auch für einen Erstschlag verwendet werden sollen. Als mögliche Ziele für solche Angriffe werden neben fünf sogenannten Schurkenstaaten (Irak, Iran, Lybien, Syrien, Nordkorea) auch Russland und China genannt, die mit den USA in der weltweiten Koalition gegen den Terrorismus zusammenarbeiten.
Damit wird nach der einseitigen Aufkündigung des ABM-Vertrages über die Beschränkung der Zahl von Abwehrraketen ein weiterer Schritt zu einer verhängnisvollen Destabilisierung der Welt getan. Man muss annehmen, dass eine solche Ankündigung zu entsprechenden Gegenmaßnahmen in den als mögliche Ziele genannten Staaten führen wird.
Das bedeutet eine drastische Erhöhung der Gefahr, dass es in einer kritischen weltpolitischen Situation aufgrund von Missverständnissen oder Kurzschlusshandlungen zu einem massiven Einsatz von Kernwaffen und möglicherweise zu einer nicht mehr aufzuhaltenden Eskalation bis zu einem atomaren Weltkrieg kommen könnte."

Dieser alarmierende Aufruf zum Protest, der von prominenten FriedensaktivistInnen initiiert wurde, kann unter der Kontaktadresse:
Georg Breuer,
Birnbaumgasse 4/3;
1100 Wien
bezogen werden. Er entspricht dem Geist der Gedenkveranstaltungen zum ersten Einsatz der Atombombe in der Geschichte vor 57 Jahren in Hiroshima. Und er kann für alle Atomwaffengegnerinnen und Atomwaffengegner eine wichtige Arbeitsgrundlage im kommenden Jahr sein.
|2002-08-05 02:25:39.590276+02 854|2002|Grußbotschaft||Maga. Barbara|Prammer|Abgeordnete zum Nationalrat (SPÖ)|||Schon am 11. März 1942 beschrieb Günther Anders ihm zuvor unbekannte Gefühle, die er während des Besuches einer technischen Ausstellung in Los Angeles gehabt hatte. Er nannte sie "prometheische Scham". Später unter dem Eindruck der Vernichtungslager der Nazis und der Atombombe gestalteten sich diese Gedanken klarer und erschreckender. Das Gefühl der "prometheischen Scham" war eine Folge der Erkenntnis, dass sich zwischen den Kapazitäten des menschlichen Herstellens und Vorstellens eine Kluft aufgetan hatte, die sich ständig erweiterte. Die Technik war über die Sphäre des Ausdenkbaren hinausgewachsen.(1)

Angesichts der Tatsache, dass die Menschheit nun zum ersten Mal die konkrete Möglichkeit ihrer Selbstvernichtung entdeckte rief dieser "Prophet der Verzweiflung"(Traverso) in seinem Buch "Die atomare Drohung" auf: "Was wir bekämpfen, ist nicht dieser oder jener Gegner, der mit atomaren Mitteln attackiert oder liquidiert werden könnte, sondern die atomare Situation als solche. Da dieser Feind aller Menschen Feind ist, müssten sich diejenigen, die einander bisher als Feind betrachtet haben, als Bundesgenossen gegen die gemeinsame Bedrohung zusammenschließen."(2)

Diese Worte sollen uns gleichermaßen Mahnung zur Erinnerung und Auftrag zur Gestaltung einer aktiven Friedenspolitik, auch und gerade im Rahmen eines neutralen Österreich, sein.

(1) Traverso, Enzo: Auschwitz denken. Die Intellektuellen und die Shoah,
Hamburg 2000
(2) Anders, Günther: Die atomare Drohung, 1972
|2002-08-05 02:26:43.043394+02 855|2002|Grußbotschaft zum Hiroshima-Tag||Christa |Prets|Mitglied des Europäischen Parlaments (SPÖ)|||Am 6. und 9. August 1945 starben 300.000 Männer, Frauen und Kinder durch die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Auch heute noch leiden unzählige Menschen unter den unvorstellbaren physischen und psychischen Folgen.

"Was uns nun bedroht, ist ein Ende, das wir selbst produzieren und das wir nicht nur produzieren können, sondern das wir nicht zu produzieren beinahe unfähig sind", schrieb der Philosoph Günther Anders über die ersten Atombombenabwürfe auf "zivile Ziele". Angesichts der unglaublichen Bedrohung durch Atomwaffen, die vor 57 Jahren zur traurigen Realität wurde, ist sein Pessimismus verständlich. Doch Anders wollte mit seiner "engagierten Philosophie" dazu motivieren, gegen die Auslieferung der Menschen an die von ihnen selbst geschaffene Gefahr anzukämpfen.

In meiner Funktion als Europaparlamentarierin ist es mir ein besonderes Anliegen, für eine friedliche und vor allem atomwaffenfreie Welt einzutreten. In der Europäischen Union arbeiten 15 Länder zusammen, die sich vor 60 Jahren noch bekriegt haben. Das ist für mich das beste Beispiel, dass es sich lohnt, Projekte ins Leben zu rufen, die das Verständnis zwischen Völkern fördern und Hass überwinden helfen.

In diesem Sinne grüße ich alle, die sich heute hier eingefunden haben, um der Opfer der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki zu gedenken und ein Zeichen für Frieden und Hoffnung zu setzen.

|2002-08-05 02:27:36.300146+02 856|2002|Grußbotschaft zum Hiroshima-Tag am 6. August 2002||Asta |Pusch|Stellvertretende Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) |||In einer U-Bahnunterführung fand ich einen Zettel hängen.

mitmachen heiß:
mitschuldig sein

nicht mit-machen heißt
nicht immer
unschuldig sein

nicht-mitmachen
aber davon zu wissen
und
es nicht zu verhindern
macht meist genauso
mitschuldig.

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an der Demonstration für den Frieden möchte ich meinen Dank und meine Bewunderung aussprechen, dass sie nicht aufhören, eine Welt ohne Krieg und Atomwaffen einzumahnen.
|2002-08-05 02:28:33.768889+02 858|2001|Hiroshima-Tag||Joachim|Rathke|Superintendent, Evangelische Kirche A.B., Kärnten|||Solange der Mensch mit seinem Forscherdrang allein bleibt und sich einbildet, eine ethische Verantwortung der Ergebnisse seiner Forschung an die Politik abgeben zu dürfen, werden wir immer in Sackgassen geraten. Wir haben den Kairos von Hiroshima und Nagasaki nicht wahrgenommen. Es hat uns die Katastrophe der Macht nicht so weit erschreckt, dass wir erkannt hätten, mit der Atomenergie keinen Fortschritt der Menschheit zu erzielen. Wir hielten es in den "Ostermärschen" schon für einen ethischen Fortschritt, die Atomenergie nur für friedliche Zwecke einzusetzen. Nun stecken wir in der Sackgasse von Gorleben. Die Forschung stellt uns vor immer neue Kairoi. Wann werden wir ihre Herausforderung endlich ergreifen und grundsätzlich und ausschließlich für die Menschlichkeit allein votieren!|2002-08-05 02:31:10.534313+02 859|2002|Liebe FreundInnen im Kampf gegen den Atomkrieg!||Joachim |Rathke|emeritierter Superintendent von Kärnten und Osttirol |||Liebe FreundInnen im Kampf gegen den Atomkrieg!

Ich danke Ihnen für die Gelegenheit in Ihrem Gedenken an Hiroshima und Nagasaki etwas gegen die Verwendung von Atomwaffen und der Atomenergie zu sagen.

Mancher schüttelt den Kopf, wenn er Sie in der Mahnwache auf der Straße sieht. Aber das tut nur jener, der nicht weiter denkt. Er erregt sich immer nur über den jeweils neuesten Skandal. Dabei sind 57 Jahre eine kurze Zeit für die Entwicklung des menschlichen Bewusstseins. Das stimuliert aber die Nachhaltigkeit des Protestes. Man bedenke, dass der Mensch immer dann in Gefahr ist, in Sackgassen der Entwicklung zu geraten, wenn er einseitig wird. Es ist einseitig, wenn ein Wissenschafter und Techniker nur sein Ziel verfolgt und alle Fragen nach der Sinnhaftigkeit, geschweige nach dem Ethos seines Forschens ausklammert. Überlässt er das Produkt seiner Arbeit anderen, im Falle der Atombombe und des Atomkraftwerks den Politikern, dann tut er Unrecht. Denn er klammert das Leben aus. Er akzeptiert stillschweigend, dass mit dem Produkt seiner Arbeit dem Tode gedient wird und wiegt sich in der Hoffnung, unschuldig zu bleiben, weil er ja nur seinen an sich ehrenwerten Beruf ausgeübt hat. So gerät die Menschheit in die Sackgasse. Man geht nur in eine Richtung auf ein Ziel zu und blickt nicht um sich, um nicht dem Menschen in die Augen zu schauen und unsicher zu werden.

Aber ich bemerke, dass wir klüger werden. Die Nachhaltigkeit des Protestes lohnt sich. Das Klonen kann zu einer neuen Sackgasse werden, wenn dabei ein neuer Menschen kreiert wird, der sich selber fortpflanzen kann. Der Hersteller dieser neuen Menschheit hat nichts von göttlicher Güte und Weisheit an sich, sondern will nur etwas machen, weil er meint, dass er's kann - er probiert's halt. Das ist eine kindische Art, zu leben. Aber inzwischen haben viele gelernt, was Sie bei Ihrer Mahnwache wissen und wollen: Nein zu sagen. Vor falschen Wegen zu warnen, sich aus den Sackgassen wieder rückwärts heraus zu bemühen. Das Ethos des Handelns und die Verantwortung für die Folgen mit dem Wissen und Können des Wissenschafters und Technikers zu verbinden. Den Menschen zu sehen und das Ganze der Schöpfung im Augen zu haben. Gott segne Sie in der Nachhaltigkeit unseres gemeinsamen Wollens.|2002-08-05 02:31:40.261079+02 860|2002|Grußbotschaft zum Hiroshima-Gedenken am 6.8.2002||Dr. Hannelore |Reiner|Evangelische Oberkirchenrätin A.B., Wien|||Wir leben in einer gespaltenen Welt.
Gespalten in Nord-Süd, Arm-Reich, Kriegstreibern und Friedensstiftern ...
Die Grenzen gehen quer durch und lassen sich nicht in Reichen des Guten und Bösen klar definieren, wie es heute – gerade in der westlichen Welt – so leicht geschieht.
In einer derart gespaltenen Welt können auch Atomwaffenarsenale kein Abschreckungsmittel der einen gegen die anderen sein.
Denn sie vertiefen nur die Gräben, die unsere Welt aufreißen,
sie erzeugen fortwährend Angst und Schrecken
und verhindern so ernsthafte Schritte hin zu der e i n e n Welt.
Möge das diesjährige Hiroshima-Gedenken in Wien und an anderen Orten unserer Welt ein wirksamer Beitrag sein für eine gemeinsame Zukunft in einer Welt, die bereit ist,
die aufgerissenen Gräben zu überwinden und damit dort beginnt,
wo sie am gefährlichsten sind – bei der Atomgefahr.
|2002-08-05 02:33:01.199988+02 862|2002|Grußbotschaft zum Hiroshima Tag||DDr. Severin |Renoldner|Vizepräsident Pax Christi Österreich, Leiter des Sozialreferates der Diözese Linz|||Liebe Freundinnen und Freunde,

in diesem Jahr erleben wir eine eigentümliche Entwicklung der internationalen Abrüstung. Während in Afghanistan noch immer täglich Menschen als Kriegsopfer sterben, wurde Anfang des Jahres noch behauptet, das Engagement so vieler Länder gegen den Terrorismus bringe auch eine neue Qualität in die Sicherheitspolitik der UNO. Das Gegenteil ist eingetreten. Kaltschnäuzig wie noch nie gehen die Großmächte mit der UNO um.

Eine neue Rüstungskoalition zwischen Russland und den USA kündigt sich an. Aber bringt sie weniger Atomgefahr? So erfreulich die Koalition ist, sie sichert den beiden Staaten alle Privilegien der Atomrüstung, und augenzwinkernd Einverständnis zu allem, was die Regierungen "Terrorismusbekämpfung“ nennen, von Tschetschenien über Afghanistan bis nach Palästina.

Die Entwicklung neuer "einsetzbarer" Nuklearwaffen wird vorbereitet, ebenso eine US-Strategie mit der offenen Androhung präventiver Atomwaffeneinsätze. Im Schatten des Afghanistankrieges wurde das Diktaturregime von Pakistan in der westlichen Welt anerkannt, das sich sogleich zu einer Radikalisierung in der hochgefährlichen Kashmir-Frage ermutigt fühlte. Die Welt hat 2002 erlebt, dass diese Frage eine ernste Anlassgefahr für einen Atomkrieg enthält, und dass es nicht gesichert wäre, wie die übrige Welt auf eine solche Katastrophe reagieren würde.

In dieser Zeit wird eine neue Friedensbewegung notwendiger denn je. Die Erinnerung an Hiroshima soll dazu beitragen. Ich danke allen, die jedes Jahr diese Erinnerung wach halten und aufrütteln.

Herzliche Grüße und viel Glück im Engagement gegen alle Atomwaffen!

|2002-08-05 02:34:55.084376+02 863|2002|Grußbotschaft||Hans-Peter |Richter|Deutscher Friedensrat|||Liebe Freunde und Freundinnen in Österreich!

Genau zur selben Zeit wie in Wien findet am 6. August auch eine Gedenkzeremonie in Berlin statt. Wir treffen uns traditionell (seit 1989) an der von der japanischen Glockengesellschaft gestifteten Friedensglocke im Volkspark Friedrichshain. Leider treffen sich dort nur höchstens 200 Leute bisher. Wir beneiden Euch um Eure großen Veranstaltungen auf dem Stephansplatz.

Wir schließen uns inhaltlich vollkommen Eurer Analyse an. Die Gefahr durch Atombomben ist nicht gebannt, im Gegenteil. Dabei ist die Lage in Deutschland ja viel schlimmer als in Österreich, denn hier lagern noch mindestens 60 Atombomben der USA (10 in Büchel und 50 in Ramstein), wobei die in Büchel im Rahmen der "nuklearen Teilhabe" auch von deutschen Flugzeugen aus abgeworfen werden können. Diese Lagerung ist völkerrechtswidrig.

Wir wünschen Euch eine gute Gedenkfeier mit vielen TeilnehmerInnen.

Mit solidarischen Grüßen

Hans-Peter Richter
Deutscher Friedensrat

|2002-08-05 02:36:02.451475+02 864|2002|Grußbotschaft||Univ.-Prof. Dr. Peter |Riedl|Präsident der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft|||Liebe Freunde und Freundinnen, liebe TeilnehmerInnen!

Das Gedenken an die Atombombenabwürfe ist jedes Jahr ein wichtiges Anliegen. Die Gefahr solcher Abwürfe ist immer noch nicht gebannt. Das Potential dazu ist heute ebenso vorhanden, wie vor einem halben Jahrhundert. Wir können uns immer wieder vergegenwärtigen, dass das nicht nur an den großen Waffenarsenalen liegt, sondern dass das Potential solche Waffen zu verwenden im Menschen selbst liegt. Nicht nur in den anderen, sondern auch in uns! So ist es eine gute und wichtige Übung, die Gewalt und die alltägliche Bereitschaft dazu in sich selbst zu erkennen. Wird man sich so der zerstörerischen Kraft von Gewalt und Gegengewalt bewusst, kann es dem einen oder der anderen gelingen, in sich selbst und mit der Welt Frieden zu schließen. Nur der Friede in unseren Herzen wird zu einem echten Frieden führen. Ich wünsche Ihnen für die Friedensveranstaltung und auf dem eigenen Weg zu Liebe, Einsicht und Friedfertigeit ein Gutes Gelingen und viel Freude.


|2002-08-05 02:37:04.957515+02 865|2002|Friede - eine konfessionsverbindende Herausforderung||Dr. Alois |Riedlsperger SJ|Katholische Sozialakademie Österreichs|||Die Bombe hatte von der weltweiten Verbreitung der ersten Bilder ihrer Zerstörungsmacht an bis heute globalisierende Effekte. Sie macht uns die schicksalshafte Verflochtenheit der gesamten Menschheit massiv bewusst. Wir müssen dieser Herausforderung daher entsprechend begegnen, in einer gruppen- und länderübergreifenden Weise.

Die 14 im "Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich" vertretenen christlichen Kirchen unterstützen deshalb gemeinsam die Friedensdekade der UNO. Die damit verbundenen Fragen fanden auch Eingang in den gemeinsamen Sozialbericht. So heißt es hier "die Kirchen und die ChristInnen müssen jene unterstützen, die mit friedlichen und gewaltfreien Mitteln Konflikte lösen wollen."

Wir sind daher den Teilnehmenden des Hiroshima-Gedenkens sehr verbunden und
grüßen Sie herzlich

Dr. Alois Riedlsperger SJ,
Mag. Markus Glatz-Schmallegger.
Katholische Sozialakademie Österreichs:
|2002-08-05 02:39:18.945281+02 866|2002|Friede - eine konfessionsverbindende Herausforderung||Mag. Markus |Glatz-Schmallegger.|Katholische Sozialakademie Österreichs|||Die Bombe hatte von der weltweiten Verbreitung der ersten Bilder ihrer Zerstörungsmacht an bis heute globalisierende Effekte. Sie macht uns die schicksalshafte Verflochtenheit der gesamten Menschheit massiv bewusst. Wir müssen dieser Herausforderung daher entsprechend begegnen, in einer gruppen- und länderübergreifenden Weise.

Die 14 im "Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich" vertretenen christlichen Kirchen unterstützen deshalb gemeinsam die Friedensdekade der UNO. Die damit verbundenen Fragen fanden auch Eingang in den gemeinsamen Sozialbericht. So heißt es hier "die Kirchen und die ChristInnen müssen jene unterstützen, die mit friedlichen und gewaltfreien Mitteln Konflikte lösen wollen."

Wir sind daher den Teilnehmenden des Hiroshima-Gedenkens sehr verbunden und
grüßen Sie herzlich

Dr. Alois Riedlsperger SJ,
Mag. Markus Glatz-Schmallegger.
Katholische Sozialakademie Österreichs
|2002-08-05 02:40:31.675398+02 867|2002|Grußbotschaft||Alvaro |Riveros-Polanco||||Der Hiroshima-Tag bringt erneut ins Bewusstsein, dass die ungerechte Anhäufung von Besitz notwendigerweise das Wachstum der Waffenarsenale verursacht: Waffen zur Verteidigung des Besitzes; Waffen, die aber auch jederzeit dem Angriff dienen können.


|2002-08-05 02:41:23.810808+02 869|2002|Friedensbewegung fordert Initiativen des neutralen Österreich!||Dr. Thomas |Roithner||||Nach den traurigen Terroranschlägen des 11. September 2001 haben jene, die an der Militarisierung der internationalen Beziehungen arbeiten, wieder an Terrain gewonnen. Die Atomwaffenmächte USA und Großbritannien bombardieren Afghanistan bis zum heutigen Tag. Gleichzeitig droht ein neuerlicher Krieg der USA gegen den Irak.

Die USA erhöhen Jahr für Jahr ihr Militärbudget, um auch an einer Einsatzbereitschaft des Nationalen Raketenabwehrprogrammes (NMD) und den Mini-Nukes weiterzuarbeiten. Von 310 Milliarden Dollar (2001) soll das Budget 2002 auf 343 Mrd. US$ angehoben werden, um – nach Angaben des Friedensforschungsinstituts SIPRI – 2007 rund 469 Milliarden US$ zu erreichen. Die gegenwärtigen Angebote der USA zur nuklearen Abrüstung beschränken sich auf das ”Einmotten” ihrer Atombomben. Das ”Star Wars”-Programm der USA hat George W. Bush veranlasst, den ABM-Vertrag des Jahres 1972 – ein grundlegendes Dokument zur atomaren Rüstungskontrolle – einseitig aufzuheben. Obwohl der 11.9.2001 den USA die Grenzen des militärischen Machbarkeitswahns aufgezeigt hat, halten die USA unbeirrt an ihrem Vorhaben fest. Die Entwicklung von Mini-Atomwaffen soll einen Atomkrieg für die USA – ohne durch Atomraketen selbst getroffen werden zu können (NMD) – wieder regional führbar machen. Argumentiert wird dieser ”Neue Kalte Krieg” unter anderem mit der Existenz von ”Schurkenstaaten”. Der US-Politologe Noam Chomsky hält dazu fest: ”Ein ‚Schurkenstaat‘ ist nicht einfach ein Verbrecherstaat, sondern einer, der die Regeln der Mächtigen missachtet”.

Die USA missachten nicht nur durch den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg im Kosovo und im Afghanistan-Krieg internationales Völkerrecht, sondern diktieren gemäss ihren Interessen auch die internationale nukleare Rüstungspolitik.

Österreich muss sich gemeinsam mit anderen neutralen und bündnisfreien Staaten im Rahmen der UNO vehement für die vollständige atomare Abrüstung – gemäss dem Nichtweiterverbreitungsvertrag (NPT) – einsetzen. Der UNO-Standort Wien und das auf Initiative der Friedensbewegung in der Verfassung verankerte Gesetz für ein atom(kraft- und –waffen)freies Österreich sind eine Basis für eine aktive Außen-, Friedens- und Abrüstungspolitik.
|2002-08-05 02:44:13.646047+02 871|2002|Gruß-Botschaft zum Hiroshima-Gedenktag in Wien||Clemens |Ronnefeldt|Referent für Friedensfragen beim deutschen Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes |||Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde in Wien,

als Mitarbeiter des deutschen Zweiges des Internationalen Versöhnungsbundes, dort zuständig für Friedensfragen, sende ich einen ganz herzlichen Gruß der Solidarität nach Wien auf den Stephansplatz.

Die Gefahr eines Atomkrieges wächst insbesondere mit den neuesten US-amerikanischen Plänen erheblich an. Umso wichtiger ist es, dass Menschen rund um den Globus sich lautstark Gehör verschaffen und die Regierungen der Atomstaaten zu einem Atomteststopp sowie zur konsequenten Abrüstung aller Atomwaffen bewegen.

Die Vision einer atomwaffenfreien Welt nicht aus dem Auge zu verlieren und mit Beharrlichkeit und langem Atem die so notwendigen kleinen Schritte zum Frieden zu gehen, dies wünsche ich allen, die auf dem Stephansplatz für Abrüstung und Frieden demonstrieren.

In solidarischer Verbundenheit grüßt

Clemens Ronnefeldt
Referent für Friedensfragen beim deutschen Zweig
des Internationalen Versöhnungsbundes

Hintergrundartikel:

Angriffskrieg als Ordnungsprinzip
oder: Hinter der US-Militärpolitik steht die US-Wirtschaftspolitik

von Clemens Ronnefeldt

Am 2. Juni 2002 verlangte Präsident Georg W. Bush in einer programmatischen Rede vor Absolventen der US-Militärakademie West Point, "jeder Zeit bereit zu sein, um ohne Zeitverlust in jeder dunklen Ecke der Welt zuschlagen zu können. Unsere Sicherheit verlangt von allen Amerikanern, resolut nach vorn zu schauen und bereit für präventive Schläge zu sein, wann immer das notwendig ist, um unsere Freiheit und unser Leben zu verteidigen". "Der Krieg gegen den Terror wird nicht in der Defensive gewonnen", so der US-Präsident, "wir müssen die Schlacht auf dem Boden der Feinde führen, ihre Pläne vereiteln und den schlimmsten Bedrohungen begegnen, bevor sie auftauchen".

Diesen Worten lassen derzeit verschiedene grundlegende US-Militärstrategien Taten folgen.

Am 17.7.2002 veröffentlichte die Los Angeles Times Auszüge aus den neuesten Richtlinien zur Verteidigungsplanung (Defense Plannig Guidance) für die Jahre 2004-2009. Bisher gingen die US-Militär-Planungen davon aus, zwei große Kriege an unterschiedlichen Orten gleichzeitig führen zu können, mit dem neuen Dokument wird erstmals betont, an jedem Ort der Welt "die Initiative zu ergreifen" und mit "nicht erwarteten Angriffen" Gegner künftig zu überraschen.

Die Geschwindigkeit, mit der die US-Führung künftige Angriffskriege als neue Art der Ordnungspolitik umsetzt, scheint derzeit Freunde (falls - von Tony Blair einmal abgesehen - überhaupt noch vorhanden) wie Feinde gleichermaßen zu überraschen und zu lähmen.

Die neue Aufteilung der Welt unter US-Kommandos

Am 1. Oktober 2002 bereits wird die Welt neu aufgeteilt. Es wird zum ersten Mal in der Geschichte keinen Winkel der Erde mehr geben, der nicht unter einem der nationalen Militäroberkommandos der USA steht. Für die Verteidigung Nordamerikas wird ein militärisches Oberkommando (NORTHCOM) völlig neu eingerichtet. Die Zuständigkeit des Oberkommandos Europa (EUCOM), dem bereits jetzt der größte Teil Afrikas untersteht, wird künftig erstmals auch den ehemaligen Konkurrenten Russland umfassen, zum Pazifischen Oberkommando (PACOM) kommt die Antarktis hinzu. Unverändert bleiben die Zuständigkeiten für Mittel- und Südamerika (SOUTHCOM) sowie für Nordostafrika, Persischer Golf, Zentralasien und Pakistan (CENTCOM). Wie Otfried Nassauer in der FR-Dokumentation am 15.7.02 ausführlich dargelegt hat, entsteht am 1.10.02 ein neues militärisches US-Machtzentrum, "ein Oberkommando, dem Frühwarnsysteme und Satelliten, Raketenabwehrsysteme und strategische Angriffsraketen, strategische Mittel für konventionelle und nukleare Angriffsoptionen unterstellt werden. Washington plant eine integrierte Kommandozentrale für - auch präventive, strategische Angriffe, strategische Vergeltungsangriffe und strategische Verteidigung".

Bereits Ende Juni 2002 fällte die US-Regierung die weitreichende Entscheidung, die beiden eh schon je für sich sehr mächtigen Oberkommandos für den Weltraum (SPACECOM) und das der Strategischen Streitkräfte (STRATCOM) in einer einzigen Behörde auf der Offut Air Force Base in Nebraska zusammenzuführen. "Mit dem neuen strategischen Oberkommando wird einer der entscheidenden und umstrittenenen Grundgedanken der jüngsten Überprüfung der Nuklerarstrategie und -streitkräfte der USA, des Nuclear Posture Review, erstmals umgesetzt. Defensive und offensive Elemente werden ebenso integriert wie konventionelle und nukleare Angriffsoptionen. ... Vereinfacht: Washington will zuschlagen können, bevor es getroffen wurde. ... Besondere Besorgnis ruft auch die Tatsache hervor, dass präemptive, nukleare Angriffe nicht ausgeschlossen werden. Das Argument: Viele potenzielle Ziele, äußerst tief unter der Erde oder in Gebirgen gelegene Bunker zum Beispiel, könnten mit konventionellen Waffen nicht gesichert zerstört werden" (O. Nassauer, FR, 15.7.02).

Als einer der ersten wies Herbert Kremp am 27.2.02 in der "Welt" darauf hin: "Die Bush-Doktrin wird sich in ihrer Entwicklung nicht auf die Beseitigung der terroristischen Untergrundmächte und ihrer Helfer beschränken. Ihre konsequente Verfolgung impliziert die Ausweitung in drei Richtungen:

- Kontrolle der vorder- und zentralasiatischen Transferstaaten vom Kaukasus bis zum Hindukusch;
- Verhinderung der islamistischen Machtergreifung in Saudi-Arabien;
- Konzentration des Interesses auf den Iran, Indien und China, wo neue Macht-Agglomerationen entstehen."

Kremp bescheinigte der Bush-Doktrin: "Sie diktiert einen Verhaltenskodex am Rande der Unterwerfung".

Hinter der US-Militärpolitik steht die US-Wirtschaftspolitik

"Wenn der irakische Diktator Saddam Hussein wissen will, wie lange er voraussichtlich noch an der Macht sein wird, dann muss er dreierlei im Auge behalten: amerikanische Meinungsumfragen, die Kurse an der Wall Street und den Sitzungskalender von Senat und Repräsentantenhaus: Denn US-Präsident George Bush wird seinen immer wieder angekündigten Angriff auf Bagdad letztlich von innenpolitischen und wirtschaftspolitischen Faktoren abhängig machen", begann Wolfgang Koydl seinen Artikel "Bereit fürs Abenteuer in Bagdad"(Süddeutsche Zeitung, 19.7.2002).

Nach Enron- und Worldcom-Konkursen stehen Vizepräsident Cheney als ehemaliger Chef des weltweit größten Ölindustriezulieferers "Hulliburton" wie auch Georg W. Bush als ehemaliger Top-Manager des Öldienstleistungsunternehmens "Harken Oil" wegen Bilanzfälschungen und ihrer Verwicklung in Insidergeschäfte in der öffentlichen Kritik - und vor den Kongress-Zwischenwahlen im November 2002 unter enormen Druck.

Im Auge behalten sollte die irakische Führung auch die Wirtschaftsseite der FAZ. Ein "unter der Rubrik `Finanzmärkte´ sehr versteckter Artikel weist am 16. Juli darauf hin, dass an den Terminbörsen in London und New York ein atypischer Preisanstieg bei kurzzeitig fälligen Ölkontrakten zu verzeichnen sei. Börsianer fragen sich, ob da Kräfte am Werk sein könnten, die mit baldigen Versorgungsschwierigkeiten rechnen. Der Irak ist ein bedeutender Ölexporteur: In Falle eines Krieges würde er die Ausfuhren vermutlich einstellen", schrieb Michael Jäger in der Wochenzeitung "Freitag" ("Krieg im Herbst?", 26.7.02)

Bereits am 22.4.02 berichtete die Frankfurter Rundschau, dass die US-Rüstungsindustrie "einen Boom wie seit 20 Jahren nicht mehr" erlebt und führte aus: "Sollten die Pläne für eine Militäroffensive gegen Irak wahr werden, kann die US-Rüstungsindustrie auf weitere Wachstumsimpulse hoffen. Rüstungsaktien sind nach Einschätzung von Experten in jedem Fall auf längere Sicht eine sichere Anlage. Allein bei den vier Branchenriesen Lockheed Martin, Northrop Grumman, Raytheon und General Dynamics stiegen die Aktienwerte seit den Anschlägen vom 11. September zusammen um 44 Prozent. Nicht nur, dass der Krieg kurzzeitig die Produktion ankurbelt, indem Nachschub an Bomben, Ersatzteilen und sonstigen Rüstungsgütern geliefert werden muss. Vor allem ist es die Hoffnung auf eine längerfristige Serie lukrativer Aufträge, die die Aktienkurse `dramatisch´ in die Höhe schießen lassen, sagt Paul Nisbet von JSA Research, einem Forschungsinstitut der Luftfahrtbranche. Der Afghanistankrieg hat die Waffenarsenale an mancher Stelle weitgehend geleert, so dass jetzt erst einmal nachgefüllt werden muss. So weitete Boeing in St. Charles/Missouri den Schichtdienst aus, um die Produktion von JDAM-Präzisionssystemen für die `smart bombs´ anzukurbeln. Derzeit sind die Vorräte so erschöpft, dass nach Meinung mancher Experten ein Angriff auf Irak gar nicht möglich wäre".

Im Herbst 2002 werden voraussichtlich die Mindestmunitionsmengen für einen Irak-Krieg wieder erreicht sein.

"Offensichtlich sei, dass die Kriegshandlungen die Investitionen in die US-Rüstungsindustrie erhöhten und der Wirtschaft mehr Dynamik gäben, um aus der bereits vor dem 11. September drohenden Rezession herauszukommen", schrieben die katholischen Bischöfe Brasiliens Ende 2001 in ihrer Monatsanalyse (zit. nach FR, 8.12.01).

Die neuen geplanten US-Präventivkriege werden vielleicht noch einige Jahre den Niedergang der US-Wirtschaft hinauszögern können und etliche tausende unschuldiger Opfer nach sich ziehen; ohne eine grundlegende Reform der US- wie auch der gesamten Weltwirtschaft wird der wirtschaftliche Niedergang der einzigen Weltmacht wohl kaum noch aufzuhalten sein.

Die USA sind ein wirtschaftlicher Koloss auf tönernen Füßen

Der Spiegel erschien am 8.7.02 mit dem Aufmacher "Der neue Raubtierkapitalismus - Mit Gier und Größenwahn in die Pleite", in dem Parallelen zwischen 1929 und 2002 hergestellt wurden. Der Titel beschreibt m.E. zutreffend die derzeitige Verfassung der US-Wirtschaft. Einer der führenden US-Ökonomen, Paul Krugmann, erklärte Anfang 2002, dass sich die Enron-Pleite einmal rückblickend als bedeutsamerer Wendepunkt für die US-Gesellschaft erweisen würde, als der Einsturz des World Trade Centers. Wilfried Wolf wird nicht müde, immer wieder auf die Grunddaten der US-Wirtschaft hinzuweisen, so z.B. in seinem Beitrag "Terror der Ökonomie", junge Welt, 27./28.7.02:

Obwohl die USA weltweit rund die Hälfte aller Auslandsdirektinvestitionen tätigen, sieht es in der Gesamtschau derzeit sehr düster aus:
· Nach fünf Jahren Haushaltsplus wird das am 30.9.02 endende US-Wirtschaftsjahr mit einem Minus von 165 Milliarden US-Dollar schließen.
· Die per Gesetz auf 5590 Milliarden Dollar festgelegte Obergrenze für die öffentliche Verschuldung musste im Juni 2002 - mit Verweis auf höhere Gewalt - angehoben werden.
· Die Schulden der privaten Haushalte liegen aktuell bei 108 Prozent des Bruttoinlandproduktes, was einen Spitzenwert innerhalb der OECD-Staaten darstellt
· Das Nettovermögen der privaten Haushalte, bereinigt um die Inflation, sank von einem Spitzenwert im ersten Quartal 2000 bis zu seinem vorläufigen Tiefpunkt im 3. Quartal 2001 um 12,3 Prozent oder umgerechnet ca. 400 Milliarden Dollar, was 40 Prozent des Bruttoinlandproduktes entspricht.
· Wegen der weltweiten Konjunkturschwäche und der Abwertung des Dollars vergrößerte sich das US-Leistungsbilanzdefizit im ersten Quartal 2002 auf ein Rekordminus von 112 Milliarden Dollar. Schon seit vielen Jahren krankt die US-Wirtschaft daran, dass sie unverhältnismäßig mehr Waren importiert als exportiert.
· Japanische Anleger halten rund ein Drittel aller US-Staatsanleihen. Hält die Krise in Japan weiter an und wird dieses Kapital in Zukunft entweder an der asiatischen Heimatfront oder im zunehmend lukrativeren Euroland angelegt, gerät die US-Wirtschaft noch tiefer ins Trudeln. Während der US-Verteidigungshaushalt bis 2007 auf die astronomische Summe von 451 Milliarden US-Dollar angehoben werden soll, erwägen 17 US-amerikanische Bundesstaaten, die Schulwoche auf vier Tage zu reduzieren, weil sie die Lehrkräfte nicht mehr bezahlen können.

Wo bleibt der Widerstand der europäischen Politik?

"Das politische Washington neigt immer mehr zu der Schlussfolgerung, dass Europa weder politisch noch militärisch ein ernsthafter Partner bei der Gestaltung von Weltordnung sein will, dass Europa sich der Übernahme globaler Verantwortung entzieht. Die Passivität der europäischen Staaten muss umso mehr erstaunen, da die Politik der Regierung Bush dem Prinzip der europäischen Integration - der zunehmenden Verrechtlichung internationaler Beziehungen - zuwiderläuft und die Grundinteressen europäischer Außen- und Sicherheitspolitik, Multilateralismus und Multipolarität, immer deutlicher negiert", bilanziert Otfried Nassauer (FR, 15.7.02).

Noch deutlicher wird Egon Bahr: "Die erkennbare und beschlossene amerikanische Rüstungspolitik stellt einen fundamentalen Angriff gegen die erklärten europäischen Interessen dar". Dies "wird Europa nicht vor der Entscheidung bewahren, ob es seine Streitkräfte als Schild Europas oder als Schwert Amerikas auslegen will. Ob es sicherheitspolitisch Protektorat bleiben oder selbstbestimmt werden will; ... Vasallen erstreben das Lob der Protektoratsmacht, Partner respektieren und berücksichtigen unterschiedliche Rollen", so Bahr (in: Wissenschaft und Frieden, 3/02, S.15).

"Vor einem Irak-Feldzug dürfen die Europäer nicht nur murren, sie müssen die USA unter Druck setzen", fordert Stefan Kornelius in der Süddeutschen Zeitung (23.7.02) und führt aus: "Die Europäer reagieren auf die Vorstellung von einem neuen Krieg am Golf apathisch: Sie stellen resigniert fest, dass es sich nur noch um eine Terminfrage handle. Im Grundsatz sei die Entscheidung über den Einsatz gefallen. Diese Einstellung ist aber falsch, weil sie Europas Einfluss mutwillig verkleinert und gleichzeitig immenses Konfliktpotenzial in die Gesellschaften trägt".

Wer, wie die europäischen Regierungen dies derzeit tun, den Kopf in den Sand steckt, wird bald mit den Zähnen knirschen.

Mögliche Schritte der Bundesregierung

Erste Schritte im Hinblick auf eine eigenständige Politik der Bundesregierung, die dem Grundgesetz, dem Völkerrecht und der Humanität verbunden wären, könnten im Hinblick auf den geplanten Irak-Krieg sein:

· Die Aufkündigung der "bedingungslosen Solidarität" im so genannten "Anti-Terror-Krieg".
· Der Rückzug der deutschen ABC-Spürpanzer aus Kuwait und der Seefernaufklärer "Breguet Atlantic" vom Horn von Afrika.
· Die Verweigerung von Überflugrechten durch den deutschen Luftraum für US-Angriffsflüge.
· Die Verweigerung jeglicher finanzieller Unterstützung für einen US-Irak-Feldzug.
· Der Aufbau einer internationalen Allianz, die die europäischen Staaten inklusive Russland sowie China und Indien umfasst, und unter dem Dach der UN eine zivile Lösung der Irak-Frage durch die Wiederzulassung von UN-Inspektoren bei gleichzeitiger Aufhebung des Embargos anstrebt.

Das zeitliche Zusammentreffen der NATO-Tagung im November 2002 in Prag mit der dort zur Beschlussfassung stehenden US-Forderung nach Unterstützung präventiver Kriege bei gleichzeitig laufenden Drohungen gegen Irak im Vorfeld der deutschen Bundestagswahl weckt Erinnerungen an den bevorstehenden NATO-Gipfel 1999 mit dem Beschluss zu Militärinterventionen ohne UN-Mandat und dem zeitlich parallel laufenden Präzedenzfall "Kosovo" im Vorfeld der Bundestagswahl 1998.

Wieder wird an einem möglichen Wendepunkt der deutschen Innenpolitik eine alte wie möglicherweise neue Bundesregierung von den Washingtoner Strategen in die sicherheitspolitische Zange genommen.

Den - wahrscheinlich nicht unerheblichen - Konflikt mit der US-Regierung in der Irak-Frage zu riskieren, könnte den Beginn einer neuen Phase der transatlantischen Beziehungen einläuten. Dies wäre ein mehr als überflüssiger Schritt - und ein Gebot der politischen Vernunft.

|2002-08-05 02:45:50.384763+02 874|2002|Hiroshima-Tag 2002||Dr. Werner |Ruf|Professor für internationale und intergesellschaftliche Beziehungen und Außenpolitik, Universität Kassel, Mitglied und langjähriges Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK), regelmäßiger Teilnehmer an den Konferenzen der ÖSFK in Stadtschaining.|||Er jährt sich wieder, dieser schreckliche Tag des ersten Einsatzes der Atombombe, dieser vom Internationalen Gerichtshof als völkerrechts- und kriegsvölkerrechtswidrigen verurteilten Waffe.

Und es ist dieses Jahr 2002, in dem zwar eine weitere Verminderung der noch immer vorhandenen Nuklearwaffen aus der Zeit des Kalten Krieges beschlossen wurde – keineswegs deren Abschaffung! Auch wenn die veränderten politischen Verhältnisse zwischen Ost und West einen atomaren Schlagabtausch mit diesen verbliebenen Waffen zwischen den USA und Russland unwahrscheinlich machen: Sie bleiben uns mit ihrer planetarischen Vernichtungskapazität erhalten.

Doch die Veränderung der strategischen Weltlage und die hegemoniale Position der USA haben noch mehr Unsicherheiten und Gefahren hervorgebracht als die, die wir bereits kannten, an die wir uns schon fast gewöhnt haben: Nunmehr sollen die sogenannten ”mini-nukes” in Produktion gehen, klein dimensionierte Atombomben, die mit Hilfe der ach so präzisen elektronischen Trägersysteme, deren Unzuverlässigkeit uns im Krieg gegen Jugoslawien vor Augen geführt wurde, in als strategisch definierte Ziele gebracht werden sollen. Gegen die ”Achse des Bösen”, gegen beliebig als ”Schurkenstaaten” definierte Länder, gegen Kommandozentralen ”terroristischer Netzwerke”, gegen Chemiefabriken?

Und selbstverständlich behalten sich die USA die Entscheidung über den beliebigen Einsatz dieser Waffen vor – gegen Länder, die selbst nichts Gleichwertiges besitzen.

Dies ist kein Kampf gegen den Terrorismus! Dies ist das genaue Gegenteil!
Die Missachtung völkerrechtlicher Normen, die Ausschaltung der UNO, die Wiedereinführung des Faustrechts in den internationalen Beziehungen wird nur eines zur Folge haben: das weltweite Streben nach vergleichbaren Waffensystemen. Und wo es nicht für atomare Waffen reicht, wie in Pakistan, Indien und Israel, wird auf die billigere, kaum kontrollierbare und für Massenmord nicht weniger geeignete Varianten der biologischen und chemischen Waffen zurückgegriffen werden.

Der Teufelskreis der Produktion und Proliferation von Massenvernichtungsmitteln kann nicht durch die Weiterentwicklung solcher Waffen durchbrochen werden, die geradezu zum Einsatz anreizen. Er kann nur gestoppt werden durch den Verzicht auf deren Produktion – und zwar weltweit!

Die USA, die die Verantwortung tragen für Hiroshima und Nagasaki, präsentieren sich stets als demokratische und zivilisierte Nation. Gerade deshalb haben sie allen Grund, ein Zeichen des Einstiegs in wirkliche Abrüstung zu setzen – nicht zuletzt um ihrer eigenen Sicherheit willen.
|2002-08-05 02:49:17.087891+02 875|2002|Grußbotschaft||Jutta |Sander||||Selbstverständlich unterstütze ich die Anliegen der Friedensbewegung bezüglich Hiroshima - allerdings bin ich seit der neuen Legislaturperiode nicht mehr Mitglied des Wiener Landtages und "nur" mehr "einfache" friedensbewegte Person in dieser Stadt, mit dem Wunsch international Frieden zu schaffen bzw. zu erhalten.

In diesem Sinn wünsche ich der Veranstaltung viel Erfolg und öffentliche Aufmerksamkeit.


|2002-08-05 02:50:25.137352+02 876|2002|Grußbotschaft||Abg. Ewald |Sacher|Klubobmann der SPÖ im Landtag von NÖ |||Angesichts der Jahrestage der vernichtenden Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki kann für uns nur gelten: Internationale Solidarität und Friedenspolitik, Abschaffung der Atom- und Angriffswaffen, Abkehr von scheinheiligen Pseudo-Abkommen, hinter denen keine ernsthaften Absichten dauernder Friedenssicherung stehen!

Von menschlichem Irrwitz ausgelöste Vernichtung und Katastrophen haben vor allem immer die Schwächeren, Ärmeren und Unschuldigen getroffen. Arbeiten wir auf allen Ebenen und in allen Demokratien gegen Rüstungs-, Drohungs- und Vernichtungspolitik und - politiker!

|2002-08-05 02:53:02.038101+02 878|2002|MAHNUNG||Manfred |SAUER|Österreichische Sektion der IPPNW (INTERNATIONAL PHYSICIANS FOR THE PREVENTION OF NUCLEAR WAR) |||Dieser Tage hören wir öfter die Drohungen selbsternannter 'Weltsheriffs', die von ihnen auserkorene ‘Schurkenstaaten' samt ihrer Bevölkerung am liebsten ausradieren möchten. Staaten des Südens bedrohen u n s e r e n zivilisierten (?) Norden mit Atomwaffen und anderen Massenvernichtungsmitteln, heißt es da.

Eine bessere Lösung, politische und ökonomische Ungerechtigkeit zu beseitigen, ist der Weg von friedlicher Konfliktlösung und der Aufbau gerechter und fairer Austauschbedingungen für die ärmeren Länder.

Niemals aber hilft uns dabei die Einteilung in böse und gute (=Weltsheriffs) Nuklearwaffenstaaten bzw. Atomwaffen.

Atomwaffen und andere Massenvernichtungsmittel dürfen niemals wieder eingesetzt werden, sie gehören weltweit geächtet, abgebaut und vernichtet.

Damit erübrigen sich Drohung und Gegendrohung und unsere Welt würde entscheidend friedlicher, sicherer und gerechter werden.

Der Weg dorthin führt nur über verantwortliches Handeln und dem aktiven Widerstand aller Menschen guten Willens gegen Kriegslüsternheit und Rüstung.

Wer das nicht tut, hat die Gefahren und ihre Folgen immer noch nicht begriffen.

|2002-08-05 02:54:35.93041+02 884|2002|Grußbotschaft||Bert |Scharner||||Wenn es um die Bedrohung durch Atomwaffen und die Atomindustrie geht, sind alle Völker der Erde bedrohte Völker. Aber indigene Völker sind in besonderer Weise betroffen: In ihren Lebensräumen wird besonders oft Uran abgebaut, Atommüll gelagert oder werden Atomtests durchgeführt. Entschädigungen für diese "strahlende Zukunft" erhalten sie praktisch nie.

In das Gedenken an die Hunderttausenden Toten von Hiroshima und Nagasaki schließen wir daher auch die vergessenen Opfer bei den Indigenen ein.


|2002-08-05 02:56:46.42302+02 886|2002|grussbotschaft der hektiker für ihre veranstaltung am 6.8.||Florian |Scheuba|Die Hektiker |||Der Gedanke an "beschränkt einsetzbare Atomwaffen" ist genauso so realistisch und sinnvoll wie das Vorhaben "ein bisschen tot zu sein".|2002-08-05 03:02:10.384341+02 887|2002|Grußbotschaft||Dr. Peter |Schieder|Vorsitzender des Aussenpololitsichen Ausschusses des Nationalrates, Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarats |||Hiroshima ist eine Mahnung an die Welt, Atomwaffen nicht einzusetzen, nicht zu besitzen und nicht zu verbreiten - sondern darauf zu verzichten und sie abzuschaffen.

Europa wird immer stärker. Diese Stärke muss zum Nutzen der Menschen in Europa verwendet werden - und im Einklang mit einer friedlichen und gerechten Entwicklung der gesamten Welt stehen.

Die Bombe war amerikanisch, die Katastrophe in Asien - die Verantwortung, dass es sich niemals wiederholt, ist auch europäisch.

|2002-08-05 03:03:47.800283+02 889|2002|FRIEDENSMINISTERIUM STATT ABFANGJÄGER ||Irmgard |Schmidleithner ||||Alljährlich wird den schrecklichen Ereignissen vom 6. August 1945 in Hiroshima und Nagasaki gedacht- und dann wieder zur Tagesordnung übergegangen.
Wie sonst ist es möglich, dass wir die schrecklichen Bilder über Kriegsereignisse und deren Auswirkungen im Fernsehen sehen, in der Zeitung lesen und dann zulassen, dass auch in unserem Land - ohne allzu großem Widerstand - Abfangjäger gekauft werden.
Und dies angeblich zu unserem Schutz.
Denn Kriege und Ereignisse wie am 11. September 2001 dienen Politikern als Argument, dass wir noch mehr Kriege brauchen. Angeblich, um die Feinde zu töten.
Auch uns wird immer wieder eingetrichtert, dass wir uns ja im Notfall verteidigen müssen und wir nehmen dies, ohne es zu hinterfragen, zur Kenntnis.
Denn kaum jemand zeigt auf, dass in den Ländern, in denen Krieg herrscht, die Last mehrheitlich die Zivilbevölkerung zu tragen hat. Also die Frauen, Kinder, kranke und alte Menschen.
Und viel zu wenige sprechen bei uns davon, dass um das sogenannte Nulldefizit bei uns im Lande zu erreichen, laufend die sozial Schwächeren die Rechnung präsentiert bekommen. Das heißt, dass bei ihnen gespart wird bzw. von ihnen Opfer verlangt werden.
Gleichzeitig werden millionenteure Abfangjäger gekauft.
Kaum jemand macht sich Gedanken, ob es nicht längst an der Zeit wäre, andere Lösungen zum Schutz der Menschen, sprich zum friedlichen Miteinander zu suchen und umzusetzen.
Es wird zwar von der Verteilungsproblematik gesprochen, die dazu führt, dass Millionen von Menschen verhungern bzw. hungern, keine oder nur eine mangelhafte Bildung bzw. Ausbildung bekommen, usw.
Und gerade hier liegt so oft die Ursache für Unruhen und Kriege.
Es wird aber nichts dagegen unternommen.
Aufrüstung ist die Devise der Mächtigen.
Daher sind wir Friedensaktivisten und - aktivistinnen aufgefordert, andere Lösungen anzustreben.
Neben der Lösung der ungerechten Verteilung müssen wir auch den Menschen bewusst machen, dass wir im dritten Jahrtausend doch nicht mehr in der Devise "Aug um Aug - Zahn um Zahn" die Lösung sehen dürfen.
Sondern fordern wir ein Friedensministerium statt einem Verteidigungsministerium.
Erziehen wir unsere Kinder zum Frieden und zur Verabscheuung des Krieges.
Fordern wir mehr Friedensakademien und die Schaffung von friedenswissenschaftlichen Fakultäten.
Abschließen möchte ich mit einem Zitat von Dr. Matzenberger:
"WENN KRIEGE VERHINDERT WERDEN SOLLEN, MUSS PAUSENLOS FÜR DEN FRIEDEN GEARBEITET WERDEN"
|2002-08-05 03:05:38.232887+02 890|2002|Unsere Grußbotschaft||Heidi |Scholz-Immer |Oberhausener Friedensinitiative (Rheinland)|||Viele Grüße und gutes Gelingen für Eure Aktionen!
Auch wir von der Oberhausener Friedensinitiative (Rheinland) veranstalten einen Hiroshima-Tag, den 14.! Ich versuche unseren Handzettel als Attachment beizufügen. Vielleicht schickt Ihr uns einen kleinen Gruß zurück. Wär doch schön, wenn wir uns alle gegenseitig einen kleinen Gruß schickten. Das gibt mehr Durchhaltekraft!

Unsere Grußbotschaft

Wir wünschen,
dass ihr und die Kinder
und alle Menschen auf
dieser Erde
erfahren,
was an jenem Tag
geschah,
so wie die Augen
dieses Kindes
es sahen

Hiroshimatag 2002
WIR DENKEN AN HIROSHIMA UND NAGASAKI

Dienstag, 6. August 2002, 21 Uhr
auf dem Friedensplatz (am Brunnen)
Wir wollen an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki erinnern und
einer japanischen Sitte folgend der Opfer mit schwimmenden Kerzen gedenken.

Ansprache: Superintendent Dieter Hofmann
Musikbeiträge: Lothar Müller, Trompete

Obwohl die Menschheit seit dem Abwurf der Bomben über Hiroshima und Nagasaki über deren verheerende Wirkung Bescheid weiß, werden weiterhin Atomsprengköpfe entwickelt, stationiert und getestet. Wir haben es alle gelesen: Das erste Mal seit vier Jahren wurden die Zeiger der erstmals 1947 gebrauchten "Weltuntergangsuhr" symbolisch weiter in Richtung Mitternacht gerückt. Die mögliche Bedrohung durch einen Atomkrieg wurde um zwei Minuten auf 23 Uhr 53 erhöht. Mitternacht galt früher als Ausbruch eines Atomkriegs, jetzt soll dies die Wahrscheinlichkeit symbolisieren, dass irgendwo auf der Erde Nuklearwaffen zum Einsatz kommen können.
|2002-08-05 03:07:06.842629+02 891|2002|Grußbotschaft||Dr. Alois |Schwarz|Diözesanbischof , Diözese Gurk-Klagenfurt|||Selbstverständlich unterstütze ich weiterhin alle Bemühungen für eine Welt ohne Atomwaffen und ohne Krieg.

Gerade in den letzten Monaten und Wochen ist die Gefahr einer atomaren Auseinandersetzung zwischen Indien und Pakistan wieder sehr gestiegen. Die Folgen einer solchen möglichen atomaren Auseinandersetzung sind für die gesamte Welt unabsehbar.

Deshalb halte ich es für notwendig und richtig das tragische Geschehen von Hiroshima und Nagasaki niemals zu vergessen. Denn die Vergangenheit zu vergessen, hieße dazu verurteilt zu sein, sie zu wiederholen, wie George Santayanna gesagt hat.

In diesem Sinne leistet die Wiener Friedensbewegung mit dem Hiroshimagedenken einen wichtigen Beitrag für eine zukünftige Welt ohne Atomwaffen und Kriege.
|2002-08-05 03:09:31.02981+02 897|2002|Grußbotschaft||Marga |Schmidl|Stadträtin für Umwelt und Verkehr, Stadtgemeinde Purkersdorf|||Auch heuer trägt Österreich wieder auf seine Weise zur globalen Militarisierung bei. Der Beschluss zum Ankauf von Abfangjägern, über deren enorme Kosten nicht einmal Klarheit geschaffen wird, trifft dabei auf unvereinbare Weise zusammen mit einer umfassenden Durchlöcherung des Sozialsystems, mit einer finanziellen Austrocknung des Nonprofitbereiches, der Sozialeinrichtungen, des Kultursektors und nicht zuletzt auch der Gemeinden als unmittelbare Gestalter des Lebensumfeldes der Menschen.

Für Kampfflugzeuge werden Milliarden Euro locker gemacht, für die Aufrechterhaltung eines öffentlichen Verkehrsnetzes etwa ist das Geld angeblich nicht da. Gemeinnützige kommunale Einrichtungen sind permanent vom Schließen bedroht. Das ist Militarisierung.

Und auch das ist Militarisierung und trifft jede einzelne Gemeinde und deren BürgerInnen: Mit dem sogenannten Militärbefugnisgesetz, dem nun auch das Sicherheitspolizeigesetz angeglichen wird, werden die Gemeinden und BürgermeisterInnen zur Preisgabe von Personendaten und zur Ausstellung von ”Urkunden, die über die Identität von Personen täuschen”, verpflichtet. Das ist die gesetzliche Ermächtigung der heimischen Geheimdienste zur Bespitzelung der Bevölkerung.

Die Stadtgemeinde Purkersdorf hat sich per Gemeinderatsbeschluss gegen diese Verpflichtung zur Wehr gesetzt und war damit beispielgebend für eine Vielzahl weiterer Gemeinden, Städte und Institutionen. Wir glauben, dass damit ein kleiner, aber wertvoller Beitrag gegen die Militarisierung geleistet wurde.

Unsere solidarischen Grüße an den Hiroshima-Tag 2002!

Marga Schmidl e.h.
Josef Baum e.h.
Maria Parzer e.h.
Willi Reichmann e.h.
Ingo Riß e.h.

|2002-08-05 03:15:52.488338+02 898|2002|Grußbotschaft||Mag. Josef |Baum|ehem. Stadtrat der Stadtgemeinde Purkersdorf|||Auch heuer trägt Österreich wieder auf seine Weise zur globalen Militarisierung bei. Der Beschluss zum Ankauf von Abfangjägern, über deren enorme Kosten nicht einmal Klarheit geschaffen wird, trifft dabei auf unvereinbare Weise zusammen mit einer umfassenden Durchlöcherung des Sozialsystems, mit einer finanziellen Austrocknung des Nonprofitbereiches, der Sozialeinrichtungen, des Kultursektors und nicht zuletzt auch der Gemeinden als unmittelbare Gestalter des Lebensumfeldes der Menschen.

Für Kampfflugzeuge werden Milliarden Euro locker gemacht, für die Aufrechterhaltung eines öffentlichen Verkehrsnetzes etwa ist das Geld angeblich nicht da. Gemeinnützige kommunale Einrichtungen sind permanent vom Schließen bedroht. Das ist Militarisierung.

Und auch das ist Militarisierung und trifft jede einzelne Gemeinde und deren BürgerInnen: Mit dem sogenannten Militärbefugnisgesetz, dem nun auch das Sicherheitspolizeigesetz angeglichen wird, werden die Gemeinden und BürgermeisterInnen zur Preisgabe von Personendaten und zur Ausstellung von ”Urkunden, die über die Identität von Personen täuschen”, verpflichtet. Das ist die gesetzliche Ermächtigung der heimischen Geheimdienste zur Bespitzelung der Bevölkerung.

Die Stadtgemeinde Purkersdorf hat sich per Gemeinderatsbeschluss gegen diese Verpflichtung zur Wehr gesetzt und war damit beispielgebend für eine Vielzahl weiterer Gemeinden, Städte und Institutionen. Wir glauben, dass damit ein kleiner, aber wertvoller Beitrag gegen die Militarisierung geleistet wurde.

Unsere solidarischen Grüße an den Hiroshima-Tag 2002!

Marga Schmidl e.h.
Josef Baum e.h.
Maria Parzer e.h.
Willi Reichmann e.h.
Ingo Riß e.h.

|2002-08-05 03:16:17.601737+02 899|2002|Grußbotschaft||Dra. Maria |Parzer|Gemeinderätin der Stadtgemeinde Purkersdorf (Liste Baum)|||Auch heuer trägt Österreich wieder auf seine Weise zur globalen Militarisierung bei. Der Beschluss zum Ankauf von Abfangjägern, über deren enorme Kosten nicht einmal Klarheit geschaffen wird, trifft dabei auf unvereinbare Weise zusammen mit einer umfassenden Durchlöcherung des Sozialsystems, mit einer finanziellen Austrocknung des Nonprofitbereiches, der Sozialeinrichtungen, des Kultursektors und nicht zuletzt auch der Gemeinden als unmittelbare Gestalter des Lebensumfeldes der Menschen.

Für Kampfflugzeuge werden Milliarden Euro locker gemacht, für die Aufrechterhaltung eines öffentlichen Verkehrsnetzes etwa ist das Geld angeblich nicht da. Gemeinnützige kommunale Einrichtungen sind permanent vom Schließen bedroht. Das ist Militarisierung.

Und auch das ist Militarisierung und trifft jede einzelne Gemeinde und deren BürgerInnen: Mit dem sogenannten Militärbefugnisgesetz, dem nun auch das Sicherheitspolizeigesetz angeglichen wird, werden die Gemeinden und BürgermeisterInnen zur Preisgabe von Personendaten und zur Ausstellung von ”Urkunden, die über die Identität von Personen täuschen”, verpflichtet. Das ist die gesetzliche Ermächtigung der heimischen Geheimdienste zur Bespitzelung der Bevölkerung.

Die Stadtgemeinde Purkersdorf hat sich per Gemeinderatsbeschluss gegen diese Verpflichtung zur Wehr gesetzt und war damit beispielgebend für eine Vielzahl weiterer Gemeinden, Städte und Institutionen. Wir glauben, dass damit ein kleiner, aber wertvoller Beitrag gegen die Militarisierung geleistet wurde.

Unsere solidarischen Grüße an den Hiroshima-Tag 2002!

Marga Schmidl e.h.
Josef Baum e.h.
Maria Parzer e.h.
Willi Reichmann e.h.
Ingo Riß e.h.

|2002-08-05 03:16:52.918214+02 900|2002|Grußbotschaft||Willi |Reichmann|Gemeinderat der Stadtgemeinde Purkersdorf (Liste Baum)|||Auch heuer trägt Österreich wieder auf seine Weise zur globalen Militarisierung bei. Der Beschluss zum Ankauf von Abfangjägern, über deren enorme Kosten nicht einmal Klarheit geschaffen wird, trifft dabei auf unvereinbare Weise zusammen mit einer umfassenden Durchlöcherung des Sozialsystems, mit einer finanziellen Austrocknung des Nonprofitbereiches, der Sozialeinrichtungen, des Kultursektors und nicht zuletzt auch der Gemeinden als unmittelbare Gestalter des Lebensumfeldes der Menschen.

Für Kampfflugzeuge werden Milliarden Euro locker gemacht, für die Aufrechterhaltung eines öffentlichen Verkehrsnetzes etwa ist das Geld angeblich nicht da. Gemeinnützige kommunale Einrichtungen sind permanent vom Schließen bedroht. Das ist Militarisierung.

Und auch das ist Militarisierung und trifft jede einzelne Gemeinde und deren BürgerInnen: Mit dem sogenannten Militärbefugnisgesetz, dem nun auch das Sicherheitspolizeigesetz angeglichen wird, werden die Gemeinden und BürgermeisterInnen zur Preisgabe von Personendaten und zur Ausstellung von ”Urkunden, die über die Identität von Personen täuschen”, verpflichtet. Das ist die gesetzliche Ermächtigung der heimischen Geheimdienste zur Bespitzelung der Bevölkerung.

Die Stadtgemeinde Purkersdorf hat sich per Gemeinderatsbeschluss gegen diese Verpflichtung zur Wehr gesetzt und war damit beispielgebend für eine Vielzahl weiterer Gemeinden, Städte und Institutionen. Wir glauben, dass damit ein kleiner, aber wertvoller Beitrag gegen die Militarisierung geleistet wurde.

Unsere solidarischen Grüße an den Hiroshima-Tag 2002!

Marga Schmidl e.h.
Josef Baum e.h.
Maria Parzer e.h.
Willi Reichmann e.h.
Ingo Riß e.h.

|2002-08-05 03:17:16.161832+02 901|2002|Grußbotschaft||Dr. Ingo|Riß|Gemeinderat der Stadtgemeinde Purkersdorf (Liste Baum)|||Auch heuer trägt Österreich wieder auf seine Weise zur globalen Militarisierung bei. Der Beschluss zum Ankauf von Abfangjägern, über deren enorme Kosten nicht einmal Klarheit geschaffen wird, trifft dabei auf unvereinbare Weise zusammen mit einer umfassenden Durchlöcherung des Sozialsystems, mit einer finanziellen Austrocknung des Nonprofitbereiches, der Sozialeinrichtungen, des Kultursektors und nicht zuletzt auch der Gemeinden als unmittelbare Gestalter des Lebensumfeldes der Menschen.

Für Kampfflugzeuge werden Milliarden Euro locker gemacht, für die Aufrechterhaltung eines öffentlichen Verkehrsnetzes etwa ist das Geld angeblich nicht da. Gemeinnützige kommunale Einrichtungen sind permanent vom Schließen bedroht. Das ist Militarisierung.

Und auch das ist Militarisierung und trifft jede einzelne Gemeinde und deren BürgerInnen: Mit dem sogenannten Militärbefugnisgesetz, dem nun auch das Sicherheitspolizeigesetz angeglichen wird, werden die Gemeinden und BürgermeisterInnen zur Preisgabe von Personendaten und zur Ausstellung von ”Urkunden, die über die Identität von Personen täuschen”, verpflichtet. Das ist die gesetzliche Ermächtigung der heimischen Geheimdienste zur Bespitzelung der Bevölkerung.

Die Stadtgemeinde Purkersdorf hat sich per Gemeinderatsbeschluss gegen diese Verpflichtung zur Wehr gesetzt und war damit beispielgebend für eine Vielzahl weiterer Gemeinden, Städte und Institutionen. Wir glauben, dass damit ein kleiner, aber wertvoller Beitrag gegen die Militarisierung geleistet wurde.

Unsere solidarischen Grüße an den Hiroshima-Tag 2002!

Marga Schmidl e.h.
Josef Baum e.h.
Maria Parzer e.h.
Willi Reichmann e.h.
Ingo Riß e.h.

|2002-08-05 03:17:44.213883+02 998|2002|Grußbotschaft der IPPNW Deutschland||Prof. Dr. med.Ulrich |Gottstein|Gründungs- und Ehrenvorstandsmitglied der deutschen IPPNW Internationale Ärzte / Ärztinnen für die Verhütung von Atomkrieg- Ärzte / Ärztinnen in Sozialer Verantwortung |||Liebe Damen und Herren der Wiener Friedensbewegung,

die 9.000 deutschen Mitglieder der IPPNW senden Ihnen zu Ihrer Friedensdemonstration herzliche Grüsse der Solidarität. Ihre und unsere Aktivitäten sind heute dringender, als in den vergangenen Jahren, denn wir haben keinen klugen und einflußreichen Präsidenten Gorbatschow mehr auf der politischen Bühne, sondern einen egomanischen US-Präsidenten George W.Bush,
der begierig ist, in einem neuen Irakkrieg alle neuen Waffen, auch Nuklarwaffen, zu testen und auf Dauer die Kontrolle über die Ölfelder zu haben.

Bush´s "Krieg gegen den Internationalen Terrorismus", dem sich leider die deutsche Bundesregierung und die NATO in Gehorsam und "Solidarität" angeschlossen haben, hat bereits schreckliche Folgen gezeitigt: Mehr als 5.000 getötete Zivilisten in Afhganistan, SHARON´s unkluger und grausamer Krieg gegen Palästina ,und PUTIN`s gegen Tschetschenien. Und so wird es immer weiter gehen, wenn wir Bevölkerungen, die wir das Glück haben, in einer Demokratie zu leben, nicht couragiert und laut ein Ende des Kadavergehorsams unserer Europäischen Regierungen gegenüber der BUSH-Regierung fordern.

In Frankfurt werden wir (IPPNW und attac) auf dem Römerberg (also vor dem Rathaus) am 31. August, d.h. am Tag vor dem Anti-Kriegstag, eine Öffentlichkeitsveranstaltung durchführen, unter dem Motto "Keine Stimme für den Krieg - für eine neue Politik". ( In Deutschland haben wir am 22. September Bundestagswahlen). Den Abgeordneten muß klar gemacht werden, wie
die Bürger denken.|2002-08-12 18:39:57.777703+02 904|2002|Widerstand gegen Ausbeutung, Reaktion und Krieg||Andreas|Kollross|Verbandsvorsitzender der Sozialistischen Jugend Österreich|||Die hohen Herren (und wenigen Frauen) in den Industriestaaten des Nordens und die Konzernchefs (und wenigen Chefinnen) beweisen uns jeden Tag aufs Neue, dass Karl Marx, Friedrich Engels, Rosa Luxemburg, Otto Bauer, Josef Hindels und viele andere DenkerInnen und KämpferInnen der ArbeiterInnenbewegung recht haben:

Kapitalismus bedeutet Ausbeutung – die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer, in Österreich, innerhalb der EU, in Europa und erst recht weltweit, alles soll privatisiert und dereguliert (sprich im Interesse der Reichen reguliert) werden, mit dem GATS – dem Abkommen über Dienstleistungen – soll sogar unsere Gesundheit bzw. die medizinische Betreuung der Willkür des freien Marktes ausgeliefert werden.

Kapitalismus bedeutet Reaktion – hier ist Österreich führend, Österreichs Konservative haben sich in blinder Machtgeilheit mit der FPÖ ins Regierungsbett gelegt, und damit hat die extreme Rechte in ganz Europa Aufwind bekommen.

Kapitalismus bedeutet Krieg – Jugoslawien wurde völkerrechtswidrig bombadiert. Der sogenannte Krieg gegen den Terror der USA hat nichts mit Terrorbekämpfung zu tun, sondern es geht darum, das militärische Faustrecht der USA durchzusetzen. Würde bei einem Bankraub in Trumau, der Bertha Suttner–Hof gesprengt, um die BankräuberInnen zu fassen, würde der Polizeichef gefeuert. Wenn Herr Bush jr. ein ganzes Land mit Bomben übersät, um den verdächtigen Bin Laden zu fangen, ist das US-amerikanische Politik. Das nächste Kriegsziel steht mit dem Irak schon fest. Dabei soll nicht vergessen werden, dass die USA mit „Mini-Atombomben" den Atomkrieg führbar und die USA mit einem Sternkriegsprogramm unverwundbar machen wollen. Die EU schweigt oder, noch schlimmer, sogar Regierungschefs von sozialdemokratischen und rotgrünen Regierungen spielen den untertänigen Butler im Weißen Haus.

Der österreichische Abfangjägerkauf ist einer von vielen Beispielen, dass Aufrüstung auf jeden Fall immer ein Anschlag auf das soziale System ist. Während die Regierung Studiengebühren einführt, werden wird für das Kriegsspielzeug von Wolfi und Herbert die Milliarden Euro verschleudert.

Die ArbeiterInnenbewegung ist heute notwendiger denn je. Leider haben führende Funktionäre / Funktionärinnen der europäischen Sozialdemokratie zu lange eine zum Teil wohl abgeschwächte und mit sozialen Phrasen geschönte, aber im Kern doch neoliberale Politik gemacht bzw. manchen machen sie noch immer. „Linke" PolitikerInnen spielen genauso wie die Rechten in der NATO mit oder wollen die Europäische Union Schritt für Schritt in Richtung einer atomar bewaffneten Supermacht umbauen.

Für die Sozialdemokratie kann es nur eine Antwort gegen: Nein zu Ausbeutung, Reaktion und Krieg – und das heißt heute ein klares NEIN zu GATS, WTO, Weltbank und IWF, ein ebenso klares Nein zu NATO und der Militarisierung der EU, ein Nein zu Atomwaffen und Bushs Interventionskriege.

Rosa Luxemburg hat einmal in einem Streit mit August Bebel die französische ArbeiterInnenbewegung zitiert: „Lieber Volksaufstand als Krieg" Das muss allen jenen sozialdemokratischen PolitikerInnen ins Stammbuch geschrieben haben, die von einer militärisch starken EU träumen.

Als junge Sozialistinnen und Sozialisten leisten wir Widerstand:
- gegen die neoliberale Gobalisierung, z. B. den Aktionen gegen das WEF Treffen in Salzburg im September d. J.
- gegen die Sozialabbau in Österreich, z. B. mit der Unterstützung des Sozialstaatsvolksbegehrens, mit unseren Kampagnen gegen Jugendarbeitslosigkeit und für Lehrlingsrechte
- gegen NATO und Militarisierung der EU, z. B. mit dem längsten Fax der Welt für Österreichs immerwährende Neutralität
- gegen Atomwaffen, z. B. durch die Unterstützung der Hiroshima-Aktionen der Friedensbewegung
|2002-08-06 00:33:39.000696+02 905|2002|Zeit zum Umdenken und Ändern||Mag. Christian |Bühringer|Stv. Bundessprecher der Zivildienervertretung|||„Wer Haß sät, wird Krieg ernten" - welch wahre Worte - der Hiroshima-Tag ist ein besonders guter Tag, sich dieser Worte zu besinnen. Es ist die weltweite Zivilbevölkerung aufgerufen, mit ihrem Verhalten gleich geistig gegenzusteuern, vor allem, wenn man sich die derzeitige Weltpolitik ansieht, und dabei vor allem die US-amerikanischen Kriegsgelüste im Irak.

Es ist leicht gesagt, „geistig gegenzusteuern", wenn die Realität dann doch anders aussieht. Aber es ist der nötige Anfang, der zählt - nicht auf demagogische Schallmeien zu hören, nicht blind Nationalismus und leicht geschürtem Haß zu folgen, - und vielleicht werden dann doch friedliebende Parteien / Kandidaten/Kandidatinnen lieber gewählt, als andere, oder Regierungen betrachten die friedliche Volksmeinung etwas mehr wie zum Beispiel jetzt in Großbritannien möglich wäre. 57 Jahre nach den beiden Atombombenabwürfen und etlichsten Kriegen (Vietnam, Korea, Afghanistan usw.), Auf- und Abrüstungen und Kriegsvorbereitungen ist man heute noch immer nicht in der Lage, Konflikte friedlich zu bereinigen - Zeit zum Umdenken und Ändern.
|2002-08-06 01:24:51.799796+02 906|2002|Grußbotschaft||Josef |Hader||||Kriege sind nicht mehr verpönt, sie werden immer führbarer. Man glaubt, sie begrenzen zu können. Mit der geeigneten Technologie wird man bald auch einen begrenzten Atomkrieg für machbar halten.

Viele Politiker inner- und außerhalb der USA haben mittlerweile am Beginn dieses Jahrhunderts ein ähnliches Verhältnis zum Krieg wie Bismarck in der Mitte des vorvorigen Jahrhunderts. Sie halten den Krieg für ein notwendiges Mittel der Politik. Diese Sicht führte in die Katastrophe zweier Weltkriege.

Eine engagierte Friedensbewegung ist notwendiger als je zuvor.

|2002-08-06 01:25:45.516378+02 907|2002|Grußbotschaft||Reinhold |Knoll|Institut für Soziologie|||Die Versuchstationen für Weltuntergänge sind immer erfolgreich, - auch wenn der letzte Zweck noch nicht erreicht wurde. Selbst die schönste Waffe hinterläßt hässliche Schäden, und die sauberste Bombe mehr Schmutz als tausende Frauen putzen können. Die Steigerung ins Irrationale ist so verführerisch - eine Droge, die niemand erst zu schlucken braucht, um sich an den Wahnsinn zu gewöhnen.

Frieden hingegen soll das Unwahrscheinliche sein, ihm gäbe es nur auf Friedhöfen und er gewähre keine Aussicht auf zählbaren Erfolg.

Die vielen Gesichter der Kriege tragen Totenmasken, jene des Friedens haben nur ihr Leben, in dessen Augen die Tränen zu sehen sind - der vielen Kriege wegen. Es geht aber nicht darum, Generäle zu schmähen, sondern im Wunsch, leben zu wollen.

Abel steh auf!
|2002-08-06 01:28:12.978211+02 919|2002|Nie, nie wollen wir Waffen tragen!||Veit |Dieterich|stellvertretender Bundesvorsitzender der Sozialistischen Jugend Deutschlands - Die Falken|||Der 6. August ist einer der wichtigen Tage, an denen wir der sinnlosen Opfer vergangener Kriege gedenken.

Doch in die Trauer muss sich Wut mischen. Hier und heute stellt sich uns die Aufgabe, entschieden aufzustehen für das Vermächtnis dieser Opfer, das nur heißen kann: Nie wieder Krieg!

Unser erstes Augenmerk als Sozialistische Jugend Deutschlands gilt dabei der Aufrüstung und dem Einsatz der Deutschen Bundeswehr als Interventionsarmee, gilt der Militarisierung der Gesellschaft, in der wir aufwachsen, leben und arbeiten.

Doch wenn wir NEIN zum Krieg sagen, tun wir dies Seite an Seite mit FriedensfreundInnen und GenossInnen auf der ganzen Welt. In internationaler Solidarität in diesem Sinne geht dieser dankbare und ermunternde Gruß nach Wien.

"Nie, nie wollen wir Waffen tragen!
Nie, nie wollen wir wieder Krieg!
lasst die hohen Herren sich selber schlagen,
wir machen einfach nicht mehr mit!"
|2002-08-06 09:35:47.321194+02 910|2002|Hiroshima, 6. August 1945|||Wiener Plattform ||||Von Osten nach Westen zog Hiroshima unter dem Fadenkreuz von Thomas Ferebees Bombenzielgerät vorbei. Die Klappen des Bombenschachts waren geöffnet. Ferebee hatte 63 Kampfeinsätze in Europa geflogen, bevor er in die Vereinigten Staaten zurückkehrte, um zunächst als Ausbilder zu arbeiten und dann zur 509th Composite Group zu kommen. Vor dem Krieg wollte er Baseballspieler werden und hatte es mit einer Oberligamannschaft bis zu den Frühjahrsausscheidungsspielen gebracht. Er war 24 Jahre alt.

„Der Dauerton hörte auf", sagte Tibbets in knappen Worten, „die Bombe fiel, Ferebee ließ das Bombenzielgerät los." Die Sicherungsdrähte wurden herausgezogen und setzten die Zeitschalter in Little Boys Zündsystem in Gang. Die erste Atombombe für den Kampfeinsatz entfernte sich im Fall vom Flugzeug, dann drehte sie sich mit der Spitze nach unten. Sie war mit Unterschriften und Sprüchen beschrieben, darunter auch einige obszöne. „Grüße an den Kaiser von den Männern der Indianapolis", lautete eine herausfordernd.

Um 3,6 Tonnen leichter machte die B-39 einen Satz. Tibbets tauchte ab.

„Ich schaltete den Autopiloten ab und zog die Emola Gay in die Wendeschleife.
Ich zog die Schutzbrille über die Augen. Ich konnte durch sie nichts sehen; ich war blind. Ich schleuderte sie auf den Boden. Ein gleißendes Licht durchflutete das Flugzeug. Dann traf uns die erste Stoßwelle.

Wir waren 18,5 Kilometer von der Atomexplosion entfernt, aber das ganze Flugzeug knackte und wand sich unter der Druckwelle. Ich schrie „Fuck!", weil ich dachte, eine Batterie schwerer Geschütze hätte uns ausgemacht.

Der Bordschütze hatte die erste Stoßwelle als sichtbaren Schimmer in der Atmosphäre kommen sehen, aber er wußte nicht, was es war, bis es sie erreicht hatte. Als die zweite Welle kam, gab er eine Warnung durch.

Wir wendeten, um einen Blick auf Hiroshima zu werfen. Die Stadt lag unter dieser furchtbaren Wolke verborgen ..., die aufbrodelte, sich wie Pilz ausbreitete, schreckenerregend und unglaublich groß.

Einen Moment lang sprach keiner ein Wort; dann redeten alle auf einmal. Ich erinner mich, dass Lewis mir auf die Schulter klopfte und sagte: „Sehen Sie sich das an! Sehen Sie sich das an! Sehen Sie sich das an!" Tom Ferebee überlegte laut, ob die Radioaktivität uns wohl alle steril machen würde. Lewis meinte, er könnte die atomare Kernspaltung schmecken. Er sagte, sie schmeckte nach Blei.

„Kameraden", verkündete Tibbets über die Bordsprechanlage, „ihr habt gerade die erste Atombombe der Geschichte abgeworfen." [...]

Als sie den Schauplatz des Geschehens hinter sich ließen, konnte der Bordschütze, Robert Caron, noch einen langen Blick darauf zurückwerfen:

Ich machte die ganze Zeit über Aufnahmen und versuchte, den Aufruhr da unten über der Stadt einzufangen. Währenddessen beschrieb ich das alles über die Bordsprechanlage ... Der Pilz an sich war ein großartiger Anblick, eine brodelnde Masse aus purpurrot-grauem Rauch; man konnte sehen, daß er im Inneren einen roten Kern hatte und alles darin brannte. Als wir uns weiter entfernten, konnten wir den Fuß des Pilzes sehen; darunter konnten wir etwas sehen, das wie eine zig Meter dicke Schicht aus Trümmerteilen, Rauch und ich weiß nicht mehr was aussah. Ich versuchte, den Pilz zu beschreibem, diese turbulente Masse. Ich sah Feuer, die an verschiedenen Stellen aufloderten, wie Flammen, die aus einer dicken Glut aufzüngeln. Jemand forderte mich auf, sie zu zählen. „Sie zählen?" Teufel, ich gab es auf, als es mehr als fünfzehn waren, sie kamen zu schnell, um sie zu zählen. Ich sehe es noch vor mir - diesen Pilz und diese brodelnde Masse -, es sah aus wie Lava oder wie Melasse, die die ganze Stadt bedeckte; und sie schien nach außen zu fließen bis an den Fuß der Berge, wo die Täler in die Ebene einmünden; überall loderten Feuer auf; sehr bald konnte man vor Rauch kaum noch etwas erkennen."

Jacob Beser, der Offizier für elektronische Abwehrmaßnahmen, der bis zu seinem Eintritt in die Armee an der John Hopkins Universität Ingenieurstudent war, verglich den Aufruhr, den er sah, mit einem Eindruck vom Strand:

„Diese Stadt brannte mit allem, was sie hatte. Es sah aus wie ... also, wenn man an den Strand geht und in flachem Wasser den Sand aufwühlt, dann sieht man, wie alles hochwogt. Genauso sah es für mich aus."

Little Boy detonierte um 8 Uhr 16 Minuten und 2 Sekunden Ortszeit Hiroshima, 43 Sekunden nach Verlassen der Enola Gay, 579 Meter über dem Hof des Shima-Krankenhauses, 168 Meter südöstlich der Alol-Brücke, die Thomas Ferebees Zielpunkt war, mit einer Sprengkraft von 11.350 Tonnen TNT.
|2002-08-06 01:39:43.900035+02 911|2002|Grußbotschaft||Jean |Ziegler|Université de Genève|||Liebe Freundinnen und Freunde!

Ich möchte Euch herzlichst meine Solidarität zum heutigen Friedensmarsch gegen den Atombomben-Wahnsinn ausdrücken. Ich bewundere Euren Mut, Eure Geduld und Euren nicht ermüdenden Willen zur Solidarität mit den vergangenen und wahrscheinlich leider auch kommenden Opfern der mörderischen Atomrüstung.

Der 11. September 2001 - der verbrecherische Angriff auf die New Yorker Zivilbevölkerung - bleibt unbegreiflich und unentschuldbar.

Jedoch: der Terrorangriff vom 11. Septembef wird vom Pinochet im Weissen Haus als Vorwand genutzt, um die amerikanischen Kapital-, insbesondere Erdöl-Interessen mit den Mitteln des amerikanischen Staatsterrors durchzusetzen.

Der Pentagon arbeitet bereits an „einsetzbaren" Atombomben und Granaten.

Indien und Pakistan sind Atommächte, die am Rande des Abgrundes eines gegenseitigen Vernichtungskrieges stehen.

Das fürchterliche, menschenverachtende Sharon-Regime - das jeden Tag die Gründungsprinzipien Israels mit Füssen tritt - besitzt die Atomwaffe. Sein Nachbar Saddam Hussein entwickelt ebenfalls Massenvernichtungswaffen.

Das totale und sofortige Verbot des Besitzens und der Entwicklung jeglicher Art von Nuklearwaffen ist ein elementares Gebot der Vernunft.

Fraternellement,

Jean Ziegler


|2002-08-06 01:43:26.427811+02 923|2002|Nur ein Weg des Friedens: Versöhnung||Johan |Galtung |Ko-direktor TRANSCEND, ein Netzwerk für Konfliktlösung, Professor für Friedensforschung|||6. August ist ein Tag des Genozids, Auschwitz in einer Blitz-Sekunde, ein Tag für die Menschheit, sich zu schämen. Gewalt wird immer Gewalt ernten, das haben die Japaner und die Deutschen besser gelernt als die Amerikaner. Die Gegen-Gewalt, die Rache, die Vergeltungs-Kette findet immer neue Wege als wann Juden die Palästinenser totschlagen und junge Saudis Amerikaner töten in New York und Washington. Und jetzt wird noch mehr Gewalt vorbereitet, von der gewalttätigsten Macht auf der Erde, den Vereinigten Staaten.

Es gibt nur einen Weg des Friedens: durch Konfliktlosung und Versöhnung. Gehen wir gemeinsam auf diesem Weg. Auf die Dauer werden die Regierungen uns folgen, auch die amerikanische Regierung. Das ist die Botschaft von Hiroshimaagasaki.

|2002-08-06 09:42:15.387143+02 982|2002|Kampf gegen den menschenfeindlichen Kapitalismus||Prof. Karl|Flanner|Ehrenobmann, Industrieviertelmuseum|||Prof. Karl Flanner

Das Leben auf unseren Planeten, nicht nur das der Menschen!, ist in mehrfacher Hinsicht akut bedroht. Dabei hat sich die Atombombe im wahrsten Sinne des Wortes als „geeignetes“ Mittel bewährt. Aber die Atombombe ist ein totes Ding. Tödlich wird sie erst, wenn sei gezündet wird. Dies geschieht aber, wenn hinter den Zündlern bestimmte Interessen stehen – die Interessen der kapitalistischen Profitmaximierer. Diese sind die wirkliche Gefahr für das Leben auf der Erde, auch in anderen tödlichen Belangen. Ich erlaube mir diesbezüglich die Schlusssätze aus meiner Autobiographie beizulegen. Sie drücken meine Meindung dazu aus.

Ich wünsche viel Erfolg in Eurem Wirken und verbleibe freundschaftlich
Karl Flanner

Prof. Karl Flanner
Schreib’ das auf!
Als Zeuge der Zeit ohne Gnade
Buchenwald 76356 – Dachau 63103

„Schreib’ das auf!“ Eine Aufforderung, die schlimmste Zeit betreffend. Aber es musste wohl auch aufgeschrieben werden, wie es so weit gekommen ist, auch was sich später daraus ergeben hat. Und – viel wichtiger noch! – ob eine Wiederkehr des Faschismus möglich ist. Die gesellschaftlichen Bedingungen dafür, der räuberische Profitkapitalismus, „der Schoß, aus dem das kroch“, ist noch immer fruchtbar. Die profundesten Kenner der kapitalistischen Gesellschaft, Karl Marx und Friedrich Engels, haben schon 1848 im „Manifest der Kommunistischen Partei“ die heute so sehr aktuellen Sätze festgehalten: „Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen. Freier und Sklave, Patrizier und Plebejer, Baron und Leibeigener, Zunftbürger und Geselle, kurz, Unterdrücker und Unterdrückte standen in stetem Gegensatz zueinander, führten einen ununterbrochenen, bald versteckten, bald offenen Kampf, einen Kampf, der jedes Mal mit einer revolutionären Umgestaltung der ganzen Gesellschaft endete oder mit dem gemeinsamen Untergang der kämpfenden Klassen“.

Im Zeitalter der extrem und weltweit vor sich gehenden Konzentration des Profitkapitals – etwas verschämt mit „Globalisierung“ umschrieben – gewinnt diese Feststellung besondere Bedeutung. Können die Anzeichen auf eine weltweite Auseinandersetzung übersehen werden? Wie, wenn die bürgerliche „Individualisierung“ der Menschen, die Zerstörung der sozialen Klammern zur Herrschaft des Faustrechts führt? Wie wenn sich die jahrhundelang Ausgebeuteten der kolonialen Kontinente in einer millionenfachen Völkerwanderung auf den Weg machen, um sich das ihnen Geraubte zu holen? Wie, wenn die zunehmende Vergiftung von Lebensmitteln am Feld und in der Fleischfabrik, des Wassers und der Atmosphäre den Lebensraum veröden, die Abschmelzung des polaren Eises die Zivilisation ersäuft, die weitere Zerstörung der Ozonschicht das Leben verbrennt? Ganz zu schweigen von einem Krieg mit Atomwaffen oder dem Versagen auch nur einiger der zur Zeit in Betrieb stehenden 425 Atomkraftwerke.

Das internationale – „globalisierte“ – Profitkapital hat diesen grauenhaften Weg längst schon eingeschlagen. Es drängt dabei die ganze Menschheit vor sich her. Sich den künftigen Massenmördern jetzt schon in den Weg stellen und ihnen die teuflische Macht zu entwinden, ist jener Kampf, von dem Marx und Engels im Kommunistischen Manifest gesprochen haben. Welche Aufgabe, welche Verpflichtung kann schöner sein, kann dem Leben einen höheren Sinn verleihen, als in diesem Kampf tätig zu sein, den Untergang des menschen- und kulturfeindlichen kapitalistischen Systems herbeizuführen, ehe dieses die Menschheit mit ihm „gemeinsam“ untergehen lässt.

Mit diesem hohen Ziel vor Augen kämpften schon gegen den Faschismus prachtvolle Menschen. In ihre echte Kameradschaft, ihre herrliche Solidarität eingebunden gewesen zu sein, erfüllt mich heute noch mit tiefer Genugtuung. Sie wird mir gegenwärtig bleiben, solange ich atme. Unser Kampf führte zum Sieg über Hitler, Hackenkreuz und faschistische Unkultur. Warum sollte man daran zweifeln, dass aus der Masse der arbeitenden Menschen aller Länder nicht wieder der Kampf gegen die neuerliche Bedrohung durch die dunklen Mächte entflammt und diese für immer in die Schranken weist!
|2002-08-09 17:40:47.625866+02 999|2002|Grußbotschaft||Susanne |Jerusalem|Landtagsabgeordnete und Gemeinderätin, Soziales, Jugend, Bildung, Grüner Klub Rathaus|||Es ist gut, dass die Hiroshima Aktion jedes Jahr stattfindet. Sie hat nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Die Welt hat aus der Geschichte nichts gelernt. Unvermindert drängen skrupellose Führer an die Macht, die vor nichts zurückschrecken. Und unvermindert findet sich Volk, das diese Führer an die Macht bringt. Mein Dank gilt der Wiener Friedensbewegung und allen Menschen, die sich dazuzählen und bereit sind sich für den Frieden einzusetzen. An der Veranstaltung am Stephansplatz werde ich teilnehmen.|2002-08-12 18:40:23.676151+02 926|2002|Grußbotschaft Hiroshima - Tag 6. August 2002||DI Erich |Haider|Landeshauptmannstellvertreter, Oberösterreich|||Die Bemühungen um den Frieden in allen Teilen der Welt haben nichts von ihrer brennenden Aktualität verloren. Kein Kontinent unserer Erde ist frei von Kriegsgefahren. Wie die bestürzende Entwicklung im Nahen Osten oder der Konflikt Pakistan/ Indien fast täglich zeigen, stehen wir noch immer am Beginn eines langen Weges. Besondere Verantwortung tragen auch all jene Staaten, die sich noch immer im Besitz von atomaren Waffen befinden. Daher haben alle Bemühungen die den Frieden stärken, stets eine besondere Bedeutung.

Die Wiener Friedensbewegung und die Hiroshima-Gruppe Wien haben es sich zur Aufgabe gemacht, mit ihrem Engagement für den Frieden einen wichtigen Beitrag zur Bewußtseinsbildung zu leisten. Das gemeinsame Gedenken an die fatalen Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki stellt eine Mahnung und zugleich eine Aufforderung für uns alle dar, so eine Entwicklung nie mehr zuzulassen.

Österreich hat nach 1945 eine Politik des Dialogs, des Ausgleichs und der Deeskalation verfolgt. Diese Politik war getragen von einem Streben nach Verständigung zur Vermeidung von Konfrontation, die in ihrer heftigsten Ausprägung direkt in kriegerische Auseinandersetzungen mündet. Gleichzeitig leisteten die Menschen in Österreicher immer sehr viel in der Unterstützung von Opfern der Kriege. Diese Tradition sollte nicht leichtfertig über Bord geworfen werden. Deshalb muss Österreich weiter aktiv für die fundierte Vorbereitung so großer Friedensprojekte wie die Erweiterung der Europäischen Union eintreten. Denn gemeinsame Interessen und gemeinsame Arbeit für die Zukunft, sind ein wirksamer Schutz vor kriegerischen Auseinandersetzungen.

Ich wünsche allen Teilnehmern an dieser wichtigen Aktion viel Erfolg bei ihren Bemühungen um den Frieden in unserer Welt und vor allem den Menschen in den Krisenregionen eine bessere, friedliche Zukunft.

|2002-08-06 09:46:39.142259+02 927|2002|Grußbotschaft||Dr. Gerhard |Hovorka ||||Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde.

Die internationale politische Situation wird immer besorgniserregender. Die Kriegsgefahr in vielen Regionen steigt. Der selbsternannte Weltsheriff USA mit dem Mann für einfache Lösungen an der Spitze agiert selbstherrlich. Die Stimmen der Vernunft sind immer weniger zu hören. Aber sie sind dennoch unsere Hoffnung. Darum sind auch die Aktivitäten der Wiener Friedensbewegung und der Hiroshima-Gruppe Wien so wichtig.

Ich unterstütze mit vollem Herzen die traditionelle Veranstaltung in Wien zum Gedenken an die Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki!

Zur Abschaffung aller Atomwaffen und zu einer Politik des Verhandelns gibt es keine Alternative!

Euer, unser Engagement für eine atomwaffenfreie Welt ist notwendiger denn je!

Im Gedenken an die Atomwaffenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki rufe ich alle politischen Parteien in Österreich auf, sich eindeutig für eine Welt ohne Atomwaffen einzusetzen! An ihrer Haltung zum globalen Frieden und zu Atomwaffen werden wir sie messen. Auch bei Wahlen!

Ich rufe alle Menschen in Österreich auch auf, sich gegen den Ankauf neuer Abfangjäger in Österreich auszusprechen. Der Verzicht auf neue Abfangjäger könnte ein konkreter Beitrag Österreichs für eine friedlichere Welt sein.
|2002-08-06 09:47:44.602828+02 928|2002|Alles Gute!|Mail aus Hiroshima|Sonja |Jamkojian-Huber|(am 6. August 2002 in Hiroshima)|||Liebe Freunde und Freundinnen der Friedensbewegung und Hiroshimagruppe!

Der nukleare Holocaust in Hiroshima sollte für immer der letzte sein.

Die zunehmenden militärischen Aggressionen, die Tatsache der Wiederaufnahme neuer nuklearer Waffensysteme seitens der US Regierung und damit die Möglichkeit auch einen nuklearen Abschlag gegen den Irak sich vorzubehalten, sollte uns aus unserem Sicherheitsgefühl wachrütteln. Wir müssen diesen wahnsinnigen Vorsätzen alles in unserer Möglichkeit stehende entgegensetzen. Das bestehende Wissen über Hiroshima und Nagasaki muss uns die Kraft zu einer sich weitverbreitenden Empörung geben, um diesen drohenden Wahnsinn zu stoppen.

Nur mit breiter Unterstützung erreichen wir dieses Ziel.

Sonja Jamkojian-Huber, Gabriela Kaszay
Hiroshima, 6.August 2002
|2002-08-06 09:49:30.487578+02 929|2002|Alles Gute!|Mail aus Hiroshima|Gabriela |Kaszay|(am 6. August 2002 in Hiroshima)|||Liebe Freunde und Freundinnen der Friedensbewegung und Hiroshimagruppe!

Der nukleare Holocaust in Hiroshima sollte für immer der letzte sein.

Die zunehmenden militärischen Aggressionen, die Tatsache der Wiederaufnahme neuer nuklearer Waffensysteme seitens der US Regierung und damit die Möglichkeit auch einen nuklearen Abschlag gegen den Irak sich vorzubehalten, sollte uns aus unserem Sicherheitsgefühl wachrütteln. Wir müssen diesen wahnsinnigen Vorsätzen alles in unserer Möglichkeit stehende entgegensetzen. Das bestehende Wissen über Hiroshima und Nagasaki muss uns die Kraft zu einer sich weitverbreitenden Empörung geben, um diesen drohenden Wahnsinn zu stoppen.

Nur mit breiter Unterstützung erreichen wir dieses Ziel.

Sonja Jamkojian-Huber, Gabriela Kaszay
Hiroshima, 6.August 2002
|2002-08-06 09:50:21.124658+02 931|2002|Punkt 1 - 8||Helmut |Kramer||||Punkt 1
Gut ist, was gut ist fürs Geschäft! Also was - nur um ein Beispiel zu nennen - gut ist für die Kassen der börsennotierten Firmen und ihrer Aktionäre.

Punkt 2
Wenn das, was gut ist fürs Geschäft auch noch dem allgemeinen Wohlstand dienen könnte, dann wäre es noch besser. Oberste Priorität hat aber Punkt 1 !

Punkt 3
Blöd, dass es besonders gut fürs Geschäft zu sein scheint, wenn das mit dem Wohlstand beschränkt bleibt auf einen relativ kleinen Teil der Menschheit - aber es zählt ja in erster Linie Punkt 1 !

Punkt 4
Gar nicht blöd, wenn es überall auf der Welt politisch Mächtige gibt, die dafür sorgen, dass das passiert, was gut ist fürs Geschäft. Denn auf Punkt 1 kommt es schließlich an !

Punkt 5
Natürlich blöd, wenn dabei das eine oder andere Menschenrecht unter die Räder kommt, aber..... - siehe Punkt 1 !

Punkt 6
Ganz blöd aber, wenn es politisch Mächtige gibt, die sich nicht drum kümmern wollen, dass das passiert, was eigentlich passieren sollte. Das ist nicht gut, denn wo bleibt denn dann Punkt 1?

Punkt 7
Noch blöder, wenn die, die sich so verhalten, auch noch demokratisch legitimiert am Ruder sitzen. Ja wo kommen wir denn da hin mit unserem Punkt 1 !

Punkt 8
Schon wieder weniger blöd, dass die, die sich so verhalten, es auch nicht immer so genau nehmen mit den Menschenrechten. Da können wir sie dann leicht der Achse des Bösen zurechnen und dreinhauen - es lebe Punkt 1 !!!

Jetzt denken die, die nach diesem 8-Punkte-Programm handeln, auch schon laut über den Einsatz von Atomwaffen beim Dreinhaun nach.

Saublöd.

|2002-08-06 09:52:33.114082+02 933|2002|Grußbotschaft zum Hiroshima-Tag||Jan |Krims|Vorsitzender ECOSY – European Young Socialists|||Der 6. und 9. August sind Anlaß den Opfern der Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki zu gedenken. Der Tod hunderttausender Menschen ist Mahnung, es ist nie wieder soweit kommen zu lassen. Die schrecklichen Folgen sind Warnung vor der immer noch bestehenden Gefahr eines neuerlichen Einsatzes von Atombomben.

Eigentlich sollte es ja am Beginn des 21. Jahrhunderts eine Selbstverständlichkeit sein, alle Atomwaffen endgültig zu vernichten. Statt dessen werden der atomare Erstschlag und der Einsatz von Atomwaffen auf einmal wieder als legitime strategische Optionen ins Spiel gebracht. Die Katastrophen von Hiroshima und Nagasaki stellen heute auch eine Verpflichtung dar, alles menschenmögliche zu tun, damit diese wahnwitzigen Überlegungen niemals Realität werden.

|2002-08-06 09:54:57.386296+02 934|2002|Grußbotschaft||Helmut |Kutin|Präsident von SOS-Kinderdorf|||Diese Veranstaltung des Wiener Friedensbüros steht unter der gleichen Botschaft, die in der Geburtsstunde der SOS-Kinderdörfer erklang: "Nie wieder Krieg!"

Der Schatten eines Menschen auf den Stufen von Hiroshima und die lachenden Gesichter der Piloten der "Enola Gay" haben sich unauslöschlich ins kollektive Gedächtnis einer Menschheit eingebrannt, die ihrer eigenen Vernichtung mächtig geworden ist: Der Schatten eines Menschen steht für die entsetzlichen Schmerzen und das unfassbare Leid vieler Tausender von Menschen. Die lachenden Gesichter der Bomberpiloten stehen für das Verdrängen dessen, dass es Menschen waren, die diese Schmerzen und dieses Leid verursacht haben. Menschen, die nicht wissen, was Krieg bedeutet, weil ihnen niemand gezeigt hat, was Frieden ist.

Nach den Schrecken des Krieges wurde Hermann Gmeiners Idee der SOS-Kinderdörfer geboren: "Friedensdörfer" sollten sie sein, um auf der ganzen Welt Kinder zum Frieden hin zu erziehen und Frieden in ihre Herzen zu pflanzen. Unsere Kinder sind unsere Zukunft! Und der Weg hin zu einer Gesellschaft, die Frieden und gegenseitigen Respekt unter Achtung der Verschiedenheit der Menschen und Kulturen als oberstes Ziel kennt, führt über unsere Kinder!

Was wir unseren Kindern geben, das geben wir uns selber:
Geben wir ihnen die Fähigkeit, sich selbst zu lieben und zu achten, und sie werden auch andere lieben und achten. Geben wir ihnen die Fähigkeit, ihre Religion und ihre Werte zu lieben und sie werden die Religionen und Werte der anderen achten. Geben wir ihnen die Fähigkeit, die täglichen Mühen friedlicher Konfliktlösung zu erlernen und sie werden die täglichen Schrecken des Krieges bannen.

Unsere Erinnerung an das vielt|2002-08-06 09:56:08.352002+02 1000|2002|Grußbotschaft der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen||Dipl.-Ing. Mouddar |KHOUJA|Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen|||”Wir wissen, dass die Welt nicht die Selbe sein wird"

Mit diesen Worten hat der Vater der Atombombe J. Robert Oppenheimer die erste Detonation einer Atombombe in der Wüste von New Mexiko am 16. Juli 1945 kommentiert. Diese Aussage sollte sich bewahrheiten, mit dem furchterregenden Widerhall von zwei Detonationen am 6. und am 9. August des Jahres 1945, diesmal jedoch in den zwei, mit Leben gefüllten Städten Hiroshima und Nagasaki. 450.000 Menschen haben diese Städte bewohnt, mehr als Hunderttausend wurden sofort getötet, einhunderttausend weitere waren schwer verletzt, die Schäden, die die Hinterbliebenen zu tragen haben, ja gar an ihre Kinder und Kindeskinder weitergegeben haben, sind nicht abschätzbar.

Zum Argument "Man habe den Krieg mit den beiden Abwürfen nur verkürzt und somit Menschenleben gerettet": Man schließe die Augen, versetze sich zurück zum Zeitpunkt gleich nach dem Atombombenabwurf in Hiroschima oder Nagasaki und stelle sich ein weinendes Kind vor, das seine Eltern und Geschwistern verloren hat, davon gab es sicherlich Tausende, man schaue ihm in die Augen, und versuche ihm zu erklären, seine Familie sei umgebracht worden, um anderen das Leben zu retten. Plötzlich sind alle Argumente leer und unzulässig und vor allem erscheinen die Worte inhaltslos. Niemals hat der Tod von Unschuldigen den Frieden gebracht, vielleicht hat er eine Waffenruhe gebracht, aber niemals den richtigen Frieden. Denn Krieg und Hass kann im Herzen weiterleben. Die Gräben zwischen den Menschen werden tiefer.

"..Dass wenn jemand einen Menschen tötet - es sei denn für (einen Mord) an einem andern oder für Gewalttat im Land -, so soll es sein, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, so soll es sein, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten." Dieser Koran-Vers 32 aus der Sure 5 verkündet ein Gesetz, das den Menschen auferlegt wurde, gleich nach dem Mord von Kain an Abel. Hier wird die Tötung eines Unschuldigen verglichen mit dem Töten von allen Menschen.

Damit ergibt sich die Frage: Sind die Massenvernichtungswaffen zulässig? Sie können zwischen Waffenträgern und Unschuldigen nicht unterscheiden. Die islamische Antwort darauf heißt: Nein. Dies ist direkt deduzierbar aus der Aussage des Propheten, Gottes Frieden und Segen sei mit ihm, als er seinen Begleiter das erste Kriegsrecht verordnete: "Tötet keine Unschuldigen, unbewaffnete Menschen, Kinder, Frauen, ältere Menschen, zerstört keine Gebäude oder Pflanzen".

Im konträren Gegensatz steht heute die Weltmacht zu ihrer, gelegentlich mit Gewalt durchgesetzten Forderung an anderen Nationen, keine ABC-Waffen zu entwickeln bzw. zu besitzen. Es ist eine Tatsache, dass sie selbst nicht davor schreckt, diese auch für ihre nationale Sicherheit und erklärte Wirtschaftsinteressen einzusetzen. Die 1,2 Millionen Kinder des Iraks sind die aktuellsten Zeugen und Kläger des Einsatzes von chemischen Waffen. Sie sind wirklich ein Beweis dafür, dass die Welt sich verändert hat und nicht die Selbe geblieben war.

|2002-08-12 18:41:02.387056+02 1008|2002|Das Gedenken an Hiroshima und Nagasaki eigentlich noch nie so aktuell gewesen ist wie heute! ||Federico|Nier-Fischer||||Kriege sind immer verdammungswürdig schlimm. Die Atomschläge 1945 gegen die japanische Bevölkerung in den Städten Hiroshima und Nagasaki haben aber gezeigt, dass es noch Steigerungen von furchtbar schlimm geben kann – gezeigt hat es sich an den unbeschreiblichen Leiden, die Atomwaffen mit ihrer perversen Zerstörungskraft verursachen.

Das Andenken und die Bilder von Hiroshima und Nagasaki sollten uns Menschen mahnen, diese Waffen zu ächten und zu vernichten.

Mein Entsetzen war daher groß, als ich vor einigen Tagen eine Pressemitteilung erhielt, dass im UN-Hauptquartier in New York - der Stadt, die selbst Opfer eines grausamen Anschlages geworden ist – eine für September geplante Photo-Ausstellung über die Atombombenabwürfe 1945 abgesagt worden ist. Es hat keine offizielle Erklärung dazu gegeben. Gerüchte sprechen von massiven Interventionen. Laut Aussagen von Diplomaten, seien die Organisatoren wiederholt angehalten worden, keine grausamen Bilder zu zeigen - weil auch Schulklassen aus NY zu Besuch kommen könnten...

Offensichtlich handelt es sich hier, um einen groben Akt der Zensur – denn die Forderung nach harmlosen Bildern bei einer Dokumentation über den Atombomben-Abwurf auf eine Stadt kann als schlichtweg abstrus bezeichnet werden. Vielmehr scheint es Bestrebungen zu geben, die Erinnerung an das Furchtbare auszuradieren – statt die furchtbaren Waffen zu vernichten!

Zwar hat es solche Zensurversuche auch früher immer wieder von Seiten der Kriegsveteranen-Verbände gegeben. Diesmal findet aber die offenbar erfolgreiche Verhinderung der Ausstellung - auf Ex-Territorialen Boden der UNO - im Kontext von ungezügelten Aufrüstungsbestrebungen (bis hinauf zum Weltall) und den rezenten Erklärungen der US-Regierung zugunsten der Weiterentwicklung von taktischen Atomwaffen und eines Erst-Schlag-Rechtes im Einsatz gegen den ”Terrorismus” statt.

In tiefer Besorgnis über diese Entwicklungen möchte ich feststellen, dass das Gedenken an Hiroshima und Nagasaki eigentlich noch nie so aktuell gewesen ist wie heute!
|2002-08-12 18:56:13.528376+02 937|2002|für eine atomwaffenfreie zukunft||Mag. Andreas |Schieder|Landtagsabgeordneter, Wiener Gemeinderat, Bezirksvorsitzender SPÖ Penzing|||Liebe Freunde! Liebe Freundinnen!

trotzdem möchte ich euch die allerbesten grüße zum hiroshima-tag übermitteln. der hiroshima-tag ist eine alljährliche veranstaltung, von der wir alle hoffen, dass sie eines tages einmal nicht mehr notwendig sei. Aber leider ist die welt auf einem ganz anderen weg. atomares säbelgerassel gehört immer mehr zum ton der internationalen politik.

so sehr ich generell für eine globale abrüstung und für mehr friedens- und stabilitätsorientierte politikansätze eintrete, so sehr ist zu betonen das ins besondere atomwaffen ein unfassbares bedrohungsszenario für alle menschen der welt darstellen. hoffentlich wird keine dieser waffen jemals wieder eingesetzt. doch hoffen reicht nicht - wann wird endlich mit der atomaren abrüstung ernsthaft begonnen?

in diesem zusammenhang ist auch mit größter besorgnis die aktuelle entwicklung der welt, mit vertiefung der gegensätze, verstärkung der rüstungsarsenale, und immer schnelleren und öfteren kriegsdrohungen einzelner staaten (bzw. deren regierungschefs) zu betrachten.

für eine atomwaffenfreie zukunft,

mit friedensgrüßen
euer
andreas schieder
|2002-08-06 10:01:34.837838+02 939|2002|Grußbotschaft ||Dr. Peter |Strutynski|Universität Kassel und Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag |||In seinen vielen Reden der letzten Zeit hob der vom Obersten Gericht eingesetzte US-Präsident George Bush immer wieder die zwei Gründe hervor, warum der Irak angegriffen werden müsse: Erstens verfüge Saddam Hussein über Massenvernichtungswaffen und es stehe zu befürchten, dass er sie an "Terroristen" weitergibt; zweitens habe Saddam bereits biologische Massenvernichtungswaffen eingesetzt - ihm ist also alles zuzutrauen.

George W. Bush vergisst dabei zweierlei:
Erstens besitzen die USA - wie viele andere Staaten der Welt - ebenfalls über Massenvernichtungswaffen aller drei Arten: A-, B- und C-Waffen - und das nicht zu knapp!
Und zweitens haben die USA selbst mindestens zwei Mal davon Gebrauch gemacht: In Hiroshima und Nagasaki 1945, wo sie die schlimmsten aller Bomben abwarfen, und in Vietnam, wo sie mit dem chemischen Kampfstoff Agent Orange ganze Urwälder nachhaltig geschädigt haben. Und was die biologischen Waffen betrifft: Auch sie sind, wie wir aus dem Anthrax-Skandal wissen, in großem Umfang beim US-Militär verfügbar.

Lasst uns also wachsam bleiben. Massenvernichtungswaffen gehören nicht ins Arsenal des Militärs, gleich welchem Regime es angehört. Vielmehr sind Massenvernichtungswaffen, allen voran die Atomwaffen, weltweit zu ächten und abzuschaffen. Daran gemahnt uns der 6. August.


|2002-08-06 10:05:09.166892+02 990|2001|Der Krieg im Innern gebiert den Krieg nach außen||Peter Ulrich|Lehner|redakteur der mitbestimmung zeitschrift für demokratisierung der arbeitswelt|||Der Krieg ist kein Naturereignis, er wird von Menschen gemacht. Menschen schießen auf Menschen, und wenige Menschen haben etwas davon, daß viele andere Menschen auf viele andere Menschen schießen. Das ist die gesellschaftliche Grundlage des Krieges.

Damit das nicht so offenkundig wird, muß der Krieg durch Propaganda (heute heißt das Informationspolitik und wird durch Mediensprecher PR-mäßig betrieben) so dargestellt werden, daß er als einzig mögliche Maßnahme, als unausweichlich und in diesem Sinn als naturnotwendig erscheint.

Daher ist das erste Opfer des Krieges immer die Wahrheit. Es gibt überall nur Vertei-digungsministerien und Verteidigungsbündnisse – und trotzdem kommt es stets zu Angriffskriegen. Der Ausbruch des Ersten sowie des Zweiten Weltkriegs zeigt, daß es jenen gesellschaftlichen Kräften, die am Krieg interessiert waren, gelang, die Lage ihres Landes nach innen jeweils so darzustellen, als ob es das angegriffene wäre. So konnte in der jeweils eigenen Bevölkerung eine scheinpatriotische Stimmung angeheizt werden, aus der heraus große Teile sehr leicht zum Taumel in die Kriegsbegeisterung zu manipulieren waren. Auch die Informationspolitik vor und während des jüngsten Balkankriegs war so, auf beiden Seiten!

Menschen, die diese Mechanismen aufzeigten und vor den Kriegstreibern warnten, blieben auf der Strecke. Bertha Suttners Appelle verhallten ungehört, Jean Jaurès Ermordung war der Auftakt zum Ersten Weltkrieg, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht mußten nach dem Völkergemetzel ihr Leben lassen. Kriegsdienstverweigerer und Deserteure beider Weltkriege wurden und werden totgeschwiegen, soferne sie wegen ihrer Weigerung zum Mitmachen nicht schon vorher erschossen oder wie Franz Jägerstätter gehenkt wurden. Diese wenigen Namen seien stellvertretend für die vielen anderen genannt, die unbekannt oder überhört und übersehen ihr Menschentum bewahrten.

Der Erste und der Zweite Weltkrieg waren Versuche von zu spät gekommenen Großmächten, die Aufteilung der Welt mit Waffengewalt zu korrigieren. Sie wollten mit den gleichen Methoden wie die etablierten imperialistischen Mächte und zu deren Lasten "Lebensräume", Rohstoffquellen und politische Einflußsphären erobern. Sie scheiterten beide Male.

Doch daß es überhaupt zu diesen Weltkriegen kommen konnte, hing mit den wirtschaftlichen Interessen von Bergwerksbesitzern, Industriebaronen, Fabrikanten, Börsenspekulanten und Bankiers, kurz: Kapitaleigentümern, auf beiden Seiten der Schützengräben zusammen. Deren Interessen bestimmten die Grundzüge der Politik. Es ging um die Vergrößerung ihrer Gewinne.

Diese wirklichen Beweggründe wurden freilich hinter nationalistischen, patriotischen und anderen ideologischen Schleiern verborgen, mit denen die, die im Krieg nichts zu verlieren hatten als ihr Leben, innerlich auf die erforderliche Kriegsbegeisterung zugerichtet und zur weiteren Mitwirkung an ihrer eigenen Benachteiligung veranlaßt werden konnten.

Wo Kapitaleigentümer noch nicht gelernt hatten, ihre Interessen auch unter parlamentarisch-demokratischen Bedingungen durchzusetzen, mußten sie vorher die parlamentarische Demokratie beseitigen lassen. Wo sie die Bevölkerungen nicht manipulieren konnten, mußten sie sie gewaltsam um ihre politischen Rechte bringen. Der verkehrte Zusammenhang zwischen Demokratie und Krieg könnte nicht besser offenkundig werden.

Das gilt auch für die Kriege nach dem Zweiten Weltkrieg, und es gilt vor allem für die Kriege, die sich seit dem Einsturz sogenannter kommunistischer Regime ereignet haben. Von diesen Regimen waren nationalistische Strömungen nur unterdrückt, nicht aber ihre Ursachen beseitigt worden. Wo sie an der Macht geblieben waren, gleichgültig ob unter neuen politischen Vorzeichen, wie in Kroatien, oder unter der alten Bezeichnung, wie in Serbien, setzten sie voll auf die nationalistische Karte.

Der europäische Konservativismus hatte sich nach dem Einsturz der Ostblockregimes dort der verschiedenen Nationalismen bedient, um eine ihm genehme Kontinentalordnung wiederzuerrichten. Diese war schon zu Beginn dieses Jahrhunderts Ausgangslage zweier Ballkankriege und eines verheerenden Weltkriegs, dem einundzwanzig Jahre später ein zweiter folgte. Seither fanden in Europa, mit dem Zerfall des früheren Jugoslawiens, schon wieder vier Balkankriege statt, von Kriegen in den anderen Weltregionen abgesehen.

Aufgrund der wirtschaftlichen Schwäche der Staaten am Balkan hätten schon wenige Prozent der Kriegskosten genügt, um als Investition in diese Volkswirtschaften eine Vervielfachungswirkung zu erzielen und ein Lebensniveau entstehen zu lassen, in dem Verzweiflung und Flucht in Nationalismus und Irrationalismus keinen Nährboden finden.

Nach dem Zusammenbruch des sogenannten Kommunismus drang das Kapital in dessen früheres Herrschaftsgebiet mit Pyramidenspielen ein und gaukelte den gutgläubigen Bevölkerungen grandiose Reichtumsmöglichkeiten vor. Voraussetzung war, daß es immer noch Ahnungslosere gab, auf deren Kosten man sich bereichern konnte. Da bald die demographischen Grenzen erreicht waren, mußten nun mit brutaleren Raubrittermethoden Voraussetzungen fürs weitere Verdienen geschaffen werden.

Kam das Schicksal der Kosovo-Albaner/innen den am Krieg Interessierten nicht sehr gelegen? Die Aktien der Rüstungsunternehmen stiegen, veraltetes Kriegsgerät konnte durch Erprobung an "menschlichem Material" situationsangemessen entsorgt, neues Kriegsmaterial erprobt werden, und die Zerstörungen begründeten einen Wiederaufbaubedarf, bei dem anlagesuchende Investoren durch Kreditzinsen nun ein weiteres Mal an der Katastrophe verdienen werden können.

Der Neoliberalismus tritt als großspuriges Freiheitsversprechen für alle auf, ist aber in Wirklichkeit nur ein religiöser Fundamentalismus für die Freiheit von Kapitaleigentümern. Mit der Forderung "Mehr privat – weniger Staat" betreiben seine politischen Handlanger (darunter auch solche aus der Arbeiter/innenbewegung, die einmal die bedeutendste Kriegsgegnerin war) geschickt eine Zurückdrängung des Einflusses der demokratisch legitimierten Öffentlichkeit auf die Wirtschaft. Öffentliche Sparbudgets laufen auf eine Kriegserklärung an sozial Schwächere hinaus, die als sogenannte Sozialschmarotzer bekämpft werden.

Der Neoliberalismus bedeutet eine Zerstörung der Lebensgrundlagen der Menschheit. Der Verwertungszwang, der dem von ihm hofierten Kapital innewohnt, geistert als falsch verstandener shareholder value durch die Hirne und vernebelt die Sicht auf Offenkundiges: Überbordender Reichtum türmt sich in immer weniger Händen auf, läßt Spannungen zwischen den Geschlechtern und Generationen entstehen, während Armut, Hunger und Tod weltweit zunehmen und soziale Bedrohungen nationalistische, rassistische sowie fundamentalistische Engstirnigkeiten hervorrufen. Mit deren Hilfe können Kriege leichter vom Zaun gebrochen werden. Sie sind die Folge des Krieges im Inneren der Gesellschaft.

Die Atombombe, die zum ersten Mal am 6. August 1945 über Hiroshima abgeworfen wurde, hatte die gesamte menschliche und außermenschliche Natur nachhaltig verletzt. Die ungezählten Toten, die Überlebenden, die heute noch an Strahlenschäden leiden, die verstrahlte Erde ließen die materiellen Schäden verblassen. Die Atombombe galt bis in die siebziger Jahre hinein als die schrecklichste aller Waffen.

Dann wurde die Neutronenbombe erfunden. Sie vernichtet im Feindesland nurmehr die Menschen, läßt aber die außermenschliche Natur unbeschädigt. Egon Bahr nannte sie eine "Perversion des Denkens". Doch die Neutronenbombe ist keine Perversion des Denkens, sondern die zu Ende gedachte Perversion, durch die der Krieg auf seinen Begriff gebracht wurde: eine verselbständigte Maschinerie, geboren aus dem Drang von bevorrechteten Minderheiten, ihren Sachbesitz zu mehren und dabei auch über Leichen zu gehen.

Wenn wir den Frieden wollen, dürfen wir den Krieg nicht nur moralisch verdammen, wir müssen auch dessen gesellschaftlichen Ursachen aufzeigen, benennen und beheben.

Wir müssen für eine Welt eintreten, in der es kein Oben und Unten gibt, in der die Güter so verteilt werden, daß niemand Mangel leidet, in der Vollbeschäftigung nicht bloß eine Folge des Wiederaufbaus nach vorangegangenen Zerstörungen durch Kriege ist.

Wir müssen eine Welt erstreben, in der alle Menschen Erfüllung finden, indem sie durch ihre schöpferische, selbstzuorganisierende Arbeit gemeinschaftlich in eine lustvolle Auseinandersetzung mit ihrer Natur treten, sodaß niemand Verlangen danach verspürt, sich über andere erheben zu wollen, um durch deren Unterdrückung sein eigenes Selbstwertgefühl in betrügerischer Weise zu stabilisieren.


|2002-08-11 23:13:23.022843+02 983|2002|Grußbotschaft||Dr. Gabriel|Lansky||||Die gegenwärtige außenpolitische Situation zwingt dazu, mehr denn je an die Ursprünge der Friedensbewegung zu erinnern. Gerade in Zeiten der Verniedlichung des Zieles gewaltfreier Auseinandersetzungen muss an die Lehren von Hiroshima und Nagasaki angeknüpft werden.|2002-08-09 17:41:30.506878+02 943|2002|Grußbotschaft||Lois |Sattleder|Volkshilfe Vöcklabruck|||Liebe Freunde und Freundinnen der Friedensverwirklichung!

Aus der Schmerzlichen und Kriegsvollen Geschichte der letzten 90 Jahre in Europa und der Welt mit der ungeheuren Zahl von Opfern UND dem Wissen, dass seit 57 Jahren keine der Unzähligen Atombomben gezündet wurde bin ich mit Sir Karl Poper der Meinung, dass wir zur Hoffnung berechtigt sind. Jene Hoffnung, dass es allen guten Kräften gemeinsam gelingt den Rüstungswahn und der Kriegslust "Herr" -"Friedens-Herr" zu werden.

Die Gedenktage an Hiroshima und Nagasaki mögen den Willen und die Einsatzkraft aller Friedensaktivisten bestärken und beflügeln!

|2002-08-06 10:31:06.492555+02 944|2002|Manifestationen des Bösen||Univ.-Prof. Dr. Kurt |Lüthi||||Drei Manifestationen des Bösen, die ich als Zeitgenosse miterlebte (Jahrgang 1923), fordern zum Nachdenken auf; vielleicht ermöglicht ein Nachdenken – trotz aller Skepsis – Lehren aus der Geschichte zu ziehen. Meine Position: eine theologische Ethik, die den Versuch macht, die “Zeichen der Zeit” zu deuten, - Ethik als Zeitgenossenschaft.

Ich verstehe den Holocaust, Hiroshima und die zusammenstürzenden Türme des 11. Septembers 2001 in New York als Manifestationen des Bösen. Dazu im folgenden Versuche einer Kommentierung. Ein erstes: Manifestationen des Bösen erschlagen uns die Sprache, - wir werden sprachlos. Dazu ein Zitat von Elie Wiesel zum Holocaust: “Wie kann man über eine Situation sprechen, welche jenseits jeder Beschreibung steht?” Und dann gilt, was Elie Wiesel über Auschwitz sagte: “Nach Auschwitz haben die Worte ihre Unschuld verloren.” Das gilt auch, wenn wir an Hiroshima und an den 11. September denken.

Weiter: Manifestationen des Bösen provozieren als Reaktion eine Sprache der Rache und der Gewalt. Das zeigt heute das Beispiel des 11. Septembers. Der amerikanische Präsident Bush spricht von Gegenschlägen und Vergeltungsschlägen, - er sucht den oder die Schuldigen. Für den, der eine theologische Ethik vertritt, ist es auffallend, dass Bush Erklärungsmuster braucht, die aus alten “apokalyptischen” Traditionen stammen. Apokalyptik argumentiert mit Endzeitbildern, um das Böse zu bewältigen. Diese Bilder unterscheiden zwischen “gut” und “böse”; sie kennen eine “Partei der Guten” und eine “Partei der Bösen”. Auf der Seite der Guten steht dann Gott und seine Engel, - auf der anderen Seite steht der Teufel und die Dämonen und die, die diesen verfallen sind. Dann gibt es die Appelle, sich vom Bösen abzugrenzen, ev. die Bösen zu vernichten (Beispiel: die Kreuzzüge). Jedenfalls verzichtet das apokalyptische Denken auf exakte und argumentativ begründete Argumente und es unterstützt oft gesellschaftliche Vorurteile.

Wie setzt sich eine theologische Ethik, die sich den “Zeichen der Zeit” gegenüber verantwortlich weiß, mit den Manifestationen des Bösen auseinander? Sie wird grundlegend für eine Kultur des Friedens eintreten. Kriege zur Lösung politischer Fragen sind angesichts heute möglicher Eskalation des Krieges zu Atomkriegen untaugliche Mittel der Politik. Initiativen zur Abschaffung der Atomwaffen und zu Ausstiegsszenarien müssten heute Vorrang haben. Die Hoffnungsvision, die Hans Küng im Blick auf die Religionen entwickelt, muss unterstützt werden. Seine Postulate lauten: “Kein Frieden unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen. – Kein Friede unter den Religionen ohne globale ethische Maßstäbe. – Kein Überleben unseres Globus ohne ein globales Ethos, ein Weltethos”. Wichtig für den Dialog der Religionen sind die Konvergenzen der sogenannten abrahamitischen Religionen: Judentum, Christentum, Islam.

Die skizzierten Ansätze und Impulse sind im Rahmen demokratischer Kulturen für das politische Handeln aufzunehmen und zu gestalten; dabei können Christen und säkular orientierte Menschen gemeinsam agieren:

- Mut zu zivilen Konfliktregelungen als Mut zum Dialog auch mit dem kulturell “Anderen”; die “Andersheit des Anderen” bedeutet eine Aufgabe, der man sich stellen muss.
- Beharrliche Analysen der sozialen Ursachen von Konflikten (Beispiel: Gegensatz zwischen erster und dritter Welt, Gegensatz zwischen Armut und Reichtum in der Welt).
- Weiterentwicklung der internationalen Rechtsordnung; Akzeptanz der Regeln der UNO (Völkerrecht); Einsatz für Humanisierungsvorschläge für Situationen der Gewaltanwendung.
|2002-08-06 10:32:12.402525+02 1001|2002|Grußbotschaft||Heidrun |Silhavy|Abgeordnete zum Nationalrat (SPÖ)|||Kein Staat, keine Forschung und keine Religion gibt dir das Recht, deine Schwestern und Brüder zu töten!

Ich versuche damit den ganzen Wahnsinn, den wir gerade erleben (zielgenaue, cleane Waffen usw.) zu formulieren, weiß aber nicht ob dies verständlich ist! Fällt mir schwer es in einem Satz zu formulieren, aber den Versuch ist es wert!

Mit friedlichen und freundschaftlichen Grüßen
Heidrun

|2002-08-12 18:41:38.600069+02 1009|2002|Grußbotschaft||LAbg. Jürgen |Wutzlhofer|Jugendsprecher der SPÖ im Wiener Landtag und Gemeinderat|||Atomwaffen sind eine der hässlichsten Ausgeburten einer Welt der gesellschaftlichen und sozialen Spaltungen. Damit eine Ordnung, in der wenige viel und die große Masse sehr wenig, hat aufrechterhalten werden kann, braucht es Gewalt. Gewalt ist immer eine Form von Unterdrückung und Zerstörung. Um Frieden schaffen und sichern zu können, muss gesellschaftlicher Friede geschaffen werden, müssen Chancen gerecht verteilt werden und Fortschritt der Fortschritt aller sein. Um dieses Ziel zu erreichen, gilt es gemeinsam zu kämpfen!|2002-08-12 18:57:36.089981+02 946|2002|Verzicht auf Atomwaffen ist alternativlos. ||Dr. Michael |Häupl|Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien|||Sei es der schwelende Kashmir-Konflikt zwischen den Atomwaffenstaaten Indien und Pakistan, sei es die Entwicklung neuer atomarer Waffengenerationen in den Militärlabors der Supermächte:

Der 6. August hat auch heute - 57 Jahre nach dem folgenschweren Abwurf der Atombombe auf Hiroshima - nichts von seiner Aktualität und Symbolik des Schreckens eingebüßt. An diesem Tag wird die Menschheit jedes Mal aufs Neue gemahnt, wie schnell unser aller Leben auf diesem Planeten auslöschbar ist.

Wir sind es den bedauernswerten Opfern des 6. August 1945 und unseren Kindern schuldig, auf eine Welt ohne Atomwaffen weiterhin beharrlich hinzuarbeiten – mit Verhandlungen und Abkommen auf politischer Ebene und über viele andere Wege: um weltweit das Bewusstsein zu schaffen, dass der Verzicht auf Atomwaffen alternativlos ist.

Wie gerne würden wir Worte wie „Atomkrieg" aus unserem Gedächtnis streichen. Doch unzählige Menschen, die noch immer unter den Auswirkungen der Strahlenbelastung leiden oder an den Spätfolgen sterben, verbieten uns das Vergessen. Ihr Schicksal ist unser Auftrag.

Wie gerne würden wir Worte wie "Atomkrieg" aus unserem Gedächtnis streichen. Doch unzählige Menschen, die noch immer unter den Auswirkungen der Strahlenbelastung leiden oder an den Spätfolgen sterben, verbieten uns das Vergessen. Ihr Schicksal ist unser Auftrag.
|2002-08-06 10:39:39.95893+02 1002|2002|Grußbotschaft||Mag. Arno |Truger|Deputy of the Executive President, Austrian Study Center for Peace and Conflict Resolution (ASPR)|||Liebe Freunde des Friedens, liebe Gegner von Atomwaffen!

Für den Frieden zu sein bedeutet auch die Gegnerschaft zu Atomwaffen. Das wird von denen, die Atomwaffen entwerfen, bauen, damit üben, damit drohen und bereit sind, sie einzusetzen, immer bestritten. Aber gerade die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki sind Beweise dafür, dass sie unrecht haben. Atomwaffen gehören zu den grausamsten Waffen, die entwickelt wurden. Sie zerstören massenhaft Leben. Sie sind Massenvernichtungswaffen, die in jedem Fall den Tod und die Zerstörung der Lebensgrundlagen unschuldiger Menschen und ihnen nachfolgenden Generationen bewirken. Deshalb kann die Lehre von Hiroshima und Nagasaki nur lauten: Abschaffung aller Atomwaffen!
|2002-08-12 18:42:25.587848+02 948|2002|Die Gefahr der atomaren Vernichtung der Menschheit ist noch nicht verbannt||Mag. Walter |Baier|Vorsitzender der KPÖ |||Aus Anlaß des Gedenkens an den hunderttausendfachen Tod, der 1945 über Hiroshima und Nagasaki hereinbrach, will ich in Erinnerung rufen, dass weder die Gefahr der atomaren Vernichtung der Menschheit noch der Krieg aus dem Leben der Gesellschaft verbannt ist. Die in den vergangenen Jahren erreichte quantitative Reduzierung atomarer Sprengköpfe wird durch die Modernisierung der Waffenarsenale weit mehr als kompensiert. Die Verwirklichung einer weltraumgestützten Raketenabwehr durch die USA könnte einen begrenzten Einsatz von Atomwaffen sogar zu einer tatsächlichen militärpolitischen Option machen.

Die verbrecherischen Anschläge des 11. September haben uns gewusst gemacht, dass in einer Welt, die durch strukturelle Gewalt gekennzeichnet ist, auch die hochgezüchtesten Militär- und Geheimdienstsysteme keine exklusive Sicherheit schaffen können. Der Frieden ist im wahrsten Sinne des Wortes unteilbar. Die Mächtigen der Welt haben aus dem 11. September allerdings eine andere Konsequenz gezogen. Militärische Gewalt, vorgeblich um den Terrorismus zu bekämpfen, wird gegen willkürlich als "Schurken" bezeichnete Staaten ausgeübt, die sich in der einen oder anderen Form der Hegemonie der USA und ihren engsten Verbündeten entgegensetzen. Die dadurch ausgelöste Spirale der Gewalt droht ganze Regionen der Welt politisch und militärisch zu destabilisieren. Da es in den vergangenen Jahren nicht gelungen ist, die Weiterverbreitung von Atomwaffen zu verhindern, erhöht sich auch dadurch das Risiko ihres Einsatzes.

Der heutige Gedenktag, der auch ein internationaler Aktionstag für den Frieden ist, muss auch ein Tag der Solidarität mit allen für einen gerechten Frieden im Nahen Osten eintretenden Menschen werden. Die täglich eskalierende Gewalt, die widerrechtliche Besetzung palästinensischen Territoriums und die Missachtung der legitimen Rechte des palästinensischen Volkes auf Selbstbestimmung in einem eigenen demokratischen Staat, die dem von den Vereinten Nationen ausgedrückten Willen der Weltöffentlichkeit klar widersprechen, bergen Gefahren, die weit über die Region hinausreichen. Die heute von der UN-Generalversammlung verabschiedete Resolution, die den sofortigen Rückzug Israels aus den besetzten Territorien fordert, muss umgehend verwirklicht werden.
|2002-08-06 12:20:53.68191+02 949|2002|Grußbotschaft||Dra. Elisabeth |Hlavac|Abgeordnete zum Nationalrat (SPÖ)|||Der 6. August ist ein Tag des Gedenkens an die Opfer der Atombombenabwürfe, mit denen – obwohl der Krieg für die USA bereits gewonnen war – unendliches Leid über die Menschen in Nagasaki und Hiroshima gebracht worden ist.

Dieses Gedenken soll im Bewusstsein halten, dass es nach wie vor Krieg und Zerstörung gibt und dass die Atomwaffenarsenale eine vielfache Kapazität zur Vernichtung allen Lebens auf dieser Erde haben.

An diesem Tag müssen wir auch zur generellen Abrüstung aufrufen, denn die Gefahr geht nicht nur von Atomwaffen aus. Seit 1945 haben weltweit unzählige Kriege stattgefunden, die unschuldige Opfer gefordert und ganze Völker in Verzweiflung getrieben haben.

Krieg darf kein Mittel zur Lösung von Konflikten sein; das sei nicht zuletzt angesichts der momentanen Situation, wo sich ein neuer Krieg im Arabischen Golf ankündigt, betont.

Die Probleme dieser Welt liegen vor allem in der Armut und der Unwissenheit. Wir sollten daher alle Ressourcen darauf konzentrieren, sie gerechter, sozialer und friedlicher zu gestalten.

|2002-08-06 12:22:15.60049+02 1010|2002|Grußbotschaft||Stefan |Schennach |Abgeordneter zum Bundesrat (Gtüne)|||Selbstverständlich unterstütze ich den Hiroshima-Tag. Nie wieder darf eine Atomwaffe, ob im Kriegsfall oder als Test zum Einsatz kommen.

Vielleicht sollte man diesmal auch an den jüngst verstorbenen Mahner mitgedenken: an Erwin Chargaff der im "Feuer des Heraklith" eindringlich vor einer Wissenschaft warnte, die die Kerne manipuliert: den Atomkern und die Genzelle.

Ich werde zur Veranstaltung kommen.

|2002-08-12 18:58:02.117757+02 992|2002|Der Krieg im Inneren gebiert den Krieg nach außen||Peter Ulrich|Lehner|redakteur der zeitschrift mitbestimmung zeitschrift für demokratisierung der arbeitswelt|||Der Krieg ist kein Naturereignis, er wird von Menschen gemacht. Menschen schießen auf Menschen, und wenige Menschen haben etwas davon, daß viele andere Menschen auf viele andere Menschen schießen. Das ist die gesellschaftliche Grundlage des Krieges.

Damit das nicht so offenkundig wird, muß der Krieg durch Propaganda (heute heißt das Informationspolitik und wird durch Mediensprecher PR-mäßig betrieben) so dargestellt werden, daß er als einzig mögliche Maßnahme, als unausweichlich und in diesem Sinn als naturnotwendig erscheint.

Daher ist das erste Opfer des Krieges immer die Wahrheit. Es gibt überall nur Verteidigungsministerien und Verteidigungsbündnisse – und trotzdem kommt es stets zu Angriffskriegen. Der Ausbruch des Ersten sowie des Zweiten Weltkriegs zeigt, daß es jenen gesellschaftlichen Kräften, die am Krieg interessiert waren, gelang, die Lage ihres Landes nach innen jeweils so darzustellen, als ob es das angegriffene wäre. So konnte in der jeweils eigenen Bevölkerung eine scheinpatriotische Stimmung angeheizt werden, aus der heraus große Teile sehr leicht zum Taumel in die Kriegsbegeisterung zu manipulieren waren. Auch die Informationspolitik vor und während des jüngsten Balkankriegs war so, auf beiden Seiten!

Menschen, die diese Mechanismen aufzeigten und vor den Kriegstreibern warnten, blieben auf der Strecke. Bertha Suttners Appelle verhallten ungehört, Jean Jaurès Ermordung war der Auftakt zum Ersten Weltkrieg, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht mußten nach dem Völkergemetzel ihr Leben lassen. Kriegsdienstverweigerer und Deserteure beider Weltkriege wurden und werden totgeschwiegen, soferne sie wegen ihrer Weigerung zum Mitmachen nicht schon vorher erschossen oder wie Franz Jägerstätter gehenkt wurden. Diese wenigen Namen seien stellvertretend für die vielen anderen genannt, die unbekannt oder überhört und übersehen ihr Menschentum bewahrten.

Der Erste und der Zweite Weltkrieg waren Versuche von zu spät gekommenen Großmächten, die Aufteilung der Welt mit Waffengewalt zu korrigieren. Sie wollten mit den gleichen Methoden wie die etablierten imperialistischen Mächte und zu deren Lasten "Lebensräume", Rohstoffquellen und politische Einflußsphären erobern. Sie scheiterten beide Male.

Doch daß es überhaupt zu diesen Weltkriegen kommen konnte, hing mit den wirtschaftlichen Interessen von Bergwerksbesitzern, Industriebaronen, Fabrikanten, Börsenspekulanten und Bankiers, kurz: Kapitaleigentümern, auf beiden Seiten der Schützengräben zusammen. Deren Interessen bestimmten die Grundzüge der Politik. Es ging um die Vergrößerung ihrer Gewinne.

Diese wirklichen Beweggründe wurden freilich hinter nationalistischen, patriotischen und anderen ideologischen Schleiern verborgen, mit denen die, die im Krieg nichts zu verlieren hatten als ihr Leben, innerlich auf die erforderliche Kriegsbegeisterung zugerichtet und zur weiteren Mitwirkung an ihrer eigenen Benachteiligung veranlaßt werden konnten.

Wo Kapitaleigentümer noch nicht gelernt hatten, ihre Interessen auch unter parlamentarisch-demokratischen Bedingungen durchzusetzen, mußten sie vorher die parlamentarische Demokratie beseitigen lassen. Wo sie die Bevölkerungen nicht manipulieren konnten, mußten sie sie gewaltsam um ihre politischen Rechte bringen. Der verkehrte Zusammenhang zwischen Demokratie und Krieg könnte nicht besser offenkundig werden.

Das gilt auch für die Kriege nach dem Zweiten Weltkrieg, und es gilt vor allem für die Kriege, die sich seit dem Einsturz sogenannter kommunistischer Regime ereignet haben. Von diesen Regimen waren nationalistische Strömungen nur unterdrückt, nicht aber ihre Ursachen beseitigt worden. Wo sie an der Macht geblieben waren, gleichgültig ob unter neuen politischen Vorzeichen, wie in Kroatien, oder unter der alten Bezeichnung, wie in Serbien, setzten sie voll auf die nationalistische Karte.

Der europäische Konservativismus hatte sich nach dem Einsturz der Ostblockregimes dort der verschiedenen Nationalismen bedient, um eine ihm genehme Kontinentalordnung wiederzuerrichten. Diese war schon zu Beginn dieses Jahrhunderts Ausgangslage zweier Balkankriege und eines verheerenden Weltkriegs, dem einundzwanzig Jahre später ein zweiter folgte. Seither fanden in Europa, mit dem Zerfall des früheren Jugoslawiens, schon wieder vier Balkankriege statt, von Kriegen in den anderen Weltregionen abgesehen.

Aufgrund der wirtschaftlichen Schwäche der Staaten am Balkan hätten schon wenige Prozent der Kriegskosten genügt, um als Investition in diese Volkswirtschaften eine Vervielfachungswirkung zu erzielen und ein Lebensniveau entstehen zu lassen, in dem Verzweiflung und Flucht in Nationalismus und Irrationalismus keinen Nährboden finden.

Nach dem Zusammenbruch des sogenannten Kommunismus drang das Kapital in dessen früheres Herrschaftsgebiet mit Pyramidenspielen ein und gaukelte den gutgläubigen Bevölkerungen grandiose Reichtumsmöglichkeiten vor. Voraussetzung war, daß es immer noch Ahnungslosere gab, auf deren Kosten man sich bereichern konnte. Da bald die demographischen Grenzen erreicht waren, mußten nun mit brutaleren Raubrittermethoden Voraussetzungen fürs weitere Verdienen geschaffen werden.

Kam das Schicksal der Kosovo-Albaner/innen den am Krieg Interessierten nicht sehr gelegen? Die Aktien der Rüstungsunternehmen stiegen, veraltetes Kriegsgerät konnte durch Erprobung an "menschlichem Material" situationsangemessen entsorgt, neues Kriegsmaterial erprobt werden, und die Zerstörungen begründeten einen Wiederaufbaubedarf, bei dem anlagesuchende Investoren durch Kreditzinsen nun ein weiteres Mal an der Katastrophe verdienen werden können.

Der Neoliberalismus tritt als großspuriges Freiheitsversprechen für alle auf, ist aber in Wirklichkeit nur ein religiöser Fundamentalismus für die Freiheit von Kapitaleigentümern. Mit der Forderung "Mehr privat – weniger Staat" betreiben seine politischen Handlanger (darunter auch solche aus der Arbeiter/innenbewegung, die einmal die bedeutendste Kriegsgegnerin war) geschickt eine Zurückdrängung des Einflusses der demokratisch legitimierten Öffentlichkeit auf die Wirtschaft. Öffentliche Sparbudgets laufen auf eine Kriegserklärung an sozial Schwächere hinaus, die als sogenannte Sozialschmarotzer bekämpft werden.

Der Neoliberalismus bedeutet eine Zerstörung der Lebensgrundlagen der Menschheit. Der Verwertungszwang, der dem von ihm hofierten Kapital innewohnt, geistert als falsch verstandener shareholder value durch die Hirne und vernebelt die Sicht auf Offenkundiges: Überbordender Reichtum türmt sich in immer weniger Händen auf, läßt Spannungen zwischen den Geschlechtern und Generationen entstehen, während Armut, Hunger und Tod weltweit zunehmen und soziale Bedrohungen nationalistische, rassistische sowie fundamentalistische Engstirnigkeiten hervorrufen. Mit deren Hilfe können Kriege leichter vom Zaun gebrochen werden. Sie sind die Folge des Krieges im Inneren der Gesellschaft.

Die Atombombe, die zum ersten Mal am 6. August 1945 über Hiroshima abgeworfen wurde, hatte die gesamte menschliche und außermenschliche Natur nachhaltig verletzt. Die ungezählten Toten, die Überlebenden, die heute noch an Strahlenschäden leiden, die verstrahlte Erde ließen die materiellen Schäden verblassen. Die Atombombe galt bis in die siebziger Jahre hinein als die schrecklichste aller Waffen.

Dann wurde die Neutronenbombe erfunden. Sie vernichtet im Feindesland nurmehr die Menschen, läßt aber die außermenschliche Natur unbeschädigt. Egon Bahr nannte sie eine "Perversion des Denkens". Doch die Neutronenbombe ist keine Perversion des Denkens, sondern die zu Ende gedachte Perversion, durch die der Krieg auf seinen Begriff gebracht wurde: eine verselbständigte Maschinerie, geboren aus dem Drang von bevorrechteten Minderheiten, ihren Sachbesitz zu mehren und dabei auch über Leichen zu gehen.

Wenn wir den Frieden wollen, dürfen wir den Krieg nicht nur moralisch verdammen, wir müssen auch dessen gesellschaftlichen Ursachen aufzeigen, benennen und beheben.

Wir müssen für eine Welt eintreten, in der es kein Oben und Unten gibt, in der die Güter so verteilt werden, daß niemand Mangel leidet, in der Vollbeschäftigung nicht bloß eine Folge des Wiederaufbaus nach vorangegangenen Zerstörungen durch Kriege ist.

Wir müssen eine Welt erstreben, in der alle Menschen Erfülllung finden, indem sie durch ihre schöpferische, selbstzuorganisierende Arbeit gemeinschaftlich in eine lustvolle Auseinandersetzung mit ihrer Natur treten, sodaß niemand Verlangen danach verspürt, sich über andere erheben zu wollen, um durch deren Unterdrückung sein eigenes Selbstwertgefühl in betrügerischer Weise zu stabilisieren.


|2002-08-11 23:16:18.620271+02 984|2002|Gegen Atomwaffen hier und überall - gegen einen neuen Irakkrieg - gegen den Einsatz von sog. Mini-Nukes|Ein neuer Krieg gegen den Irak droht, wir müssen jetzt aktiv werden|Tobias|Pflüger|Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V.|imi@imi-online.de|http://www.imi-online.de|Derzeit wird ein neuer Krieg gegen den Irak vorbereitet.

Die letzten Tage waren wir hier in Deutschland schwer beschäftigt mit der Diskussion über die Haltung der deutschen Regierung zu einem Angriff auf den Irak.

Wir haben nämlich die skurille Situation, daß die Regierung sagt, sie sei dagegen, daß sie aber nichts dafür tut, dies auch real werden zu lassen, wie z.B. einen Abzug der deutschen Panzer und Soldaten aus Kuwait.

Jetzt müssen wir als Friedensbewegung und kritische Friedensforschung darauf hinweisen, daß wir die deklarierte Haltung der bundesdeutschen Regierung natürlich begrüßen, aber ihr aufgrund verschiedener Erfahrungen ("Kosovo" / Afghanistan etc.) nicht glauben können und dürfen.

Unsere Analyse der Situation findet sich unter: http://www.imi-online.de/aktuell.php3

Was hat das nun alles mit dem Gedenken an die Opfer der brutalen Atomwaffeneinsätze in Hiroshima zu tun?

Leider sehr viel.

Wenn es zu einem Krieg gegen den Irak kommt, alle Anzeichen deuten darauf hin, ist es zum ersten Mal nach Hiroshima wieder real auf der Tagesordnung, daß Atomwaffen auch gegen Zivilisten eingesetzt werden könnten.

Die sogenannten "Mini-Nukes", kleine "handlichere" Atomwaffen, die Wirkungen haben, die den "groben" von Hiroshima in nichts nachstehen, sind entwickelt und die Nuclear Posture Review (vgl. http://www.imi-online.de/2002.php3?id=54 und http://www.imi-online.de/2002.php3?id=72 ) gibt die militärische Grundlage für einen möglichen Einsatz.

Also ein weiterer Grund gegen den Wahnsinn eines Krieges gegen den Irak zu kämpfen, wir müssen auf die Straße und müssen deutlich machen, daß wir gegen den Wahnsinn des Krieges sind. Wir hoffen als Informationsstelle Militarisierung dafür etwas Hintergrundinformationen zur Verfügung stellen zu können.

Beste Grüße Tobias Pflüger

Ergänzungen am Nagasaki-Gedenktag (09.08.2002):

Eine Auswahl bisheriger IMI-Analysen zur Atomwaffenpolitik:

Zweimal zu Atomwaffen und US-Politik und einmal am Ende zu deutscher und EU-Politik und Atomwaffen

In chronologischer Reihenfolge:

IMI-Analyse 2002/033
Bush-Regierung ist mit der Rüstungsindustrie verfilzt
Ein Bericht des World Policy Institute deckt die Interessen hinter der neuen Atomwaffenpolitik der USA auf
http://www.imi-online.de/2002.php3?id=101
in: Telepolis 28.05.2002
29.5.2002, Dirk Eckert


IMI-Analyse 2002/019
NPR und US-Nuklearpolitik: Sprengstoff für die NATO?
http://www.imi-online.de/2002.php3?id=72
http://imi-online.de/download/Atomwaffen-JW.pdf
28.3.2002, Jürgen Wagner


IMI-Aktuell Januar 2001
Eine auch deutsche Atombombe
http://www.imi-online.de/2001.php3?id=265
in: anti-atom-aktuell 117, Januar 2001
Januar 2001, Tobias Pflüger und Arno Neuber
|2002-08-09 17:41:54.679615+02 952|2002|Friedlich ||Bernhard |Wieland|Vorsitzender, Sozialistische Jugend NÖ|||Das Gedenken anlässlich der Jahrestage der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki wird zum Anlass genommen um für Frieden einzutreten. Die Bilder der ersten Atombombenabwürfe und deren verheerende Folgen sind Sinnbilder für die Vernichtungskraft des Krieges. Entgegen der mitunter populären Meinungsdarbietungen kommt aber an dieser Stelle keine Warnung vor irgendwelchen „Achsen des Bösen", dem drohenden „Kampf der Kulturen" oder Terrororganisationen. Die Unsicherheit vor der wir warnen ist jene die tagtäglich von dem System ausgeht, dass unsere Welt beherrscht. Gemeint ist das herrschende Wirtschaftsystem, gemeint ist der Kapitalismus. Die Regeln des globalen Marktes beherrschen nicht nur Konzernzentralen, bestimmen nicht nur theoretische wirtschaftspolitische Debatten sondern treten tagtäglich als greifbare Ereignisse in Erscheinung. Mit jedem Tag bekommt ein Großteil der Menschheit die vom Kapitalismus ausgehende Ungerechtigkeit am eigenen Leib zu spüren. Hungersnöte, Wassermangel, fehlende medizinische Versorgung, Seuchen usw. stehen für Millionen in den gern als unterentwickelt bezeichneten Ländern an der Tagesordnung. Was die Einen zum nackten Überlebenskampf zwingt, bedeutet für die Anderen in den sogenannten entwickelteren Ländern den täglichen Kampf gegen den sozialen Abstieg. Sozialsysteme, die ein Mindestmaß an Sicherheit garantieren sollten, werden demontiert. Bewährte öffentlich bereitgestellte Leistungen, wie etwa die öffentliche Gesundheits- und/oder Pensionsvorsorge sollen „privatisiert" – und somit dem freien Markt, sprich den Regeln des Kapitalismus ausgeliefert werden. Kapitalismus braucht um zu funktionieren immer neue Geschäftsfelder, immer neue Märkte. Diese Erkenntnis, von Marx bereits im Kommunistischen Manifest festgehalten und von Lenin zur Imperialismustheorie weiterentwickelt, hat nichts von seiner grundsätzlichen Gültigkeit verloren. In der Vergangenheit war der Nationalstaat willkommenes Instrument um diesen für die Interessen des Kapitals zu missbrauchen. Sowohl nach innen als nach außen hatte sich Staat nach den Interessen des Kapitals zu orientieren. Letztendlich wurde der Kampf um die Beherrschung der Märkte nicht nur im wirtschaftlichen, sondern auch im militärischen „Wettbewerb" entschieden. Ohne diese Erkenntnis ließen sich kaum nachvollziehbare Gründe beispielsweise für die Ereignisse rund um den 1. oder 2. Weltkrieg finden. Konfrontiert mit dem Niedergang der UdSSR sprach George Bush – Präsident der USA zu Beginn der 90iger - von einer neuen Weltordnung. Geblendet von der Idealisierung des freien Marktes verkörpert dieses Zitat den naiven Glauben (im wahrsten Sinne des Wortes) an eine automatisierte Befriedung unserer Welt. Eingetreten ist jedoch das Gegenteil. Wer die Gründe dafür in wahnsinnigen Staatsmännern, Terroristenorganisationen oder religiösen Fundamentalisten sieht, betreibt ihre/seine Analyse nur oberflächlich. Tatsächlich liegt dem Unfrieden in der globalisierten Welt der selbe Mechanismus zu Grunde, wie zu Zeiten Lenins. Es ist der Kampf um immer neue Absatzmärkte den das Kapital um jeden Preis und mit allen friedlichen und kriegerischen Mitteln führen muss. Entsprechend dieser Erkenntnis kann/darf Engagement für den Frieden nicht vor den Toren der Konzerne und Fabriken halt machen. Im Gegenteil. Wirklicher Frieden ist nur dann möglich, wenn das Problem bei den Wurzeln angepackt wird. Was die Welt braucht ist eine andere, eine wirkliche „friedensschaffende Mission" die mit der Grundlage der globalen Unsicherheit Schluss macht. Was die Menschheit braucht, ist ein grundlegender Systemwechsel der eine Wirtschaftsordnung verwirklicht, inder nicht um des Marktes sondern um der Menschen willen „gehandelt" wird!


|2002-08-06 12:26:08.054057+02 953|2002|Grußbotschaft Hiroshimatag||GR Rudolf |HUNDSTORFER|geschäftsführender Vorsitzender, Gewerkschaft der Gemeindebediensteten|||Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen!

Die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten Österreichs begrüßt und unterstützt Ihre Initiativen anlässlich der verheerenden Auswirkungen und deren Folgen von Hiroshima und Nagasaki.

Die Ereignisse der letzten Jahre rufen uns auf, wachsam zu sein, aus der Geschichte zu lernen, die richtigen Lehren daraus zu ziehen und mehr denn je für die weltweite nukleare Abrüstung einzutreten.

Die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten bekennt sich zu einer atomwaffenfreien Welt sowie zur Sicherung des sozialen Friedens. Wir treten entschieden gegen die Diskriminierung und Ausgrenzung von diversen Randgruppen ein. Priorität unserer Arbeit ist das Auftreten für ein friedliches Miteinander aller Bevölkerungsgruppen und Kulturen.

Wir warnen davor, die Zeichen der Zeit zu negieren - gerade der Kampf gegen Faschismus, Rechtsradikalismus, Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit ist und muss weiterhin ein fester Bestandteil unserer täglichen Arbeit sein. Besonders den jüngeren Mitmenschen gilt es, dies verstärkt zu vermitteln.

Aktivitäten, die zur Aufklärung beitragen, müssen nicht nur unterstützt sondern auch ausgebaut werden. Die ideelle aber auch finanzielle Förderung aller Friedesinitiativen im Kampf um die nukleare Abrüstung ist wichtiger denn je, um unseren Kindern eine atomwaffenfreie Welt zu ermöglichen.

In diesem Sinne wünschen wir - als Vertreter der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten Österreichs - für die Hiroshimaveranstaltung am 6. August 2002 gutes Gelingen und verbleiben

mit gewerkschaftlichen Grüßen

GR Rudolf HUNDSTORFER
geschäftsführender Vorsitzender|2002-08-06 12:26:50.888687+02 1003|2002|Grußbotschaft||Alexander van der |Bellen|Klubobmann und Bundessprecher, DIE GRÜNEN|||Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde!

Heuer jähren sich die ersten Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki zum 57. Mal. Bis heute sind Opfer zu beklagen. Diese Gedenktage sind eine stetige Mahnung. Zehntausende Atomwaffen bedrohen weiterhin Frieden und Sicherheit. Seit 1945 wurden zu Testzwecken weltweit über 2.000 Atombomben gezündet. Durch die Testexplosionen wurden weite Teile der Erde atomar verseucht, Menschen kamen ums Leben, erkranken oder wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Ein Stopp aller Atomtestes der Nuklearmächte und die Abschaffung aller weltweit existierenden Atomarsenale muss das erklärte und mit Nachdruck verfolgte Ziel der Staatengemeinschaft sein. Für die Politik der Grünen hat es noch nie eine Rechtfertigung für Atombomben gegeben. Weder für die NATO-Großmächte noch für Russland oder China. Die nuklearen Schwellenländer Indien und Pakistan sind eine aktuelle Warnung vor Eskalation regionaler Konflikte zum Nuklearkrieg mit unabsehbaren Folgen für die Menschen vor Ort und auf der ganzen Welt. Die Schritte zur atomaren Abrüstung sollen beschleunigt werden: Entweder wir schaffen die Atombomben ab, oder die Atombombe schafft uns ab! Dieser Satz aus der Ostermarschbewegung hat leider noch immer Nichts an Gültigkeit verloren.


|2002-08-12 18:42:53.138365+02 1011|2002|Litanei für Hiroshima||Werner |Wintersteiner||||Immer wieder Hiroshima
Immer wieder Hiroshima
Das ist doch schon ein halbes Jahrhundert her
Aber die Folgen sind bis heute spürbar
Und seither ist ja nichts mehr passiert, gottseidank
Seither haben wir aufgerüstet für Tausende Hiroshimas
Hiroshima und Nagasaki, immer dasselbe
Solange immer weiter aufgerüstet wird
Das reicht einem mit der Zeit
Das reicht nun schon lange
So viele Opfer, das übersteigt ohnehin unsere Vorstellung
Wenn wir uns wenigstens ein einziges Opfer vorstellen würden
Wie wollt ihr denn das in den Medien rüberbringen?
Wir müssen uns auf uns selbst besinnen
Natürlich bin ich dagegen
Es genügt nicht dagegen zu sein
Aber wozu soll ich mich engagieren
Wenn das alle sagen
es bringt ja doch nichts
Bringt es wirklich nichts
Und euer Protest ist zu einem Ritual erstarrt
Wir haben noch viel zu wenig Rituale des Protests
eure Friedenslitanei
eine Litanei für den Frieden
Das wissen doch eh schon alle
Dieses Wissen ist unnütz, wenn man nichts tut
Immer wieder die Bombe
Immer wieder die Bombe
und das Reden vom Atomtod
und die Warnung vor dem Atomtod
Lasst mich doch in Frieden
Lasst uns doch in Frieden
leben

|2002-08-12 19:02:52.607972+02 958|2002|GEDANKEN ZUM HIROSHIMA TAG||Juno |Englander|Vorsitzende, GLOBAL MOTHERS - Frauen für Umwelt und Frieden|||Wovor stehen wir heute, hier und jetzt? Indien und Pakistan bedrohen einander immer wieder mit Atombomben. Die Vereinigten Staaten haben den ABM-Vertrag einseitig aufgekündigt und setzen mit der Entwicklung neuer Kernwaffen fort. Konflikte und kriegerische Handlungen gehören schon zu den täglichen Nachrichten.

Eine Destabilisierung der Weltlage findet soeben statt. Nur gibt es dafür noch keinen Namen, denn der ”Kalte Krieg” ist doch vorbei.

Die Gefahr, dass es in einer kritischen welt-politischen Situation zu einem massiven Einsatz von Kernwaffen kommen könnte, ist wieder ein Teil unseres Lebens geworden.

Noch gibt es Überlebende aus der Gegend um Hiroshima und Nagasaki, die erzählen können wie es war. Über die verheerende Verwüstung und die Auswirkungen der Hiroshima Bombe lernt man noch in den Schulbüchern und ist erschüttert.

Doch die Menschheit hat noch immer nicht gelernt.

In den USA sollen Fachleute für unterirdische Tests ausgebildet werden. 1998 wurde die Produktion von Tritium (bedeutend für die Herstellung von H-Bomben) eingestellt. Sie soll demnächst wieder aufgenommen werden. Eine neue Fabrik für Plutoniumteile für A-Bomben ist geplant. Die sogenannten Mini-Nukes und Dirty-Bombs bergen eine große Gefahr, denn keine Kernwaffe ist bekannt, die keine Wirkung hat. Zwanzig KT hatte die Hiroshima Bombe. Eine ”kleine” Mini-Nuke Bombe hat zehn Tonnen TNT und hinterlässt ein langfristiges radioaktives Risiko und langzeitige Verseuchung.

Diese Entwicklungen sind inakzeptabel! Wenn die Menschheit überleben soll, dann muss es einzig und allein um die Erhaltung des Friedens gehen und nicht um die Erhaltung von Waffen.
|2002-08-06 13:22:11.965501+02 959|2002|Gegen Imperialismus und gegen Krieg!||Joachim|Böhm|Landessekretär, Sozialistische Jugend Burgenland|||Im August 1945 wurden die Städte Nagasaki und Hiroshima, in einem imperialistischen Krieg, von den Amerikanern durch Atombomben zerstört. Durch die verheerende Wirkung dieser Bomben kamen 100.000e Menschen kurzfristig und langfristig - durch die Folgeschäden- dieser Atombomben ums Leben.

Wenn mensch die politische Situation der Welt beobachtet und analysiert wird, mensch beobachten, dass der Kapitalismus in seiner jetzigen Form aggressiver denn je ist. In den USA wird die Welt in guten Staaten und Schurkenstaaten unterteilt. Durch diese Einteilung wird es erst möglich, unbequeme Länder militärisch zu bekämpfen und Regierungen an die Macht zu helfen, die den USA und den KapitalistInnen der kriegerischen NATO Ländern unterwürfig sind. Die Auswirkungen dieser Politik sind Krieg, Not und Elend.

Österreich steht seit der blau/schwarzen Regierung Österreichs - auch in anderen Ländern - für Aufrüstung und Militarisierung, statt für eine aktive Neutralitäts- und Friedenspolitik. Im Sozial- und Bildungswesen wurden bzw. werden Einsparungen durchgeführt, die die arbeitende Klasse zu spüren bekommt und gleichzeitig werden Milliarden an Eurofighter und andere Kriegsmaterialien ausgegeben, trotz heftigen Widerstand in der Bevölkerung.

Hiroshima und Nagasaki müssen für die Menschheit Mahnmäler der imperialistischen Zerstörungswut sein und gleichzeitig Wegbereiter für Frieden und Sozialismus
|2002-08-06 13:37:05.230096+02 960|2002|Gingo Biloba||Julian|Schutting||||Gingo Biloba

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut.

Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als eines kennt?

Solche Frage zu erwidern
Fand ich wohl den rechten Sinn;
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich eins und doppelt bin?

Johann Wolfgang Goethe

Gingo Biloba

Hätten jenes Goethen Zeilen,
wo ja wohl platonisch beseelte Liebe lobpreisen -

Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als eines kennt? -

dieses Baums Blatt wie denselben
auch im Osten so gestärkt,
daß, den geheimen Sinn des Propheten zu kosten,
als das einzige aller lebendigen Wesen
sich dort hat bewährt?
uns habe es vor den Opfern geschaudert,
doch Wissender sei von einem erbaut:
den Strahlenhagel auf Hiroshima und Nagasaki
einzig sein Gingo Biloba hat überdauert,
in allen Ginkobäumen sogar unbeschädigter Haut!|2002-08-06 13:48:15.231633+02 974|0|||||||||2002-08-08 08:35:49.893404+02 963|2002|Grußbotschaft||Univ.-Prof. Dr. Janos|Pasztor|evangelischer Theologe H.B., Budapest|||Vielen Dank für die Einladung in der Versammlung am Hiroshima Tag in Wien teilzunehmen. Leider kann ich nicht anwesend sein. Doch fühle ich auch die Veranwortlichkeit in der heutigen Lage der Welt mit so viele akuten Krisen. Vorigen Sonntag predigte ich. Meine Text war 2. Petrusbrief 3:1-14, die auch über solche Krisen spricht. Wir müssen unsere Verantwortlichkeit ernst nehmen, beten und arbeiten, wo wir Gelegenheit haben auch unseren Beitrag
zu leisten.

Herr Pasztor hat uns eine Predigt geschickt, die allerdings noch sprachlich überarbeitet werden muss, und nach seiner Autorisierung unter www.hiroshima.at veröffentlicht wird.

|2002-08-06 15:30:56.647552+02 1005|2002|DIE BOMBE||Karl|Oellinger|Abgeordneter zum Nationalrat (Grüne)|||Als mein Kollege Alexander Van der Bellen Ihnen letztes Jahr eine Grußadresse zukommen ließ, erschreckte ihn die Ankündigung der US-Regierung, internationale Abkommen der Rüstungskontrolle und -reduktion ignorieren bzw. aufkündigen zu wollen. Damit war die Angst verbunden, dass ein zu Beginn der Neunziger Jahre, wenn schon nicht überwundenes, so doch deutlich abgeschwächtes System der Massenvernichtung, das wir fast schon verniedlichend "DIE BOMBE" nennen, wieder auferstehen könnte.

Ein Jahr später bleibt es mir zu resümieren: Sie ist wieder da, DIE BOMBE. Im letzten Jahr rückte dieser Planet so nah an den Einsatz atomarer Waffen heran wie seit mehr als vierzig Jahren nicht mehr. Es ist DIE BOMBE in den Händen nationalistischer und chauvinistischer PolitikerInnen ein Symbol nationaler Identität, ja geradezu zum Sinnbild der Existenz eines im regionalen Konflikt mit dem Nachbarland handlungsfähigen Staates geworden. Es ist - auch wenn die politisch Verantwortlichen beider Staaten auf internationalen Druck hin inzwischen versichern, DIE BOMBE nicht einzusetzen - in der nationalistischen und teilweise auch religiös überlagerten Verehrung DER BOMBE eine fast schon logische Konsequenz, sich nicht mehr allein mit dem Symbol von Handlungsfähigkeit zu begnügen, sondern diese Handlungsfähigkeit auch im wahrsten Sinne des Wortes zur Ehre der Nation oder der jeweiligen Interpretation von Religion aufblitzen zu lassen. Die vor fünfzehn, zwanzig Jahren unter MilitärstrategInnen diskutierte und von uns - den KriegsgegnerInnen, den GegnerInnen atomarer Massenvernichtung - kritisierten Vorstellung eines territorial begrenzten Atomkriegs ist realistisch, praktisch durchführbar geworden.

Das letzte Jahr hat aber nicht allein mit dem Konflikt zwischen Indien und Pakistan und der Dimension eines regionalen Konflikts mit nuklearem Waffenpotential, sondern auch mit den Terrorangriffen von 11. September, mit dem Krieg in Afghanistan, mit der von beiden Konfliktseiten betriebene Eskalation der Gewalt in Israel und den inzwischen wieder besetzten Gebieten und nicht zuletzt auch mit einer Groteske um einen vier Fußballfelder großen Steinhaufen neue Dimensionen des Konflikts, des Krieges, der Gewalt von der Ebene des Denkbaren auf die Ebene des Realistischen geholt.

Machen wir uns nichts vor: Seit Jahrzehnten machen wir Jahr für Jahr am Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Nagasaki und an dieser Stelle auf die von DER BOMBE ausgehenden Gefahr für die Menschheit aufmerksam. Wir machen das heuer wieder, und wir werden es nächstes Jahr wieder machen. Kundgebungen wie diese hier gibt es in vielen, sehr vielen Städten dieser Welt. Kaum einer der ProtagonistInnen der Gewalt wird es registrieren und schon gar nicht ernst nehmen.

Aber gerade im letzten Jahr sind viele Phantasien der Gewalt und des Terrors Realität geworden, die zuvor für undenkbar gehalten wurden. Es wird auch unsere Phantasie der Abrüstung, der Konfliktprävention und des friedlichen Miteinanders von Menschen, unabhängig ihrer Religion, ihrer Hautfarbe, ihres Geschlechts, ihrer sozialen oder geographischen Herkunft, ihrer sexuellen Orientierung, unabhängig jeder noch so ausgefeilten Konstruktion der Trennung in Untergruppen, Realität werden; irgendwann. Weil es dieses irgendwann gibt, nein: damit es dieses irgendwann gibt; und damit es dieses irgendwann möglichst bald gibt, deshalb stehen Sie heute hier; und deswegen schreibe ich diese Grußbotschaft.
|2002-08-12 18:47:28.034914+02 1019|0|||||||||2003-07-31 21:23:30.130392+02 966|2002|Primitives Weltmachtkalkül hinter dem Massenmord durch zwei Atombomben im August 1945||Karl |Fischbacher |LabourNet-Austria||http://web.utanet.at/labournet.austria |Um die Jahrestage der beiden US-Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945 werden wir in den Massenmedien wieder einmal die "bittere, aber verständliche" Variante hören, die auch Truman am 9. 8.45 als Erklärung abgab: Dass nur mit diesen Bomben der Krieg abgekürzt und eine verlustreiche Invasion mit Hunderttausenden US-Soldatenopfern verhindert werden konnte.

"Übersehen" wird dabei chronisch ein Grundverständnis für das Alliierte Bündnis im 2. Weltkrieg, das Truman 1941 (beim Einmarsch der Nazitruppen in die Sowjetunion) so ausdrückte: "Wenn wir sehen, dass Deutschland den Krieg gewinnt, sollten wir Russland helfen, und wenn Russland gewinnt, sollten wir Deutschland helfen und die Deutschen auf diese Weise so viele wie möglich umbringen lassen..." (New York Times, 24.7.1941)

Im Mai 1945 war dann Hitlerdeutschland geschlagen, in Europa war der Krieg zu Ende und ... bis fast vor Hamburg durch die Rote Armee besetzt! Freilich, in Jalta hatte Churchill mit Stalin ein Geheimabkommen über Ost- und Südosteuropa geschlossen, in dem Jugoslawien, Ungarn, Bulgarien usw. 50:50 bzw. 25:75 aufgeteilt wurden, Rumänen zu 100% an Stalin ging und Griechenland voll an Großbritannien. Roosevelt war da nicht einbezogen worden und eher dagegen. Doch beide, Großbritannien und die USA, gingen zweifellos bereits 1944/45 grundsätzlich davon aus, dass Jalta nur unter den faktischen Machtbedingungen eines von der Roten Armee zur Hälfte besetzten Europas gelte. Und die Eindämmung der Sowjetmacht begann nicht erst, als Stalin 1947/48 daran ging, Osteuropa "gleichzuschalten", sondern genau in dieser ersten Jahreshälfte 1945!

Wir haben die Bombe

In Jalta war auch ausgemacht worden, dass von Deutschland nach Asien zu verlegende sowjetischen Truppen im August (dann am 9.August!) in die Mandschurei einmarschieren und sich von dort am Krieg gegen Japan beteiligen sollten. Das war 1944. Doch nach dem Mai 1945 hatte sich die Kriegssituation in Europa eben endgültig gewandelt und ... die USA besaßen die Bombe! Am 16. Juli hatte in Alamogordo der Atombombenversuch endlich geklappt. "Wir besaßen Kräfte, denen man keinen Widerstand entgegensetzten konnte (...) unsere Zukunftsaussichten hatten sich gewandelt." (Churchill, New York Times, 17.7.1945). Ab da galt es sozusagen historisch das erste Mal für den Westen, Jalta zu revidieren. US-Außenminister Byrnes lag viel daran, "die japanische Angelegenheit erledigt zu wissen, ehe die Russen, sich einmischen, besonders in Hinblick auf Dairen und Port Arthur." (zit aus D.Horowitz, Der Kalte Krieg, 1973) Ebenso in Jalta war nämlich ausgemacht worden, dass Moskau auf diese beiden Handelshäfen Zugriff bekommen sollte.

Für David Horowitz war der primäre Grund für die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, "der Wunsch, die Russen aus dem Krieg (in Asien) herauszuhalten." "Nur so lässt sich die Eile erklären, mit der sie abgeworfen wurden (ohne die Wirkung des russischen Kriegseintritts abzuwarten) sowie das Fehlen eines angemessenen zeitlichen Abstandes oder eines zweiten Ultimatums zwischen beiden Abwürfen. Tatsächlich fiel die zweite Bombe am 9. August, dem Tag, an dem die russischen Truppen in die Mandschurei einmarschierten." (ebd.) Am 14. August erfolgte die Kapitulation Japans.

Bis heute bestimmen Weltmachtstrategien die internationale Politik. 1945 war es primitives Weltmachtkalkül, das militärisch eigentlich unnötig mit einem Schlag (2 Schlägen) das Leben von 400.000 Menschen auslöschte.
Wien, 6. August 2002,
|2002-08-07 01:38:06.139819+02 967|2002|Staatsterrorismus und unsere schöpfungsgemäße Verantwortung||Fritz |Weber|Verlag für Ethik + Gesellschaft||http://www.oeko-treff.at|Sehr geehrte Versammelte zum Gedenken der Atomwaffenopfer,
liebe Friedenswillige!

Immer wieder müssen wir uns anhören, daß „die Welt seit dem 11. September 2001 nicht mehr dieselbe" sei. Ich kann dieser gebetsmühlenartig wiederholten Floskel wenig abgewinnen.

Vorher wie nachher gab es Terroristen, die die Menschen in Angst und Schrecken versetzt und unterschiedlich motivierte Massenmorde verübt haben. Vorher und nachher haben Regierungen aus nicht uneigennützig definierten Anlässen die gezielte Einschränkung von BürgerInnenrechten abgeleitet. Vorher wie nachher haben Vernichtungskriege wie etwa der gegenwärtige, als „Friedenssicherung" getarnte Afghanistankrieg der ökonomischen Logik der Rüstungsindustrie gedient, die das Ziel der Zerstörung ständig verfolgt, um sich selbst am Leben zu erhalten.

Dagegen war der atomare Erstschlag am 6. August 1945 ein absolutes Novum der Kriegsgeschichte: kein Kampf zweier Fronten, sondern ein einseitiger, unwiderstehlicher Vernichtungsschlag ohne jegliche Möglichkeit der Gegenwehr oder Flucht; keine mit „konventionellen" Waffen geführte Vernichtung von militärischen Verbänden und Einrichtungen, sondern eine bewußte großräumige Auslöschung zivilen Lebens und der Lebensqualität gegenwärtiger und zukünftiger Generationen; kein Krieg wie bisher zur Eroberung von Territorien, sondern ein Test zur Massenvernichtung, ein zynisch kalkulierter Atomversuch an den ahnungslosen vierhunderttausend Einwohnern von Hiroshima; keine „Fortsetzung des (sinnlosen) Krieges mit anderen Mitteln", nämlich den Mitteln der Politik und Diplomatie, sondern – ganz im Gegenteil – eine schlagartig herbeigeführte „Endlösung" durch das „Recht" des nuklear gerüsteten Stärkeren.

Günther Anders, der kritische Literat und Mitbegründer der ersten Antiatombewegung, widmete seine Anfang der sechziger Jahre unter dem Titel „Hiroshima ist überall" erschienene Publikation keineswegs Untätern wie jenen vom 11. September 2001, sondern vielmehr

„jenen Staatsmännern, Industriellen, Wissenschaftlern und Publizisten,
die zu denkfaul sind oder moralisch zu beschränkt, um sich die Folgen ihres Tuns vorzustellen,
und die unfähig bleiben zu begreifen, daß sie durch ihre pausenlose Erpressung und Terrorisierung der Menschheit
den von ihnen selbstgerecht verdammten Namen ‘Terroristen’ als die Ersten verdienen."

Das Gedenken an die Opfer des 11. September 2001 sollte uns noch viel heftiger an die Opfer des 6. August 1945 erinnern und nicht zuletzt an das atomare Grauen, das dieser historische „Erstschlag" (der ein historischer Fehlschlag unabsehbaren Ausmaßes war) viele Jahrzehnte später indirekt zur Folge hatte: Schlimmer als der 11. September 2001 war der Einsatz von abgereichertem, radioaktivem Uran an den Sprengköpfen der NATO-Bomben im Irak- und Jugoslawienkrieg der 90er Jahre. Gräßliche Schäden an zigtausenden Menschen sowohl unter Militär- als auch Zivilpersonen, unter Frauen und Kindern, und eine weithin radioaktiv verseuchte Umwelt waren und sind die praktisch bis zum Jahr 2000 und zum Teil bis heute verschleierten Folgen dieser als „durchschlagend" gerühmten Vernichtungsgeschoße der ach so humanitären Alliierten.

So wie nun Landminen mehr und mehr geächtet und physisch aus der Welt geschafft werden, so und noch viel heftiger muß der globale Protest vernunftbegabter Menschen zur weltweiten und völligen Eliminierung auch der lebensfeindlichen atomaren Vernichtungstechnologie führen! Denn die apokalypseblinden politischen Blindenführer, die über die Atomartechnik verfügen, sehen nicht, daß ihre kontinuierlich ausgeübte Erpressung nur die Gier anderer monströser Solisten herausfordern, „atomar gleichziehen" zu wollen, und sich so die Taktik der atomaren Totaldrohung eines Tages gegen sie selbst richtet, bis alle alle erpressen können.

Als Christ, der sich der Bibel als dem Wort Gottes verpflichtet weiß, denke ich dabei an meinen Herrn und Meister, dessen warnendes Wort wie folgt überliefert ist:

„Wer das Schwert ergreift, wird durch das Schwert umkommen."

Und ich denke an den unmißverständlichen göttlichen Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung, wie er bereits im ersten Buch der Bibel programmatisch entfaltet wird. Der Mensch ist gemäß biblischer Ethik nicht Eigentümer, sondern nur Verwalter der Schöpfung und mit ihrer Bewahrung beauftragt und so dem lebendigen Gott rechenschaftspflichtig. Wer also diese staunenswerte, wunderbare Biosphäre nachhaltig schädigt, ausbeutet, beraubt und vernichtet, der durchkreuzt die Absichten dessen nicht ungestraft, der sie als blühende Lebenswelt erschaffen hat, um uns an ihren Segnungen teilhaben zu lassen, sofern wir verantwortlich und wohltätig mit dem anvertrauten Gut umgehen.

Möge uns – nicht nur an diesem Tag – das stete Gedächtnis an die sinnlosen Opfer des staatsterroristischen Größenwahns aus unserer apokalypsefaulen Schläfrigkeit aufwecken – mehr noch: aufrütteln und unserer schöpfungsgemäßen Verantwortung bewußt werden lassen, um den gewaltfreien, „guten Kampf" kämpfen zu können (2Tim 4,7), statt gegenüber der „normativen Kraft des Faktischen" – ein erbärmliches Wort! – in die Knie zu gehen, zumal sich das Tempo, in dem das Unheil auf uns zurast, sichtbar beschleunigt!

Daß diese Botschaft nur allzu dringlich und auch und gerade heute, im Zeitalter der Wegwerf- (Un-) Kultur und monströsen Vermassung, ein Gebot der Stunde ist, unterstreicht ein weiteres Wort von Günther Anders, der die „Fundamentlosigkeit und Nichtkonstanz unserer Existenz" beklagt und mit dem treffsicheren Scharfblick des nüchternen Geschichtsbetrachters festgestellt hat:

„Mir ist aus der Geschichte kein religiöser oder moralischer Kodex bekannt, dessen Forderungen jemals, schon gar sofort, befolgt worden wären",

und daran die denkwürdige Frage geknüpft hat:

„Sind denn diese [Forderungen] vielleicht durch die Tatsache ihrer Mißachtung oder Übertretung widerlegt oder entwertet worden? [...] Hat die Verbindlichkeit der Bergpredigt dadurch aufgehört, daß wir seit zweitausend Jahren durch Blut gewatet sind?"

Weil mit dieser Frage ein glasklares „Nein!" suggeriert wird, leite ich daraus die Berechtigung ab, mein Grußwort mit einer jener faszinierenden, revolutionär-anstößigen Belehrungen abzuschließen, mit denen der historische Nazarener seine Kerngemeinde nachhaltig zum wahren Frieden untereinander, zum „Shalom" Gottes, zur umfassenden und ungeheuchelten Versöhnung mit Gott und den Menschen aufzurufen pflegte, bevor er selbst zu einem sprichwörtlich gewordenen, unvergessenen wie unvergeßlichen Vorbild und für seine Nachfolger zum Urheber dieser Versöhnung wurde:

„Die Herrscher unterdrücken ihre Völker, und die Mächtigen mißbrauchen ihre Macht über die Menschen.
Unter euch aber soll es nicht so sein, sondern wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener, und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht. Denn der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld zu geben für viele." (Matth 20,25-28)


|2002-08-07 01:42:16.938108+02 977|2002|Grußbotschaft||Bernhard|Nolz||||Hiroshima-Tag 2002
6. August 1945: atomare Zerstörung Hiroshimas
9. August 1945: atomare Zerstörung Nagasakis
26. April 1986: atomarer Supergau in Tschernobyl

Hunderttausende starben. Tausende
leiden und sterben noch heute an der Strahlenkrankheit

Wir fordern von der Bundesregierung:
die USA zum Abzug der Atombomben aufzufordern, die noch immer in Büchel und Ramstein lagern;
für eine Nuklearwaffenkonvention und für die Abschaffung aller Atomwaffen einzutreten;
den Atomausstieg zu beschleunigen und die Erzeugung alternativer Energien zu fördern.

Wir beteiligen uns an der Aktion
„Posaunen gegen Atomwaffen – Jericho in der Eifel"
am Antikriegstag, 1. September 2002 in Büchel/Eifel

Arbeitsgemeinschaft Siegerländer Friedensbewegung (AGSF), GEW Siegen, Gustav Heinemann Friedensgesellschaft, Green Peace Siegen, IPPNW – Ärzte in sozialer Verantwortung, Zentrum für Friedenskultur (ZFK)


Menschen in Hiroshima

Toshi und Iri Maruki:

Wir verloren unseren Onkel und zwei junge Nichten; unsere jüngere Schwester erlitt Brandwunden, unser Vater starb nach sechs Monaten. So viele Freunde kamen im Atombomben-Angriff vom 6. August 1945 um. 260.00 Menschen wurden getötet und zahllose andere litten und starben an den Folgen.

Drei Tage nachdem die Bombe fiel, kam Iri – mit dem ersten Zug – in Hiroshima an. Toshi folgte einige Tage später. Das Haus der Familie, zwei Kilometer vom Epizentrum der Explosion entfernt, stand noch. Aber die Decken waren weitgehend weg, der starke Luftdruck hat die Möbel zerstört. Die ausgebrannte Ruine wurde von Opfern bevölkert, die auf dem überfüllten Flur lagen.
Wir halfen den Verletzten und beerdigten die Gestorbenen, suchten nach Essen und nach Materialien, um das Haus wieder herzurichten. Der Gestank der Toten überall um uns herum, die Fliegen, die Insekten, die Maden waren überall. Wir wanderten herum in der gleichen Sinnlosigkeit wie die, die die Bombe hautnah erlebt hatten.

Einige Zeit später im September, als wir nach Tokio zurückfuhren, hörten wir mit Sicherheit, dass der Krieg beendet war. In Hiroshima hatten wir das nicht erfahren. Es wäre uns nicht in den Sinn gekommen in der Zeit, in der wir nichts anderes denken konnten als das, was wir sahen und taten.

Drei Jahre vergingen, bis wir begannen, das zu malen, was wir sahen. Sei es spät oder nicht, wir beschlossen, dass wir das Unglück von Hiroshima portraitieren und damit dazu beitragen müssten, nukleare Waffen zu verbannen.
Wir begannen Skizzen zu machen und arbeiteten Tag und Nacht, ermutigt durch Freunde, die mit unserer Absicht übereinstimmten und sich als Modelle zur Verfügung stellten. Während wir malten, dachten wir und dachten wir nach, erinnerten uns und wunderten uns. Was ist die Spanne eines Lebens von 17 Jahren gegenüber einem 17 Jahre alten Menschen? Was sind 3 Jahre in einem langen Leben gegenüber einem 3 Jahre alten Kind?

Die 900 Skizzen wurden zusammengetragen für die auf ihnen basierenden Gemälde. Wir dachten, wir hätten eine erschreckliche Anzahl von Menschen gemalt, aber es waren 260.00, die in Hiroshima starben. Wenn wir jahrelang malen würden, wir könnten nie die Zahl aufs Papier bringen, die in Hiroshima in einer Sekunde gestorben sind.
Wir beteten um den Segen des Todes und wir beteten, dass die Bombe nie wieder fallen und menschliches Leben zerstören sollte. Mit diesen beiden Gedanken im Sinn begannen wir, wenn ein Bild fertig war, mit einem neuen Bild.

Die langen radioaktiven Nachwirkungen und die verborgenen Nachwirkungen der Bombe sind noch nahezu 50 Jahre danach Ursache für Leiden und Tod. Das war nicht ein Naturunglück. Das ist die erschreckende Tatsache, die nicht vergessen werden darf.

|2002-08-08 09:18:28.159789+02 1020|0|||||||||2003-07-31 21:32:53.414014+02 1021|0|||||||||2003-07-31 21:54:39.599792+02 1017|2002|Abolish war now! Schafft den Krieg jetzt ab!||George Asiedu|Arthur|Sopopah (Society for Protection of Plants, Animals und Human Life)|||Abolish war now!!

Our world needs development not destruction.
No more Hiroshima!

Schafft den Krieg jetzt ab!
Unsere Welt braucht Entwicklung, nicht Zerstörung.
Nie wieder Hiroshima!
|2002-08-23 13:58:17.21528+02 972|2002|Moderne Legende über den neuen Don Quichotte des 21. Jahrhunderts|Rede zum Hiroshima Gedenken am 6. August 2002|Prof. Ernst|Schwarcz|Internationaler Versöhnungsbund - Österreichischer Zweig|||Diesmal werden Sie sich wundern, keinen „Mahnruf" und keine Erinnerung an das, was im August 1945 in Hiroshima und Nagasaki passiert ist, an dieser Stelle von mir zu hören. Ich möchte stattdessen eine

moderne Legende über den neuen Don Quichotte des 21. Jahrhunderts

erzählen.

Dieser Don Quichotte - der sicherlich von vielen von Ihnen als „Ritter von der traurigen Gestalt" bekannt ist und für den es vor langen Zeiten eine Lebensaufgabe war, gegen Windmühlen zu kämpfen - wurde Herrscher über das mächtigste Land der Welt. Er war zwar anfangs nur ein kleiner Provinzgouvernör, der es mit Erdölgeschäften zu viel Geld gebracht hatte, und es bereitete ihm echte Freude, möglichst viele zur Todesstrafe Verurteilte seiner Provinz hinrichten zu lassen. Sene Provinz stand an der Spitze bei den vollstreckten Hinrichtungen im ganzen Land. Er folgte damit einem Urinstinkt aus der düsteren Zeit des Vernichtungskrieges der Stammesvorfahren gegen die Ureinwohner seines Landes, der von bösen Zungen als fast vollständig gelungener Ausrottungskrieg gegen etwa zehn Millinen Menschen mit roter Hautfarbe bezeichnet wird.

Durch das Zusammenwirken seiner angeborenen Dummheit und seiner ebenfalls angeborenen Gab, durch großzügige Versprechungen viele Freunde und Spender für seine Wahlkampfpropaganda zu gewinnen, wurde er zum Präsidenten des großen und mächtigen Landes gewählt. Zur Gewinnung seines Wahlsieges war es vorteilhaft, dass schon seine Vater kurze Zeit vorher ein angesehener Stammesfürst gewesen ist, der mit enormer militärischer Übermacht einen übermütig gewordenen Diktator in einem fernen Land zur Strecke gebracht hatte. Nun wollte der Sohn beweisen, das er als erfolgreicher Stammesführer seinem Vater noch übertreffen könnte. Dass der Wahlausgang letztlich nicht absolut eindeutig war, hinderte ihn nicht daran, sehr forsch die Macht über seinen mächtigen Volksstamm zu übernehmen.

Da geschah an einem Unglückstag von besonderer Tragweite, dass das von ihm regierte Land einem besonders brutalen Überraschungsangriff mit dreitausend Todesopfern ausgesetzt wurde. Sofort kam ihm seine besondere Pflicht zu Bewusstsein, die Übeltäter schnell und effizient wie möglich zu bestrafen. Er appellierte an alle Verbündeten seines Landes, ihm raschest zu Hilfe zu kommen; und diese erklärten sich dazu ganz spontan bereit. Obwohl es keine absoluten Beweise dafür gab, wer wirklich die Anstifter des großen Verbrechens waren, wurde das Kriegsbeil gegen ein weit entfernt liegendes Volk ausgegraben, dessen Regierung für die brutale Unterdrückung des eigenen Volkes und für die totale Verschleierung ihrer Frauen berühmt war. Auch hatte dieses wilde Bergvolk gerade erst zwei berühmte Riesenmonumente aus buddhistischen Vorzeiten brutal zerstört.

Es bestand der dringende Verdacht, dass nicht das wilde Bergvolk an sich den brutalen Angriff angezettelt hatte - denn es besaß ja gar keine fundierten technischen und finanziellen Voraussetzungen dafür, einen solchen Angriff auszuführen. Nein, der wirklich Verdächtige war ein bestens bekannter und immens reicher Feind aus Urzeiten, der schon vor vielen Jahren nicht weniger als drei schwere Anschläge gegen Einrichtungen des mächtigen Stammes, dem Don Quichotte angehört, organisiert hatte. Dieser Todfeind musste gefasst werden. Aber er hatte die Gaben eines hochgradig intellektuellen Maulwurfs, und sein Versteck konnte trotz eifriger Suche (bei der es viele unschuldige Tote gab) einfach nicht gefunden werden. Auch das hohe Kopfgeld erwies sich als nutzlos.

Zu allem Überdruss zeigte es sich bei dem Krieg gegen das wilde Bergvolk, dass die Herbeirufung der engen Freunde, die dem eigenen Stamm bei der Vernichtung des Bösen beistehen sollten, völlig sinnlos war. Denn die militärischen Führer des Stammes wussten selbst alles vieles besser und machten fast keinen Gebrauch von den Hilfsangeboten ihrer Alliierten. Leider ereigneten sich bei dem Rachefeldzug in dem wilden Bergland wiederholt schwere Missgriffe, bei denen zivile Veranstaltungen wie Hochzeiten oder friedliche Zusammenkünfte der einheimischen Stämme von den Verfechtern des „Kampfes gegen das Böse" mit Bombenabwürfen empfindlich gestört wurden. - Der gute Ruf der Befreier litt darunter ein wenig. Und manche der neu gewonnen Freunde kamen zur Einsicht, dass Freudenschüsse nicht unbedingt nutzbringend für Freudenfeste waren.

Doch bald wendete sich das Blatt, als dem runderneuerten Don Quichotte sein göttlicher Auftrag offenbart wurde, nämlich ein trotz verlorenem Krieg noch immer wild gebliebenes Land der Flüsse und Berge neuerlich zu zähmen, nachdem dies seinem Vater nicht vollständig gelungen war. Der oberste Räuberhauptmann dieses Landes, in dem Milch und Erdöl floss, musste beseitigt werden, denn dieser war für den ehemaligen Sieger über Windmühlen und für seine dummdreisten Berater und Freunde der herausragendste Anstifter alles Bösen in der Welt.

Erst musste jedoch noch versucht werden, für diesen gottbefohlenen Angriff wieder Verbündete zu gewinnen - wie dies ja etwa zehn Jahre vorher dem alten Herrn gelungen war. Es zeigte aber zum Erstaunen des Ritters von der traurigen Gestalt und seiner engsten Freunde, dass dieser Versuch gar nicht so richtig gelingen wollte. Sogar die Verbündeten aus den Urzeiten, die damals Kalter Krieg genannt wurden, wollten bei dem Gedanken, wie es nach einem Sieg über den Tyrannen weitergehen sollte, nicht so richtig die große Bedeutung eines neuen militärischen Engagements erkennen. Nur der immer treuherzig gebliebene, englische Schoßhund erklärte, dass er auch jetzt wieder ohne Skrupeln und ohne sein Volk zu befragen, zu einer neuerlichen Waffenbruderschaft bereit wäre.

Nicht nur die meisten alten Waffen- und Gesinnungsbrüder verweigerten die erhoffte Gefolgschaft. Auch im eigenen Land wuchs das fast Wolkenkratzer-hohe Fragezeichen, wozu ein solcher Krieg gut sein sollte, wo es doch ohnedies auf dem heiligen Boden dreier großer Weltreligionen schon seit langem einen nicht enden wollenden Krieg gab. Könnte nicht ein solcher neuer Krieg möglicherweise die ganze Region in Brand setzen? Und was sollte geschehen, wenn der Krieg - wie zu erwarten - siegreich zu Ende gehen würde? Wie sollte eine vielleicht jahrelange Besetzung und Umerziehung des uralten Volkes am Euphrat - mit der nach den mehr als zehnjährigen Sanktionen schwer gestörten Versorgung der Zivilbevölkerung - vor sich gehen? Und was würde das alles kosten? Und wie sollte man überhaupt ein Land besetzen, wenn dort - wie der regenerierte Don Quichotte wiederholt gefordert hatte - ganz liebliche Mini-Atombomben oder biologische und chemische Waffen (auch der feindlichen und sicher sehr rasch besiegten) Armee zum Einsatz kommen würden? Deren Radioaktivität und Umweltschädigung würde ja nicht nur für die - für Don Quichotte ohnedies immer nebensächliche - Zivilbevölkerung, sondern auch für die Besatzungssoldaten nicht gerade gesundheitsförderlich sein?



Fragen, nichts als Fragen! - Aber in allem Ernst: Wenn wir diese Fragen immer und immer wieder in den Raum stellen: könnte es dadurch nicht für eine ständig wachsende Zahl von Menschen ersichtlich werden, dass wir endlich die richtigen Schlüsse aus der in aller Welt heranwachsenden Riesengefahr nicht nur eines gar nicht auszudenkenden Atomkrieges, sondern wahrscheinlich sogar immer noch neuer Kriege mit dem Einsatz der in den letzten fünf Jahrzehnten neu entwickelten Waffenarsenale oder gar eines mehr als die halbe Menschheit vernichtenden Dritten Weltkrieges ziehen?

Hier muss die Forderung erhoben werden, dass alle Menschen, denen noch ein Rest von Vernunft geblieben ist, dem selbst dazu mandatierten Ritter von der traurigen Gestalt Widerstand, Widerstand und nochmals Widerstand entgegensetzen. Das sind wir unseren eigenen Nachkommen und den Kindern der ganzen Welt schuldig!

(Da diese Rede aufgrund des strömenden Regen leider nicht auf dem Stephansplatz gehalten werden konnte, wollen wir sie zunindest hier im Netz dokumentieren.)


|2002-08-07 01:50:52.250502+02 973|2002|Hiroshima - Nagasaki Gedenken||Isolde M.|Schönstein|ARGE Schöpfungsverantwortung|||In diesem Jahr begehen wir das Hiroshima / Nagasaki-Gedenken mit „gemischten Gefühlen". Trauer, immer noch, denn es ist noch nicht vorbei, wie wir heute vielfach gehört, vor Augen geführt bekommen haben.

Die Leiden der Opfer, die Nachhaltigkeit des Atomtodes.

Die Brundtlandformel der „Nachhaltigkeit" zielt jedoch auf das Leben und das Wohl künftiger Generationen, geradezu eine Garantie fordert sie heraus.

Nahezu täglich erreichen uns Einladungen zu Veranstaltungen unter diesem Titel, was zeigt, wie hoffnungsträchtig diese Strategie ist, wie gerne sie als Leitlinie für verschiedenste gesellschaftliche Prozesse aufgegriffen wird.

Dennoch, „wir müssen aufhören, schönen Worten und Begriffen zu trauen", so der Dichter Rudolf Weiss, „denn sonst dürften Zitronenfalter auch nichts anderes tun als Zitronen falten.

Es wird heiss, und Konfusion regiert die Welt.

Aus den USA erreicht uns die Nachricht, dass der Präsident die Klimaveränderung als Tatsache anerkennt. Den Bürgern empfahl er, sich der zunehmenden Erwärmung anzupassen und verspricht, unter Verwendung von Klimaanlagen eine erträgliche Zukunft zu schaffen. Als Energiequelle sollen neu zu errichtende Atomkraftwerke dienen ...

Wie weit sind wir nun selbst an derart gesteuerten Prozessen beteiligt?
Fördern wir sie?

In Italien haben sich zunehmend Familien zu einer geänderten Lebenspraxis entschlossen, sie richten diese auf Nachhaltigkeit in allen Bereichen ihres Lebens aus, den Konsum, Energienutzung und Mobilität, das Freizeitverhalten, Geldanlagen, Reisen ...

Sie dokumentieren seit Jahren diese geänderte Lebenspraxis, um auch stichhaltige Daten der Einsparung von Ressourcen, Geld und Zeit vorweisen zu können. Das von einem italienischen Priester ins Leben gerufene Projekt läuft unter dem Titel „Bilanzen der Gerechtigkeit".

Die ARGE Schöpfungsverantwortung hat dieses Projekt Anfang des Jahres aufgegriffen und sieht in der Bekanntmachung und Begleitung der „Bilanzisten" eine ihrer Hauptaufgaben. Denn, eines ist gewiss, von der persönlichen Verantwortung ist niemand zu entlassen, es wird weitgehend von unseren Ansprüchen abhängen, was künftig produziert wird - auch betreffend Energie.

Das alles braucht Gemeinschaft, gemeinsame Strategien, gegenseitige Beratung und Unterstützung, kreative Bereicherung - wie uns die „Bilanzisten" aus Italien bestätigen.

Dies ist eine Einladung an Sie alle, sich dem Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfungsbewahrung anzuschließen.

(Da diese Rede aufgrund des strömenden Regen leider nicht auf dem Stephansplatz gehalten werden konnte, wollen wir sie zunindest hier im Netz dokumentieren.)
|2002-08-07 01:51:36.27488+02 1018|2002|Nie wieder Hiroshima!||Margarete |Aulehla||||Der Atombombenabwurf über Hiroshima hat unermeßliches Leid über die Bevölkerung dieser Stadt gebracht. Bis heute ist das gesamte Ausmaß der dadurch verursachten Todesfälle und Spätschäden nicht absehbar.

Es ist ein Gebot der Menschlichkeit, in Hinkunft auf die Drohung mit bzw. den Einsatz von atomaren Kampfmitteln zu verzichten und alles daran zu setzen, daß Frieden mit friedlichen Mitteln hergestellt werden kann.

Ein Schwerpunkt der Bemühungen sollte in der Aufklärung bzw. im Unterricht der Jugend bzw. insbesondere von Entscheidungsträgern über die Möglichkeiten der Konfliktvorbeugung und Konfliktbeilegung mit gewaltfreien Mitteln bestehen.

Dazu wäre zusätzlich zu der bereits vorhandenen englischsprachigen Literatur eine englische Übersetzung des Buches von Friedrich Glasl, Konfliktmanagement, mit dem im deutschen Sprachraum bereits bekannten Phasenmodell der Eskalation, hilfreich.
|2002-08-23 13:59:17.076682+02 1022|0|||||||||2003-07-31 21:56:09.362242+02


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